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3. April 2016

Interview: Astairre

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Verfasst von: Christopher
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Mit ihrem aktuellen Album „So lange wir noch funktionieren“, das nicht nur energetischen Punk, sondern auch viel Frische mitbringt, haben uns Astairre neugierig gemacht.

Daher haben uns die Jungs netterweise ein paar Fragen beantwortet.

Wer genau sind Astairre?
Wie stehen sie zu ihrer und allgemein zu Musik?
Was trifft die musikalischen Nerven der Band?

All das erfahrt ihr in diesem Interview.

Christopher: Hallo und vielen Dank, dass ihr die Zeit gefunden habt, euch mit unseren Fragen auseinanderzusetzen. Starten wir mit einer Frage zu eurem Bandnamen. Was genau bedeutet Astairre und was genau bedeutet dieser Name für euch?

Astairre: Sehr gerne.

Eine eigenständige Schreibweise war uns wichtig

Astairre hat – so ehrlich sind wir an dieser Stelle – keine tiefere Bedeutung. Es ging uns um einen Namen, der nicht klar dem Englischen oder Deutschen, also somit auch der gesungenen Sprache, zugeordnet werden kann. So wurde irgendwann mal Astaire, von Fred Astaire, in den Raum geworfen. Irgendwie klang das gut, hatte phonetisch so eine französische Anmutung, die uns gefiel, und gleichzeitig konnte man eben die Assoziation von Tanzbarkeit durch den Stepptänzer damit verbinden.

Eine eigenständige Schreibweise war uns wichtig, daher das Doppel-„R“.

Und was er uns bedeutet? Wahrscheinlich ein Lebensgefühl – die Möglichkeit, mit seinen besten Freunden durchs Land zu ziehen und Musik für andere Menschen zu machen.

Christopher: Wir würdet ihr den musikalischen Stil von Astairre beschreiben?

Astairre: Irgendwas zwischen Punk und Pop, melancholisch, energetisch und mit Tiefgang. Eine Rockband.
Nach einem Konzert hat mal einer gesagt, es klingt „als ob eine Punkband Pop-Songs spielt“, das trifft es ganz gut.

astairre-lange-wir-noch-funktionieren

Cover der EP „So lange wir noch funktionieren“

Christopher: Eure EP „So lange wir noch funktionieren“ ist mittlerweile erschienen.
Wie war die Stimmung kurz vor dem Release?

Astairre: Die Stimmung war sehr gut und ein bisschen aufgeregt.
Wir haben sehr viel Zeit und Energie in diese Platte gesteckt, auf einem Weg, der gespickt von Hindernissen und Unwägbarkeiten war – umso gespannter sind wir natürlich jetzt, wie es den Leuten dort draußen gefällt und hoffen natürlich sehr, dass sich möglichst viele daran erfreuen.

Christopher: Seit der EP „Wir gehen unter – kommst du mit?“ ist einige Zeit vergangen. Wie beurteilt ihr eure Entwicklung zwischen den beiden Veröffentlichungen?

Astairre: Das ist eine sehr gute Frage. Diese Platte vereint die beiden Phasen, welche unsere Band zuvor durchlaufen hat, sehr gut: die postcorigen Anfänge, in der alles sehr wild, furios und sperrig war, mit der darauffolgenden Phase, wo die Songs deutlich einfacher und Pop-affiner wurden. „So lange wir noch funktionieren“ bietet unserer Meinung nach einen tollen Querschnitt dieser Entwicklung und zeigt eine Mischung aus den Stärken beider Phasen auf natürliche Art und Weise.

Christopher: Würdet ihr sagen, ihr seid immer noch „die Alten“ von damals?

Achtung, jetzt wird’s musik-
journalistisch!

Astairre: Bestimmt ist man – Achtung, jetzt wird’s musikjournalistisch! – menschlich wie musikalisch gereift, gleichzeitig haben wir unsere Wurzeln immer sehr klar im Fokus.
Um es mit Take That zu sagen: „Never Forget Where You’re Coming From!“

Christopher: Gab es in dieser Zeit bzw. gibt es überhaupt Künstler oder Bands, die euch beeinflusst haben oder es immer noch tun?

Astairre: Ja, die gibt es sicherlich. Die ausgesprochene Lieblingsband von mir (Max) und Philipp ist THE LIVING END aus Australien. Wir lieben auch die Musik unserer Kumpels von We Were Promised Jetpacks, aber auch alten Deutschpunk oder natürlich – und immer – die Beatles.

Christopher: Warum wurde „So lange wir noch funktionieren“ am Ende wieder eine EP und kein Album?

