Review

„Across the River“ ist ganz offensichtlich ein Low-Budget Horrorfilm, was bei vielen Filmen des Genres nicht funktioniert. Zudem ist das Studio scheinbar ebenfalls nicht mit unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten ausgestattet, was vor allem durch teilweise wirklich schlechte Synchronisation auffällt.
Dennoch ist „Across the River“ ein wirklich gelungener Horror-Streifen, der bewusst auf die gängigen Elemente des Genres verzichtet und sich eher schleichend im Kopf festsetzt und dort für Unbehagen sorgt.

Dabei hat sich „Across the River“ augenscheinlich an „The Blair Witch Projekt“ orientiert, denn insbesondere die Rahmenbedingungen sind sehr ähnlich. Es ist zwar in „Across the River“ nur ein Mann, der sich aus Forschungszwecken alleine in einem finsteren Wald aufhält, um eine Artenzählung durchzuführen, aber die immer wieder auftauchenden Elemente, die auf etwas Schreckliches hindeuten, erinnern an das große Vorbild. Hier ein Kleid im Fluss, da ein Haarbüschel – ganz langsam baut sich „Across the River“ auf. Als der Protagonist dann eine Kamera auf einem Fuchs anbringt und dieser in ein verlassenes Dorf rennt, nähert sich der Film seinem dramaturgischen Höhepunkt und das mit schnellen Schritten, denn bisher war alles nur Geplänkel, welches für die richtige Atmosphäre und Grundstimmung beim Zuseher sorgt.

Es sind die Details, die verängstigen... (Copyright: Marctropolis)

Es sind die Details, die verängstigen… (Copyright: Marctropolis)

Doch auch jetzt erwarten uns kein stumpfes Gemetzel, sondern intelligent inszenierte Horrormomente.

Selbst auf die genretypische Musik und knallende Soundeffekte, sobald es zur Sache geht, wird bei „Across the River“ verzichtet. Vielmehr ist der Soundtrack durchweg bedrohlich, plätschert aber mehr vor sich hin. Dies sorgt dafür, dass der Zuschauer quasi permanent angespannt ist und darauf wartet, ob und wann etwas Gravierendes passiert.

„Across the River“ wird sicherlich ein wenig polarisieren, denn der Schrecken spielt sich bei diesem Streifen im Kopf des Zuschauers ab. Dies ist allerdings die richtige Vorgehensweise bei kleinem Budget, denn schlecht finanzierte und daher billig wirkende Spezialeffekte gibt es bereits in viel zu vielen anderen Produktionen.
Gerade die ungewöhnliche Herangehensweise und die schleichende, leise Inszenierung sind es, die diesen Film zu etwas Besonderen machen und ihn angenehm aus der Masse an Filmen des Genres herausstechen lassen.

Es sei also jenen, die durchaus offen sind für Filme, die abseits der durchschnittlichen cineastischen Pfade stattfinden, empfohlen, einmal einen genaueren Blick auf „Across the River“ zu werfen. Es lohnt sich.

Trailer

Inhalt

Der Verhaltensforscher Marco Contrada arbeitet in einer abgelegenen Waldregion an der Grenze von Italien und Slovenien. Mit Hilfe von im Wald aufgestellten Kameras beobachtet er Tiere aus der Entfernung von seinem Monitor aus, um ihr Verhalten zu studieren. Diese Aufnahmen sind es schließlich, die den Ethnologen in ein einsames Dorf führen. Obwohl er nicht vorhatte, lange zu bleiben, schneiden ihm starke Regenfälle kurz nach seiner Ankunft die einzige Rückzugs-Route ab. Derart gefangen muss er bald aus erster Hand erfahren, dass an den Legenden um einen uralten Fluch, der angeblich auf der Ortschaft liegt, vielleicht doch etwas dran ist.

(Copyright: Marctropolis)

Details

Format: Dolby, HiFi Sound, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Marctropolis (Alive)
Erscheinungstermin: 18.07.2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 85 Minuten



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.