Review

Im Flüsterton oder geräuschlos, bitte. 

Mit „A Quiet Place“ ist Regisseur, (Mit-)Drehbuchautor und Darsteller John Krasinski in Personalunion im Jahr 2018 ein echter Kino-Hit geglückt. In dem in einer postapokalyptischen Zeit angesiedelten Film ist Krasinski an der Seite seiner Ehefrau Emily Blunt („The Huntsman & The Ice Queen“, „Into the Woods“) zu sehen.

Die Prämisse des Monster-Endzeitfilms ist dabei ganz einfach: Mach keinen Mucks, sonst werden dich die bösen Monster holen.

Nach einer Alien-Invasion ist die Erde von Kreaturen besiedelt, die überaus empfindlich auf Geräusche reagieren und Menschen jagen. Ob es sich um eine geplante feindliche Übernahme oder eine ungewollte Begegnung der dritten Art handelt, das lässt der Film offen.
Die Familie Abbott hat sich auf diese lebensfeindliche Situation eingestellt und lebt abgeschieden auf einer Farm. Am Ende von Teil 1 muss Vater Abbott (Krasinski) jedoch den Heldentod sterben, um seine kleine Familie, Ehefrau Evelyn (Emily Blunt) sowie die Kinder Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und das neugeborene Baby zu retten.

Aufgrund des enormen kommerziellen Erfolgs und der (mehrheitlich) positiven Resonanz in der Fachpresse dürfen sich Fans nun über die Fortsetzung „A Quiet Place 2“ freuen, die seit dem 07. September 2021 als Download sowie ab dem 30. September 2021 auf haptischen Datenträgern erhältlich ist bzw. sein wird.

Ob hier ein fesselndes Endzeitabenteuer zu bestaunen ist, verraten wir nachfolgend.

Handlung

Die tödliche Gefahr durch die ebenso grausamen wie geräuschempfindlichen Kreaturen ist noch immer allgegenwärtig. Jeder noch so kleine Laut könnte ihr letzter sein. Evelyn (Emily Blunt) ist mit ihren Kindern Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und dem Baby nun auf sich allein gestellt. Weiterhin muss die Familie ihren Alltag in absoluter Stille bestreiten. Als sie gezwungen sind, sich auf den Weg in das Unbekannte aufzumachen, merken sie schnell, dass hinter jeder Abzweigung weitere Gefahren lauern. Eine lautlose Jagd beginnt …

(Quelle: Paramount Home Entertainment)

Verlässt bekannte Pfade

Das Sequel beginnt zunächst mit einem kurzen Prequel. Wir sehen den tatsächlichen Tag der umwälzenden Alien-Invasion und bekommen einen knappen Einblick in das Leben der Abbotts, bevor sie es vollständig an das Leben in Stille angepasst haben. Die Landung der außerirdischen Wesen wartet allerdings nicht mit Erklärungen auf. Die Herkunft der Monster, die Absichten und die Motive bleiben vollständig im Dunkeln. Sie sind auf einmal da, sie sind ausgesprochen feindselig und vor allem sind sie hungrig.

Dann kommen wir zur nahtlosen Fortsetzung des ersten Films, die wir auch erwartet hatten. Familie Abbott ist abermals auf der Flucht, kennt aber seit dem Ende des Vorgängers einen Trick, um die Monster besiegen zu können. Auf der Flucht treffen sie auf den früheren Freund der Familie Emmett, verkörpert durch Cillian Murphy („Operation Anthropoid“, „Peaky Blinders“), der hier erstmals zum Cast hinzustößt. Murphy spielt den wortkargen und desillusionierten Einzelgänger, der nur widerwillig Unterschlupf gewährt und erst nach und nach zum Helfer wird. Gemeinsam mit Tochter Regan Abbott (Millicent Simmonds in wiederkehrender Rolle, die zur Hauptdarstellerin avanciert), macht er sich auf die Suche nach anderen Menschen, um den Aliens die Stirn zu bieten.

Legt andere Schwerpunkte

Nachdem die Abbotts ihren gewohnten Alltag und die Farm einmal verlassen haben, wird die Welt in A Quiet Place: Part II“ spürbar größer. Das emotional aufzehrende und bisweilen klaustrophobische Leben wechselt gegen die Suche nach anderen Überlebenden in der Weite des Unbekannten.

Marcus (Noah Jupe), Regan (Millicent Simmonds) und Evelyn (Emily Blunt) sind erneut auf der Flucht in „A Quiet Place 2“. (Copyright: Paramount Home Entertainment)

Doch Gefahren lauern natürlich auch hier. Rasanter und actiongeladener geht es dabei zu. Der Film akzentuiert diese Abweichung bei der visuellen Inszenierung auch durch einen tonalen Wechsel. Im zweiten Teil wird erheblich mehr gesprochen respektive geflüstert und getuschelt. Außerdem tauchen vorliegend deutlich mehr der geräuschempfindlichen Kreaturen auf; schließlich ist das Geheimnis um deren Aussehen nun einmal gelüftet. Während der Film im Allgemeinen natürlich sehr an das Game „The Last of Us“ erinnert, dürften Videospieler bei den Wesen vor allem an die Licker aus der „Resident Evil“-Reihe denken.

Wie der Vorgänger setzt auch Teil 2 vorwiegend auf dichte und intensive Atmosphäre sowie vereinzelte wirksame Jump-Scares, statt allerhand Blut und Gekröse. Die Fortsetzung teilt allerdings auch einige der Schwächen des ersten Teils. So gibt es auch vorliegend ab und an Logikfehler und Figuren riskieren allzu unnötige Alleingänge, um der Dynamik des Films zu gefallen. Ein recht offenes Ende gibt wiederum ausreichend Spielraum für den bereits geplanten Nachfolger.

Fazit

Familie Abbott zieht wieder durch die postapokalyptischen Vereinigten Staaten und verlässt den gewohnten Alltag auf der heimischen Farm. Die Fortsetzung traut sich, neue (inszenatorische) Wege zu gehen und macht dabei in Sachen Horror-Thriller einiges, wenn auch nicht alles richtig. Die beschauliche Familiengeschichte und die Figurentiefe kommen etwas zu kurz.

Als kleiner Nachtrag: Auch „A Quiet Place“ bewerte ich insgesamt als empfehlenswert.


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Trailer

Inhalt

Die tödliche Gefahr durch die ebenso grausamen wie geräuschempfindlichen Kreaturen ist noch immer allgegenwärtig. Jeder noch so kleine Laut könnte ihr letzter sein. Evelyn (Emily Blunt) ist mit ihren Kindern Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und dem Baby nun auf sich allein gestellt. Weiterhin muss die Familie ihren Alltag in absoluter Stille bestreiten. Als sie gezwungen sind, sich auf den Weg in das Unbekannte aufzumachen, merken sie schnell, dass hinter jeder Abzweigung weitere Gefahren lauern. Eine lautlose Jagd beginnt …

(Quelle: Paramount Home Entertainment)

Details

Sprache: Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch (Dolby Digital 5.1) / Englisch (Dolby Atmos)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch,  Schwedisch, Spanisch, Türkisch
Bild: 2.39:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: Paramount Home Entertainment
Erscheinungstermin: 30.09.2021
Produktionsjahr: 2020
Spieldauer: ca. 97 Minuten

Copyright Cover: 2020 Paramount Pictures. All Rights Reserved.



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)