Review

Konnte man letztes Jahr noch die Fortsetzung der „Reise der Pinguine“ im Heimkino bestaunen, erobert in „Ailos Reise“ nun ein kleines Rentier die Bildschirme.

Regisseur Guillaume Maidatchevsky möchte sein Machwerk jedoch weniger als Natur- und Tierdokumentation, sondern vielmehr als Abenteuerfilm verstanden wissen. Entsprechend wartet „Ailos Reise“ sowohl mit einigen dramatischen und komischen Szenen, als auch mit vielen emotionalen Begegnungen auf.

Der Spagat zwischen spannendem Abenteuer und unterhaltsamer Komödie gerät jedoch stets sehr kindgerecht.
Entsprechend „altersgerecht“ fällt der erzählende, die Bilder begleitende Text, gesprochen von Anke Engelke, aus; genauso wird auf grausame und/oder blutige Szenen verzichtet.

Ein Film, der Schule machen könnte

Ein Fakt, der „Ailos Reise“ wiederum für den Schulunterricht tauglich macht.

Das könnte sich auch die Deutsche Film- und Medienbewertung gedacht haben, als sie dem Film das Prädikat „wertvoll“ verlieh, während ausreichend Schulmaterial für LehrerInnen der Klassen 3-6 auf der Homepage zum Film erhältlich ist.

Untermauert wird die Tatsache, dass dieser Film im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen könnte, auch durch Maidatchevskys Aussage

Um zu verstehen, warum die Natur schützenswert ist, müssen wir erleben, worum es bei der Natur geht.

Und das schafft „Ailos Reise“ hervorragend. Der Film bietet nicht nur einen Einblick in das entbehrungsreiche Leben einer der letzten wilden Rentierherden Lapplands, sondern liefert spektakuläre Tier- und Naturaufnahmen der nordisch-rauen Gegend am Polarkreis gleich mit. Doch

Worum geht es in >Ailos Reise<?

Um ein „packendes Rentier-Abenteuer für die ganze Familie“ lautet die Antwort des Pressetextes. Und in gewisser Weise stimmt das auch.

Geboren in der wilden und majestätischen Natur Lapplands, muss das neugeborene Rentier Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise antreten. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde zu einem großen Rentier heran.
Jeder neue Tag birgt Überraschungen, aber auch Gefahren für Ailo. An all diesen Erkundungen, Abenteuern und insbesondere am Heranwachsen des kleinen Rentiers darf der Zuschauer knapp 86 Minuten partizipieren und lernt – gemeinsam mit dem tierischen Protagonisten – dessen Heimat, sein Leben sowie Freund und Feind kennen.

Ein Kamerateam begleitet Ailo – von seiner Geburt an bis zu seiner Entwicklung zu einem 1-jährigen Junghirschen – und hält filmisch seine Wanderung (gemeinsam mit seiner Herde) von den skandinavischen Hochebenen zu den Sommerweiden an den Fjords der Nordsee fest.

Rentiere sind Freunde, aber auch Futter

Für unterhaltende und emotionale Aspekte sorgen Ailos Begegnungen mit anderen heimischen Tieren, die in kleinen Anekdoten eingebaut werden. Dabei trifft man sowohl auf freundlich gesinnte Weggefährten wie ein hungriges Eichhörnchen, ein flinkes Hermelin, einen neugierigen Hasen oder einen paarungswilligen Polarfuchs, als auch auf die Feinde der Rentiere wie Wölfe oder Vielfraße.

Ein kleines Rentier ganz groß in „Ailos Reise“. (Copyright: Marko Junttila / Ascot Elite Home Entertainment)

Begleitet wird „Ailos Reise“ auch musikalisch sehr passend. Epische orchestrale Klänge treffen auf Inszenierungen, die an „Peter und der Wolf“ erinnern. Somit werden sowohl die fröhlich-lustigen als auch die gefährlichen Momente in Ailos Leben musikalisch stimmungsvoll untermalt.

Der Mensch und die Zivilisation werden indes nur am Rande erwähnt, sodass die eisige Wildnis Lapplands und deren Tiere immer visuell im Vordergrund stehen und gut zur Geltung kommen. Zu verdanken ist dies insbesondere der Vielfalt an Bildern, die die Schönheit und Unwirtlichkeit dieser Gegend eindrucksvoll widerspiegeln.

Fazit

Wer weiß, wie lange wir angesichts der zunehmenden Zerstörung und Verschmutzung unserer Umwelt derartige beeindruckende Bilder der Natur noch erleben dürfen. Eine Antwort auf diese Frage liefert „Ailos Reise“ zwar nicht, der Film regt aber diesbezüglich zum Nachdenken an und stellt den Zuschauern sowohl die wunderschöne Tierwelt als auch die Landschaft Lapplands beinahe hautnah und in sehr ursprünglicher Weise vor.

 

Trailer

Handlung

Jeder Tag ist ein neues Abenteuer!

Für ein kleines Rentier wie Ailo ist die Welt ein großes Abenteuer!
Geboren in der wilden und majestätischen Natur Lapplands, muss Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise antreten. Jeder neue Tag bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde zu einem großen Rentier heran.

(Quelle: Ascot Elite Entertainment)

Homepage zum Film
Facebookseite zum Film

Details

Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 15.11.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 87 Minuten
Extras: Interview mit Anke Engelke, Tiertrainer, Behind the Scenes, B-Roll

Copyright Cover: Ascot Elite Home Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde