Review

Nun hat es auch der zweite Teil der „After“-Reihe von Autorin Anna Todd als filmische Romanadaption in die Heimkinos geschafft.

Nachdem Regisseurin Jenny Gage in „After Passion“, dem ersten Teil, ausführlich das Kennenlernen und Zusammenkommen der beiden Protagonisten Tessa Young und Hardin Scott visualisiert hat, setzt Regisseur Roger Kumble ihre On-Off-Beziehung in „After Truth“ weiter fort.

Auf ca. 106 Minuten soll es dabei vorrangig um die Fragen gehen: Wird er sich ändern – aus Liebe? und natürlich, „Fifty Shades of Grey“ und Co. lassen grüßen: Ist Liebe stärker als die Vergangenheit?

Doch statt auf diesen Fragen wird – natürlich der FSK Freigabe ab 12 Jahren angemessen – eher aufeinander herumgeritten; anders als noch im ersten Teil, der eine Freigabe ohne Altersbeschränkung erhielt.

Das bleibt nicht der einzige Unterschied zum Vorgänger. Doch wie verhält es sich insgesamt mit einer

Steigerung zum ersten Teil?

Hielten wir „After Passion“ noch für vielleicht sehenswert für sehr junge Teenies, sollten jene nun eher wegschauen, spielt hier doch das Thema Sex eine sehr dominante Rolle. Darüber hinaus wird jener und vor allem eine zwischenmenschliche Beziehung sehr realitätsfern dargestellt. Es gibt daher nichts, das sich nachzueifern lohnt.

Entsprechend mit Abstand und kritisch sollte man auch das Identifikationspotenzial der Figuren betrachten. Sei es die rasante berufliche Weiterentwicklung oder die geistige und emotionale Reife, die hier im Schnelltempo seitens der weiblichen Hauptfigur errungen wird – das alles hat wenig mit der Realität zu tun, wirkt nicht authentisch und ist aufgrund des Tempos kaum plausibel und nachvollziehbar dargestellt.

Für Teil 1 kamen wir zu dem Fazit, es mit einer „reiz- und spannungsarme[n] Teenie-Romanze mit wenigen bis nichtssagenden Dialogen, semipassabel besetzen Schauspielern und [einer] kurzweilige[n], oberflächliche[n], belanglose[n] Handlung“ zu tun zu haben. Mit Reizen geizt man hier zwar nicht, dem Rest könnte man allerdings erneut zustimmen.

Josephine Langford und Hero Fiennes Tiffin in „After Truth“. (Copyright: Constantin Film)

Einen halben Trostpunkt mehr gibt es aber noch dafür, dass es schon beeindruckend ist, wie wenig „bad“ man einen Bad Boy spielen kann. Auch das muss man auf der bisherigen Länge von zwei Teilen à 106 Minuten erst einmal schaffen.

Fazit

In jeder Hinsicht belanglos: Sex, Liebe, Konflikte und psychische Probleme – all das wird derart oberflächlich und schnell abgehandelt, dass der Eindruck entsteht, eine Beziehung bestünde lediglich aus extremen Tiefpunkten und sich daraus ergebenen erotischen Höhepunkten.
Auch wenn „After Truth“ vorrangig der Unterhaltung dienen soll, so hätte dem Film – gerade in Hinblick auf die Zielgruppe der Heranwachsenden – etwas mehr Realismus durchaus gutgetan.

Für eine ernstzunehmende Beziehungstragödie zu wenig Beziehung, für ein zwischenmenschliches Drama zu schnell versöhnlich und für einen Softporno zu soft. Wer aber Gefallen an den Schauspielern findet, der wird in dieser Schnittmenge immerhin vermutlich ein wenig Erotik entdecken können.


After Truth [Blu-ray]

Trailer

Handlung

Ist Liebe stärker als die Vergangenheit?

Seit Tessa die Wahrheit über Hardin erfahren hat, fühlt sie sich verraten und steht ganz alleine da. Ist er wirklich der tiefgründige, nachdenkliche Typ, in den sie sich verliebt hat oder war er die ganze Zeit über ein Fremder?

Hardin bittet Tessa um Verzeihung für alles, was zwischen ihnen passiert ist – doch neben ihrer Erinnerung an seine leidenschaftliche Liebe begleitet Tessa auch die Angst, wieder enttäuscht zu werden. Kann Hardin sich ändern?

(Quelle: Constantin Film)

Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsche UT für Hörgeschädigte
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Constantin Film
Erscheinungstermin: 04.03.2021
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: ca. 106 Minuten
Extras: Interviews

Copyright Cover: Constantin Film



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde