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30. Dezember 2022

Comic-Highlights des Jahres 2022

Es ist wieder diese Zeit im Jahr

Ein abermals ereignisreiches Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Nach mittlerweile gefestigter und bewährter Tradition möchten wir euch zum Ausklang des Jahres natürlich wieder unsere – rein subjektive – Bestenliste aus der Welt der Neunten Kunst präsentieren.

Es handelt sich dabei – wie gewohnt – um einen Querschnitt unserer wöchentlichen und monatlichen Besprechungen und Analysen. Bei Interesse können die vollständigen Artikel dementsprechend nachgelesen und erkundet werden.

Auch für das Jahr 2022 gibt es wieder die doppelte Ladung an Highlights, wodurch unsere Empfehlungen immer vielfältiger werden.

Und nun wollen wir uns ohne weitere Umschweife den diesjährigen Höhepunkten widmen.

Fabians Top 10

10. The Me You Love in the Dark: Eine finstere Romanze

In diesem Jahr macht eine Image Comics-Miniserie von Autor Skottie Young und Zeichner Jorge Corona, hierzulande erschienen unter dem Titel „The Me You Love in the Dark – Eine finstere Romanze“ (Splitter Verlag), den Auftakt.

Die aufstrebende Künstlerin Rowena „Ro“ Meadows bezieht auf der Suche nach Inspiration ein finsteres Spukhaus. Die Geschichte verhält sich zum Thema „Künstler in der Einsamkeit“. Nach einer Krise in der Schaffensphase führt der Tapetenwechsel zu ungeahnten Motiven und neuen Höhenflügen, aber auch zu Isolation und Einsamkeit.

Die Lektüre ist zwar zügig beendet und die Auflösung womöglich etwas vorhersehbar. Dessen ungeachtet ist das Ganze stilsicher und spannend inszeniert und entwickelt eine erstaunliche Sogwirkung.

9. DC Schocker: Das Haus am See 1

In eine auf den ersten Blick ähnliche Richtung geht es mit dem Auftakt der Serie „The Nice House on the Lake“, auf Deutsch erschienen unter dem Titel „DC Schocker – Das Haus am See 1“ (Panini Comics).

In der ausgezeichneten und von Top-Autor James Tynion IV erdachten Horrorgeschichte lädt der mysteriöse Walter Bekanntschaften aus seinem Leben in ein traumhaftes Haus an einem abgelegenen See ein. Die Partystimmung ebbt jedoch zügig ab, als die Gruppe feststellt, dass außerhalb ihrer dekadenten Behausung die Welt zugrunde geht.

Die ersten sechs Kapitel stecken voller Mystery und übernatürlichem Horror. Wer es nicht zwingend auf blutrünstiges Gemetzel, sondern eher auf eine atmosphärische und spannungsintensive Lektüre abgesehen hat, ist hier an der richtigen Adresse.

8. Batman und die Ritter aus Stahl 1

„Wenn man das Spiel um Throne spielt, gewinnt man, oder man stirbt.“

Mit dem Auftakt zu seiner Alternativweltgeschichte „Batman und die Ritter aus Stahl 1“ (Panini Comics; US-Titel: „Dark Knights of Steel #1-6“) katapultiert „Elseworlds“-Experte Tom Taylor sämtliche wesentlichen DC-Figuren rund um Wonder Woman, Batman, Superman & Co. in ein fantasievolles, mittelalterliches Setting.

Die Serie kommt im Fahrwasser von „Game of Thrones“ bzw. „House of the Dragon“ daher und als Schauplatz das Königreich El, in welchem Batman als des Königs wichtigster Ritter fungiert.

Taylor modifiziert etliche Kleinig- und „Großigkeiten“ im Hinblick auf die großen Comic-Ikonen des Verlags und inszeniert gemeinsam mit den Zeichner:innen Yasmine Putri und Bengal epische Fantasy voller Ritter, Magie und Intrigen.

7. Der Joker 1: Töte den Joker!

An der Seite seines Kollegen Matthew Rosenberg legt Autor James Tynion IV für den Clownprinz des Verbrechens den Start in eine neue Ära des DC-Universums („Infinite Frontier Special“) vor: „Der Joker 1: Töte den Joker!“ (Panini Comics).

Nachdem der Joker im Arkham Asylum einen tödlichen Gasanschlag verübt haben soll, kommt es zur großen Joker-Jagd. Insbesondere wird Jim Gordon angeheuert, den Verbrecherclown zur Strecke zu bringen.

Streng genommen handelt es sich nicht nur zu Beginn, sondern durchgehend um eine „Jim Gordon“-Reihe. Die Autoren stürzen sich mit großer Lust und Leidenschaft auf das Meisterwerk „The Killing Joke“ und arbeiten sich gekonnt an der schmerzhaften Geschichte zwischen Gordon und Joker ab. Gespickt ist das Ganze von unmittelbaren visuellen Zitaten, Referenzen und Hommagen, die die Zeichner Guillem March und Francesco Francavilla virtuos in die Geschichte einflechten.

Während die Bände 2 und 3 dieser Serie die hohen Erwartungen nicht mehr gänzlich erfüllen konnten, ist mit diesem Buch ein sensationeller Auftakt geglückt.

6. The Department of Truth 1: Das Ende der Welt

Und noch ein weiteres Mal hat es James Tynion IV in unsere Liste geschafft – ein echter Tausendsassa der letzten Jahre.

In „The Department of Truth 1: Das Ende der Welt“ (Splitter Verlag) geht es wie so oft bei dem langjährigen Autor der Bat-Familie mysteriös, bizarr und fantasievoll zu. Der Dozent und FBI-Ausbilder Cole Turner wird von einer Geheimorganisation abgeworben: The Department of Truth. Hierdurch wird er in die Lage versetzt, hinter den Vorhang der Welt zu schauen und die dortigen Vorgänge und Organisationen ängstigen ihn.

Fake News, die Manipulation der öffentlichen Meinung und Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur. Hier legt James Tynion IV den Finger in die Wunde und arbeitet sich an allerhand geschichtsträchtigen, aber auch aktuellen Verschwörungstheorien ab. Die zeitgeistige und spannende Prämisse wird durch ein mysteriös-fesselndes Konzept abgerundet.

5. Catwoman: Lonely City 1

Ja, es gibt hier auch Comicbücher, an denen James Tynion IV nicht beteiligt gewesen ist. So zum Beispiel unser Platz 5 mit „Catwoman: Lonely City 1“ (Panini Comics).

In der Alternativweltgeschichte von Cliff Chiang – als Autor und Zeichner in Personalunion – sehen wir eine 55-jährigen Catwoman Selina Kyle, die zehn Jahre lang im Blackgate-Gefängnis brütete. In einem dystopischen Überwachungs- und Polizeistaat versammelt die einstige Meisterdiebin ein ungewöhnliches Einsatzteam.

Nicht nur aufgrund der düsteren Zukunftsvision oder der gealterten Helden und Schurken, sondern insbesondere aufgrund des Comebacks von Catwoman Selina Kyle drängen sich die Vergleiche zu Frank Millers stilprägendem Meisterwerk „Batman: The Dark Knight Returns“ auf. Chiangs Auftakt zu dieser eigenständigen Saga kommt hingegen immer wieder humorvoll und weniger verbissen und düster daher.

Mit derlei Titel bleibt das Black Label von DC jedenfalls ein Garant für künstlerische Höhepunkte.

4. Tokyo Ghost

Es dürfte jeder Comic-Fan hellhörig werden, wenn er die Namen des hiesigen kreativen Dream-Teams aus Rick Remender, Sean Murphy und Matt Hollingsworth zu hören bekommt. Und trotz dieses regelrechten Starensembles sind seit der Erstveröffentlichung im September 2015 einige Jahre ins Land gegangen, bis mit dem Kompendium „Tokyo Ghost Complete Edition“ (Splitter Verlag) alle zehn Hefte der Serie in Deutschland erschienen sind.

Die Serie ist geprägt von unbändiger Erzähllust, überbordender Fantasie sowie philosophischen und gesellschaftskritischen Zwischentönen.

Setting: Die Inseln von Los Angeles, 2089. Eine dystopische Zukunft. Die Menschheit strebt und verzehrt sich nach technologischem Fortschritt und Weiterentwicklung.

Remender verhandelt gekonnt das Nebeneinander von Natur und Großstadtdschungel, die Konflikte zwischen Maßlosigkeit und Mäßigung sowie zwischen Tradition und Moderne. Das dynamische, farbenfrohe Artwork von Murphy und Hollingsworth ist geradezu berauschend krawallig.

Mit der gesammelten Ausgabe von „Tokyo Ghost“ erhält die geneigte Leserschaft eine gehaltvolle, gedankenreiche und wuchtige Dystopie.

TOP 3

3. H.P. Lovecrafts Der Schatten über Innsmouth

Die Bronzemedaille geht in diesem Jahr an den preisgekrönten Mangaka Gou Tanabe mit seiner Adaption „H.P. Lovecrafts Der Schatten über Innsmouth“. Nach einem Jahr Unterbrechung (zuvor: „Comic-Highlights des Jahres 2020“) stellt dies eine Rückkehr des Künstlers in unsere Bestenliste dar.

In dieser Lovecraft-Adaption macht ein junger Mann eine Rundreise durch Neuengland. Im Zuge dessen besucht er historische Stätten und folgt den Spuren seiner Vorfahren, um einen Stammbaum seiner Familie aufzustellen. Sein Weg führt auch über Innsmouth, eine Hafenstadt, die blasphemische und schauerliche Gerüchte umgibt.

Thematisch haben wir es – auch hier – mit dem berüchtigten kosmischen Mystery-Horror aus Lovecrafts Feder zu tun, welcher seinen Niederschlag in einer vom Zerfall gezeichneten, finsteren und von Menschen verlassenen Hafenstadt findet. Wie so oft verhandelt auch diese brillante Schauergeschichte die Angst vor dem Unbekannten und Bedrohlichen. Atmosphärisch dicht und mit psychologischer Eindringlichkeit gelingt es Gou Tanabe, mit seinen Bildern eine besondere Sogwirkung zu entfalten, die die Leserschaft tief in diese übersinnliche Gruselgeschichte hineinzieht.

2. Monster

Silber geht in diesem Jahr an das Opus magnum des britischen Comickünstlers Barry Windsor-Smith, das sich über rund 35 Jahre in der Entwicklung befand. Der 366-seitige Brocken „Monsters“ – bzw. hierzulande „Monster“ (Cross Cult) – kommt schon auf den ersten Blick überformatig, unkonventionell und eindrucksvoll daher. Und auch inhaltlich-gestalterisch handelt es sich bei dem ersten Buch des Altmeisters seit 16 Jahren um ein in jeder Hinsicht opulentes und ausschweifendes Werk.

Der einfältige und sanftmütige Bobby Bailey möchte sich beim Militär einschreiben. Das Rekrutierungsbüro hat jedoch andere Pläne für den verzweifelten jungen Mann. Statt einer normalen Laufbahn als Soldat wird für den entbehrlichen Bobby die Rolle als Versuchskaninchen in einem Supersoldaten-Experiment auserkoren.

In einer wahnsinnig facettenreichen, tiefgreifenden und berührenden Geschichte setzt der Künstler zu einer tiefenpsychologischen Betrachtung an. Windsor-Smith verhandelt das Grauen und die Gewalt aus Nazi-Deutschland ebenso wie die abscheulichen Grausamkeiten im intimen Kreis einer Familie.

„Monster“ ist zweifellos ein wahres Comic-Highlight und auch das Meisterwerk im Œuvre des Künstlers.

1. Karmen

Bereits kurz nach der Lektüre im Sommer habe ich „Karmen“ aus der virtuosen Feder von Guillem March als das beste Comicbuch des bisherigen Jahres hervorgehoben. Was soll ich sagen, dieser Eindruck hat sich nicht geändert oder verwässert, sondern allenfalls noch verstärkt.

Die junge Catalina sieht die Welt nur noch düster. Im Affekt begeht sie eine Verzweiflungstat – Selbstmord. Im Badezimmer erscheint ihr der unkonventionelle Engel Karmen. Es beginnt eine besondere Reise in die Zwischenwelt, auf der Cata mit Egoismus, Selbstmitleid und Selbstaufgabe konfrontiert wird.

Wohlverdient ist der oben bereits erwähnte „Joker“-Künstler Guillem March ein zweites Mal in dieser Liste und insbesondre auf dem ersten Platz gelandet. In dieser tragikomischen Geschichte beschäftigt sich der Künstler mit besonderer Einfühlsamkeit und Hingabe mit dem schwierigen Thema Selbstmord. „Karmen“ ist dabei gleichermaßen intim, berührend und anspruchsvoll sowie spielerisch, humorvoll und voller Tragik. Ein kühner Spagat, der bei solch einem heiklen Themenkomplex wohl kaum einem anderen Künstler geglückt wäre.

Überdies ist das fantastische Artwork des Künstlers von einer unvergleichlichen Akribie und Detailverliebtheit gekennzeichnet. Chapeau!

Lars‘ Top 10 

Das Jahr 2022 war sehr reich an Abwechslung, wenn auch etwas schwerer in der Waagschale für die Superhelden. Nichtsdestotrotz ist diese Top 10 eine bunte Auswahl meiner persönlichen Lieblinge dieses Erscheinungsjahres. Warum genau diese Werke? Sie haben mich entweder emotional sehr mitgenommen (in jeder Ausprägung), fasziniert was die Zeichnungen betrifft oder einfach mit sehr starken Figuren und Dialogen gepunktet.

Diese Liste ist in keinem Fall als Ranking zu verstehen, da Kunst an sich ja schwer zu vergleichen ist und überhaupt nur den eigenen Empfindungen nach „gut“ oder „schlecht“ ist.

Coda

Das dreiteilige High-Fantasy-Spektakel aus der Feder von Simon Spurrier und mit den überaus begabten Zeichenkünsten von Matías Bergeras ist einfach eine Wucht.

Es begleitet den vom Leben frustrierten und zynischen ehemaligen Barden Hum mit seinem Pentahorn Näg wie dieser versucht, ein Heilmittel für seine von einem Fluch befallene Frau zu retten. Die postapokalyptische Welt ist schrill, voller Fantasy-Wesen, die überspitzt alle Klischees aufs Korn nehmen.

Ein wahnwitziger Ritt in lauten Bildern und voller schrägem Humor – in großen Hardcover Alben bei Cross Cult veröffentlicht.

Scumbag

Diese bei Panini Comics erscheinende Reihe ist alles das, was man am Schreibstil Rick Remenders aus „Deadly Class“ kennt – und noch viel mehr.

Der absolut verkommene und wohl unangenehmste Mensch ganz New Yorks, Ernie Ray „The Scumbag“ Clementine, wird wegen einer Verwechslung seiner Heroin-Spritze mit einer geheimen Substanz zum Agenten. Denkbar fraglich, ob dieser egoistische und völlig morallose Mensch irgendetwas für das Bestehen der Welt unternehmen wird.

Dieses Projekt zeichnet sich außerdem durch eine Top-Riege von Zeichnern aus, die bewusst jedes Heft wechseln, aber eine homogene, sich aufeinander einstellende Fusion der Stile beweisen.

Biaoren

Das chinesische Historienepos wurde endlich fortgeführt und hält das bisherige Niveau spielend. Das Debütwerk des Xu Xianzhe erscheint als Manhua bei Chinabooks und ging mehr als bisher gewohnt auf historische Gegebenheiten ein.

Die Staatskrise der bald kollabierenden Sui-Dynastie ist in vollem Gange. Der in Ungnade gefallene ehemalige kaiserliche Elite-Kavallerist Daoma begleitet den Revolutionsführer Zhishilang zur damaligen Hauptstadt, während sie ihrerseits von den Schergen des Kaisers verfolgt werden.

Großartige Bilder treffen auf geschicktes Erzählen.

Eine Geschichte

Der italienische Künstler Gipi nimmt in der Welt der Graphic Novel einen eigenen Platz ein. Seine Geschichten sind subversiv, psychologisch fordernd und philosophisch reich. Sie bewegen sich zwischen Fakt und Fiktion und zeigen in wahnsinnig präzisen Bildern Gefühle und Atmosphäre wie bei kaum einem anderen.

Diese beim Avant-Verlag veröffentlichte „Eine Geschichte“ befasst sich mit transgenerationellen Traumata, psychischen Erkrankungen und einer Suche nach Identität in den Grautönen dieses Geflechts aus Familiengeschichte und eigener Gegenwart. Fabelhafte Aquarelle schmiegen sich zwischen stilisierte Zeichnungen bestehend aus einer Linie.

Human Target

Das Genre Crime-Noir scheint immer wieder Fans und Enthusiasten zu finden. So auch diese von Tom King wunderbar geschriebene und grandios von Greg Smallwood illustrierte Kriminalgeschichte im DC-Kosmos.

Es ist ein Crime-Noir Fall, wie er per Definition geschrieben werden sollte. Ein unausweichliches Ende, eine Femme fatale, ein stets die Fassung wahrender und sehr cooler Detektiv auf der Suche nach einem Mörder. Das Besondere ist, dass Christopher Chance alias Human Target seinen eigenen Mörder sucht.

Selten finden sich so gut geschriebene Dialoge – gepaart mit einem visuellen Charme – dieser Klasse in einem Werk.
Diese bei Panini Comics erscheinende Mini-Serie in zwei Bänden ist jeden Blick Wert.