Astairre: Das ist der Kohle, der Zeit und auch dem Pragmatismus geschuldet: Nachdem wir 2013 ein gesamtes, selbst produziertes Album verworfen hatten und danach noch in eine andere unfruchtbare Recording Session gegangen sind, die uns finanziell nahezu ruiniert hat, mussten wir sicherstellen, dass wir es schaffen, endlich wieder Musik zu veröffentlichen. Zum einen für uns selbst, um einen langwierigen und kraftraubenden Prozess abzuschließen, zum anderen natürlich auch für ein paar Menschen da draußen, die darauf gewartet haben. Unter diesen Bedingungen war eine EP – auch finanziell – naheliegend. Gleichzeitig ist das Album natürlich in Planung, an dem aktuell auch schon parallel geschrieben wird.

Christopher: Was darf man als Hörer aus eurer Sicht von den fünf Titeln auf „So lange wir noch funktionieren“ erwarten?

Astairre: Einen authentischen Spagat zwischen einem gewissen Rock-Härtegrad und Pop-affiner Eingängigkeit. Wie oben schon beschrieben, ein schöner Querschnitt aus dem, was wir sind und sein können: Von den Wurzeln im Postpunk („Ich hasse meine Freunde“), über eine lupenreine Pop-Single mit nostalgischen Retro-Charme („Cavern Club“) hin zu einem melancholischen, klassischen Rock-Song, der sogar einen kleinen Springsteen-Moment parat hat („Am Punkt“), ist alles dabei.

Christopher: Habt ihr schon für euch einen Favoriten unter den Songs gefunden?

Astairre: Ja, aktuell sähe das wie folgt aus: „Am Punkt“ (Max), „Ich hasse meine Freunde“ (Philipp), „Lässt du mich auch alleine“ (Robin) – und alle gemeinsam finden wir „Cavern Club“ sowieso gut.

Christopher: In den Titel der EP kann man eine Menge hineininterpretieren. Wie kam es zu der Namensgebung und was genau bedeutet es für euch zu „funktionieren“?

Astairre: Der Titel stammt aus einer Textzeile von Max. Wir fanden das in Anbetracht vieler Ebenen passend: Band, Gesellschaft, Beziehungen.
Zu funktionieren bedeutet immer, Teil eines Systems zu sein, in dem man sich befindet. Und manchmal bist du halt drin, ob du willst oder nicht.
Die Zeile impliziert indirekt die Frage, ob man weiterhin Teil bleiben soll, möchte oder kann. Für die Band-Ebene sei dir nun kollektiv verraten: Ja, ganz sicher.

Christopher: Wie wird sich die Zukunft von Astairre gestalten und wo kann man euch in nächster Zeit live auf der Bühne antreffen?

Astairre: In Kürze spielen wir einen Weekender, direkt nach unserem VÖ-Tag, in Magdeburg und Bonn.

Astairre (Copyright: Anna-Lisa Konrad)

Astairre (Copyright: Anna-Lisa Konrad)

Magdeburg wird cool, weil wir bislang wenig im Osten waren, und das da sehr spannend finden und gerne mehr von Land und Leuten sehen wollen.
Bonn wird cool, weil das ein tolles, kleines Indoor-Festival vom Green Juice ist, einem Open Air, wo wir letztes Jahr im Sommer gespielt haben. Da spielen ein paar super dufte Bands, wie Heisskalt und Blackout Problems mit, auf die wir uns schon freuen.

Am Wochenende darauf, am 08. April, gibt’s dann unsere eigene Record-Release-Show im Artheater in Köln mit Macky Messer und Coppersky – da ist die Vorfreude natürlich sowieso riesig!

Im Frühjahr gibt’s meistens weitere Club-Shows sowie im Sommer natürlich Festivals …

Christopher: Nun kommen unsere Keywords. Man stelle sich vor, wir würden euch Wörter an den Kopf werfen, die uns spontan eingefallen sind, als wir über dieses Interview nachgedacht haben. Bitte schreibt kurz unter jedes Wort, was euch dazu einfällt:

Freunde

Siehe erster Song der EP.

(Die) Gesellschaft

…ist schuld, dass wir so sind. Ha!

Punk

Unsere Wurzeln und mehr als nur musikalische Heimat.

Musikindustrie

Notwendiges Übel. Wenn man mit den richtigen Leuten arbeitet, und das tun wir, dann ist es glücklicherweise viel mehr als das.

Popkultur

Fieses und so furchtbar nichtssagendes, neo-liberales Schlagwort, unter dem sich von Revolverheld bis Pantera alles subsummiert. Wir gehören da somit auch mit herein. Uff!

Familie

Ein und Alles.

Mainstream

Och nö!

Humor

wird – das weiß jeder, der uns kennt – bei uns GROSS geschrieben.

1984

Geburtsjahr von 2/3 Astairre.

Entscheidungen

sind da, um getroffen zu werden. Die einfachen tun gut, die schlimmen können zerreißen.

Wir bedanken uns für das Interview!

 

Video

Details

Astairre – Homepage
Astairre – Facebook

Diskografie:

2007 – Wir gehen unter – kommst du mit?
2015 – So lange wir noch funktionieren

Copyright Artikelbild: Unter Schafen Records / Astairre



Über den Autor

Christopher





 
 

 

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