Review

Mit ihrer „All Souls“-Trilogie landete Autorin Deborah Harkness nicht nur in ihrer Heimat Amerika einen großen Erfolg, auch in Deutschland sprachen die Verkaufszahlen für sich. Wie nicht unüblich lässt dann eine filmische Adaption nicht lange auf sich warten. Dieser nahmen sich die Regisseure Alice Troughton, Juan Carlos Medina und Sarah Walker an, und verwirklichten – gemeinsam mit der Autorin als Executive Producer„A Discovery of Witches“.

Serienadaption für Fantasy- und Romantasy-Fans

Die als Serien-Adaption angelegte Veröffentlichung basiert auf dem ersten Roman der Trilogie (dt. „Die Seelen der Nacht“) und erscheint nun für das Heimkino. Dies sowohl zur Freude aller Fantasy- und Romantasy-Fans als auch für jene, die Formaten wie „Outlander“ positiv gegenüberstehen. Denn neben Dämonen, Hexen, Vampiren, der großen Liebe zwischen diesen Spezies, reichlich Magie und Alchemie sowie dem über alles schwebenden Hauch von Geschichte bahnt sich das Zeitreise-Motiv inmitten dieser Fantasy-Story immer mehr seinen Weg.

Passend, wie es scheint, insbesondere angesichts des Historien-Aspekts.
Dieser findet unter anderem gelungen Ausdruck in dem hervorragend und stimmungsvoll in Szene gesetzten Setting. Platziert in Oxford, inmitten einer alten Bibliothek und ihren zahlreichen alten Büchern, bieten sich viele gute und atmosphärische Aufnahmen – stets vor der Kulisse altehrwürdiger Gemäuer. Dies kommt auch dem Vampir-Thema zugute, das in „A Discovery of Witches“ moderne und nostalgische Facetten dieser fantastischen Wesen kombiniert. Die Atmosphäre der Serie stimmt daher schon einmal und kann Genre-Fans durchaus begeistern.

Auch die Handlung betreffend bleiben die Zuschauer am Ball. Erst recht nach einem Staffelfinale, das auf dem Spannungshöhepunkt der bisherigen Episoden abbricht und mit entsprechendem Cliffhanger die nächste Staffel zu einem Muss werden lässt. Und das, obschon sich der Handlungsverlauf zeitweise sehr schnell gestaltet. Derart schnell, dass die zusammenhängenden Folgen phasenweise lückenhaft wirken. Bedenkt man dann allerdings, dass die Buchvorlage 832 Seiten umfasst, die hier in acht Folgen à ca. 44 Minuten gepresst wird, meistert „A Discovery of Witches“ dieses Unterfangen ganz solide.

Buch oder Film bzw. Serie?

Apropos: Immer wieder stellt sich bei filmischen Romanadaptionen – besonders für diejenigen, die die Bücher bereits gelesen haben – die Frage: Was ist besser – Buch oder Film respektive Serie?
Häufig fällt in einer Antwort die Wahl dann auf das „Original“. Schuld daran ist zumeist die Tatsache, dass die Leser und zukünftigen Zuschauer durch eigene Vorstellungen „vorbelastet“ sind.

Auch „A Discovery of Witches“ kann sich davon nicht freisprechen. Zwar inhaltlich nah am Original, ist es insbesondere die Besetzung der Charaktere, die für Diskussionen sorgen könnte. Während Schauspielerin Teresa Palmer als Protagonistin Diana Bishop sehr passend und authentisch besetzt scheint, stellt Matthew Goode als Verkörperung des Vampirs Matthew Clairmont schon eher eine Frage des persönlichen Geschmacks dar. Insbesondere die Mimik der Vampirrolle erscheint zuweilen eher skurril denn aussagekräftig.

Teresa Palmer als Diana Bishop in „A Discovery of Witches“ (Copyright: Universum Film GmbH / Sky UK Limited)

Ob zufriedenstellend besetzt oder nicht, zugutehalten muss man den Schauspielern, dass zwischen ihnen eine authentisch wirkende Chemie herrscht, die sich auch auf ihre Rollendarstellung auswirkt. Umso bedauerlicher, dass auch hier die Entwicklung ihrer Liebesbeziehung nahezu rasant vonstattengeht. Die für das Genre und derlei Romanzen bekannte „Magie“ zwischen den Figuren ist anfangs daher kaum spürbar.
Erwähnenswert ist allerdings, dass „A Discovery of Witches“ diesbezüglich sowohl ohne übertriebenen Kitsch auskommt, als auch eine Romanze fern von jedweder Teenager-Romantasy geboten wird. Vielmehr erwachsen und somit auch für eine entsprechende Zielgruppe konzipiert wirken die Schauspieler, ihre Figuren und Verhaltensweisen.

Fazit

Die Serienadaption „A Discovery of Witches“ lebt vor allem von ihrer Atmosphäre. Indem klassische Fantasy-Motive mit modernen Zutaten kombiniert werden und die Handlung darüber hinaus eine gewisse Eigenständigkeit und Andersartigkeit inmitten des Genres besitzt, bietet die erste Staffel nicht nur gute Unterhaltung, sondern macht auch Lust auf mehr. Staffel 2 und 3 (auf Band 2 und 3 der Buchtrilogie basierend) wurden bereits bestätigt; man darf also gespannt sein.

 

Trailer

Handlung

Nach einem großartigen Vortrag über Alchemie wird Diana Bishop eine Professur in Oxford angeboten. Als sie sich dort in der Bibliothek auf ihre Arbeit vorbereitet, gerät sie an ein magisches Buch, das die Historikerin mit ihrer Abstammung von einer Hexenfamilie konfrontiert. Doch Diana will nichts mit ihrem übernatürlichen Erbe zu tun haben. Die Situation ändert sich, als der Vampir Matthew auftaucht, der sich ebenfalls für das Buch interessiert, denn es galt seit vielen Jahrzehnten als verschollen. Nun stellt sich nicht nur ihm die Frage, wie Diana an das Buch gekommen ist, sondern auch allen anderen Kreaturen zwischen Himmel und Hölle.

(Quelle: Universum Film)

Episoden

01 Das Buch des Lebens
02 Verworrene Gefühle
03 Erste Anzeichen
04 Unter Vampiren
05 Geheime Machenschaften
06 Die Befreiung
07 Die Wahrheit
08 Die Zeitreise

Details

Format: Breitbild
Untertitel: Englisch
Region: Region B/2
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 02.08.2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 346 Minuten

Copyright Cover: Universum Film GmbH



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde