Review

Ja, ich weiß … es gibt einfach dutzende X-Men Serien. Und da die Superhelden Comics in Deutschland endlich die verdiente Popularität gewinnen, bekommen auch wir Deutsch-Leser immer mehr Titel aus dem „Haus der Ideen“ auf den Tisch gebrettert. Und das ist auch gut so. In der aktuellen Sonderband Serie der X-Men veröffentlicht Panini Comics die US-Serie mit dem schlichten Titel „X-Men“. Keine „Uncanny“, keine „All New“, keine „Astonishing“, einfach nur „X-Men“. Dahinter verbirgt sich eine Serie, die sich den Abenteuern eines reinen Frauen-Teams rund um Ororo „Storm“ Munroe, Jubelee, Rachel Grey und vielen anderen widmet.

Seit dem „Marvel Now!“ Neustart wurde „X-Men“ von Brian Wood geschrieben, der in diesem dritten Sonderband seinen Abschied feiert. Auch wenn Wood bereits viel Erfahrung bei Marvel gesammelt hat und sich vor allem auf der Spielwiese der von allen geliebten Mutanten aus Westchester ausgetobt hat, ist er den meisten Lesern doch vor allem durch seine beeindruckenden Arbeiten an Titeln wie „DMZ“ oder „Northlanders“ für Vertigo im Gedächtnis geblieben. Der Mann kann schreiben, das wissen wir. Sein Händchen für Charaktere wünschen sich so manche junge Autoren. Doch nicht alles, was der Mann zur Welt bringt, verdient gleich eine Heiligsprechung.

Da ist der kleine Shogo noch munter und unbesorgt. (Copyright: Panini Comics / Marvel Comics)

Hier ist der kleine Shogo noch munter und unbesorgt. (Copyright: Panini Comics / Marvel Comics)

Der neue Band beinhaltet die US-Ausgaben 13 bis 17 und somit zwei parallel laufende Geschichten, „Blutlinie“ und „Bromo-Superior“.
Storm ist noch immer Rektorin der Jean Grey Schule und bekommt es endlich gerissen, das neue reine Frauen-X-Men-Team offiziell zu machen. Währenddessen wird in der Schule ein Attentat verübt, von einem mysteriösen Typen, der sich selbst „Future“ nennt und behauptet, „Shogos“ (das neue Ziehkind von Jubelee) Vater zu sein. Dieser entführt Kind und Ziehmutter anschließend und will mit den X-Men einen Deal abschließen, der ihn sicher aus der misslichen Situation rausboxen soll. Man kann sich natürlich denken wie das ausgeht, wenn man versucht, Figuren, die sich selbst „Storm“ und „Psylocke“ nennen, zu erpressen.
In der zweiten Story („Bromo-Superior“) geht es um die Jungspunde „Hellion“, „Anole“, „Broo“ und „Rockslide“, die sich im Gefahrenraum einer unerwartet intensiven Trainingseinheit aussetzen, da sie nach dem Attentat für die Zukunft gewappnet sein wollen.

Wood kann mit seiner letzten Story an den mutierten Damen leider nur mäßig überzeugen. Etwas zu beliebig kommt die Geschichte daher, zumindest gegenüber den Erwartungen, die man sonst an seine Arbeiten hat. Auch wenn das Thema Zeitreisen schon immer Teil der X-Men Mythologie war, verliert sich so langsam die Schlüssigkeit in manchen X-Men Nebentiteln wie dieser Serie hier. Kymera, Storms Teenager Tochter aus der Zukunft, wusste um das bevorstehende Attentat, sagt jedoch nichts, um die Zeitlinie nicht zu stören, bleibt aber in der Vergangenheit, obwohl sie die Chance hatte, wieder in die Zukunft zu reisen und somit jeglicher Interferenz aus dem Weg zu gehen. Future überzeugt als Villain eher wenig und so zieht sich der Band leider zum Ende hin etwas.

Am Artwork waren wieder viele Künstler beteiligt, der aufstrebende Clay Mann stach jedoch wie gewohnt heraus. Dessen Zeichnungen sind einfach schön anzusehen. (Ob seine Eltern wussten, dass ihr Sohn mal wie ein In Flames Album heißen würde?)

Schade, dass Wood mit einer eher mittelmäßigen Arbeit abtritt. Da er künftig Warren Ellis‘ „Moon Knight“ übernimmt, wird sich zeigen, ob er hier interessantere Storys aus dem Ärmel schüttelt. Im nächsten X-Men Sonderband dürfen wir zumindest Marc Guggenheim („Wolverine“, „Arrow“) als neuen Kreativen begrüßen. Bleibt zu hoffen, dass dies etwas Aufwind beschert.

Inhalt

Als ein Mann namens Future die X-Men unter Beschuss nimmt und einen Konflikt der Generationen heraufbeschwört, wird Jubilees schlimmster Albtraum bittere Realität. Storm sieht nur eine Lösung: Sie muss aus der Jean-Grey-Schule eine Armee formen. Und am Ende muss die Zukunft neu geschrieben werden.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Wood
(* 29. Januar 1972 in Essex Junction, Vermont) ist ein US-amerikanischer Comicautor, -zeichner und Grafikdesigner. Er ist hauptsächlich für seine Arbeit als Autor von Comics wie „DMZ“ und „Northlanders“ bekannt. Er lebt in Brooklyn, New York.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Wood – Homepage
Brian Wood – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 10.02.2015
Originalausgaben: US X-Men 13-17
Seitenzahl: 116
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics / Marvel Comics

Copyright Cover: Panini Comics / Marvel Comics



Über den Autor

Emu
Emu
“Only nothing is impossible.” - Grant Morrison