Die verlorenen Briefe

Jeder kennt das schmerzende Gefühl, sich einzugestehen, dass sich eine unbequeme und schmerzende Realität irgendwann nicht mehr leugnen lässt. Der Künstler Jim Bishop verarbeitete seine Jahre der Identitätssuche in diesem Werk in wirklich malerischen Bildern, die an das Ghibli-Verse erinnern.

In einer verträumt schönen Welt maritimer Seligkeit bewegt sich der Junge Iode Sea auf der Suche nach scheinbar verlorenen Briefen seiner Mutter. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Verzweiflung, Verlust und Hoffnung, erschienen im Cross Cult Verlag.

Ein Sack voll Murmeln

Auch dieses Jahr sind wieder zahlreiche historische Werke erschienen. Das herausstechende und sehr berührende Werk „Ein Sack voll Murmeln“ über zwei Brüder aus Frankreich zeigt die von Joseph Joffo in seinen Memoiren geschilderten eigenen Erlebnisse.

Diese Adaption von Kris und Vincent Bailly erschien im hochwertigen Hardcover bei Bahoe Books.

Die Wirrungen und Schicksale der Menschen im Vichy-Regime sind zahllos. Sie sind immer bewegend und bedrückend. Diesem Werk gelingt es mit seinen schmuckvollen Bildern darüber hinaus zu wirken. Ebenso ist es eine gelungene Lektüre für einen didaktischen Kontext.

Lone Wolf & Cub (Master Edition)

Das japanische Urgestein aller Samurai-Epen ist nun endlich in Deutschland. Der Panini Verlag hat mit der Master Edition einen wirklichen Treffer gelandet. Das historisch dichte Werk (dichter in seiner Atmosphäre als jeder Samurai-Film jemals) wird nun in allen 12 Sammelbänden erscheinen. Grandiose Zeichnungen von Gôseki Kojima verbinden sich mit der reduzierten und viel Samurai-Ethos verkörpernden Geschichte des Kazuo Koike.

Sie ist aus vielerlei Gründen eine prägende Reihe für die Popkultur und eines ganzen Genres von Storys. Ein Muss für alle Japan-Fans.

Karmen

Das über einen Zeitraum von fünf Jahren entstandene Werk von Guillem March ist einfach tadellos. Die nicht ganz unbekannte und auch scherzhaft referenzierte Geschichte „Christmas Carol“ von Dickens ist der verstaubte Onkel dieser Graphic Novel.

Gnadenlos schöne Perspektiven, die einen Ausblick über wahnsinnig detailverliebte Ansichten der Stadt Palma bieten, saugen einen mit Fernweh in die Geschichte. Immer wieder fließen Bewegungen im gerade sehr modernen „De Luca-Effekt“ über die Seiten und beleben die Szene, die im Kern eine sehr ernste Thematik behandelt.

„Karmen“ ist einfach ein überaus gelungenes Werk; in Kolorierung, Zeichnungen, Inszenierung und Erzählstruktur einfach großartig.

Simon vom Fluss

Selten nur bekommt man mit dem Kauf eines Comics so viel Comic-Geschichte. Diese beim Verlag Cross Cult erscheinenden Hardcoverausgaben sind alles, was man sich wünschen kann. Es ist ein hochwertiger Reprint von teilweise in Deutschland unveröffentlichten Werken des franko-belgischen Künstlers Claude Auclair. Dieser prägte mit seinen Geschichten um seinen Helden Simon, die eine Postapokalypse zeigen, die kunstvolle Kritik an der Gesellschaft der 60er und 70er Jahre im Comic. Die großen Dossiers vor den Geschichten geben den Leser:innen viel Wissen zur Comicszene dieser Zeit in Frankreich und Belgien und beweisen, wie viel Mensch und eigene Geschichte in jedem Kunstwerk stecken.

Eine schrecklich schöne Welt, wie man sie nur selten zu sehen bekommt, in Bildern mit Retro-Charme, den man sich nur wünschen kann.

Schlussworte 

Und das war(en) sie, unsere Hitlist(s) des Jahres 2022. Wir hoffen, ihr findet auch in diesem Jahr noch die eine oder andere Empfehlung für eure eigene Sammlung oder den einen oder anderen Geschenktipp.

Was waren Eure liebsten Comicbücher oder -Reihen des Jahres? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren mit!

Zum Abschluss wünschen wir euch ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2023.

Bleibt uns gewogen und bleibt gesund!



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)




 
 

 

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