Review

X-Men-Filmreihe

Elemente aus dem X-Men-Klassiker X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“ wurden bereits in Bryan Singers Film X-Men 2″ aus dem Jahr 2003 aufgegriffen, der kosmische Feuervogel war maßgeblicher Bestandteil des letzten Teils der alten Trilogie X-Men: Der letzte Widerstand von Brett Ratner und wird – voraussichtlich im nächsten Sommer – die Inspirationsquelle und direkte Vorlage für den neuesten Streich der X-Men-Filmreihe, X-Men: Dark Phoenix“ sein.

Während vormals Famke Janssen die Rolle der Jean Grey alias Phoenix spielte, ist nunmehr „Game of Thrones“-Star Sophie Turner in der Rolle des mystischen Phoenix zu bestaunen. Ebenjene Jean Grey und die zerstörerische, kosmische Phoenix-Kraft sind auch der Fokus der Dark Phoenix-Saga.

Die Dark Phoenix-Saga

In X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“ beginnt alles damit, dass der mysteriöse Geheimbund namens Hellfire Club nach der Weltherrschaft strebtSo weit, so unspektakulär.

Um ihr Ziel zu erreichen, will sich diese illustre Runde reicher und einflussreicher Männer der begabten X-Men und insbesondere Jean Greys bemächtigen. Jean, mittlerweile auch bekannt als Phoenix, verfügt über außerordentliche Kräfte im Bereich der Telepathie und Telekinese und besitzt scheinbar unbegrenztes Potenzial, weshalb sie auch als mächtigstes Mitglied der X-Men gilt. Doch Jean Grey hat mittlerweile eine Macht erlangt, die bedrohlich und unbegreiflich ist und daher auch die Existenz des gesamten Universums gefährdet. Können die übrigen X-Men ihre Teamkameradin noch retten?

Indes müssen sich Professor Charles Xavier, Cyclops, Wolverine, Nightcrawler und Co. dann auch entscheiden, ob das Leben ihrer Freundin mehr wert ist als der mögliche Tod des ganzen Universums …

Würdigung

Die Ansätze und Eigenarten von X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“ sind unbestreitbar ein Klassiker. Die Ideen von den Schöpfern Chris Claremont und John Byrne rund um Jean Grey und ihre unfassbaren Kräfte sind immer wieder aufgegriffen und verwertet worden. Nicht nur filmische Umsetzungen gab es schon und wird es geben, auch in der Welt der Comics hat sich der mystische Phoenix schon ein ums andere Mal aus der Asche erhoben. Meist zur Freude der X-Men-Fans, denn immerhin bietet die zerstörerische, kosmische Phoenix-Kraft eine wunderbare Grundlage für spektakuläre und packende Geschichten.

Aber…

Leseprobe aus „X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“ (Copyright: Panini Comics)

Doch jetzt kommt das große Aber. X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“ ist durch und durch ein Comic-Kind der 80er. Das muss man mögen. Denn das will heißen: Die Geschichte ist unglaublich textlastig und überlässt nun wirklich nichts der Fantasie des Lesers. Dadurch gerät der Lesefluss immer wieder ins Stocken und das Ganze wirkt reichlich hölzern, wenn in zahlreichen Panels erklärt wird, was ohnehin zu sehen ist.

Das typische 80er-Popart-artige Artwork von Zeichner John Byrne weist einen klassischen Charme auf. Dieses bietet aber keinen Anlass für Beanstandungen. Man sollte sich damit zwar anfreunden können, aber das sollte nicht das Problem sein.

Fazit

Die einflussreiche Story um das Kind von Licht und Finsternis, die lodernde Inkarnation unbegrenzter Macht, ist zwar die Vorlage für Hollywood-Blockbuster und andere Comics geworden, doch leider nicht so gut gealtert, wie manch anderer Comic-Klassiker aus den 80ern oder 90ern. Zwischendurch ist der X-Men-Klassiker immer mal wieder ein zähes Lesevergnügen.

Komplettisten und Sammler haben jetzt dennoch die Möglichkeit, X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“ in überarbeiteter Neuauflage bei Panini Comics zu erwerben.

Trailer

Inhalt

Der X-Men-Klassiker in überarbeiteter Neuauflage!

Jean Grey war gestorben und wieder auferstanden. Jetzt ist sie Phoenix, Kind von Licht und Finsternis, lodernde Inkarnation unbegrenzter Macht. Doch als ein alter Erzfeind mit dem Feuer spielt, um seinen Wert zu beweisen, bekommt er mehr, als er erwartet hat. Und am Ende müssen die X-Men entscheiden, ob das Wohl ihrer Gefährtin über dem des Universums steht.

(Quelle: Panini Comics)

DIE MACHER

CHRIS CLAREMONT
Der Comic- und Roman-Autor Chris Claremont kam 1950 in London zur Welt. Als er drei Jahre alt war, emigrierte die Familie in die USA. In der Hoffnung, später Regisseur zu werden, studierte Claremont am Bard College Politik und Schauspiel. 1969 begann er als Laufbursche bei Marvel auszuhelfen. Nach diversen Assistenztätigkeiten verfasste er vier Jahre später sein erstes eigenes Skript für Daredevil 102. Kurz darauf gelang ihm an der Seite von John Byrne mit der Serie Iron Fist der Durchbruch und Chefredakteur Len Wein heuerte ihn als Autor der X-Men an. Claremont blieb dem Titel insgesamt 16 Jahre erhalten, länger als jeder andere. Nebenbei schrieb er die Reihen New Mutants, Excalibur, Wolverine, Marvel Team-Up, Spider-Woman und Ms. Marvel. In dieser Zeit schuf der gebürtige Brite nicht nur zahlreiche bedeutende Charaktere wie Rogue, Emma Frost, Captain Britain, Gambit, Kitty Pryde, Mystique, Phoenix, Psylocke oder Sabretooth, sondern er machte das Mutanten-Franchise auch zur beliebtesten Marke von Marvel. 1991 erschien in Co-Produktion mit Zeichner Jim Lee ein neues X-Men 1, dank einer Auflage von acht Millionen der meistverkaufte Comic aller Zeiten. Nach Differenzen mit Lee kehrte Claremont dem Haus der Ideen den Rücken und wurde für andere Verlage tätig. Von 1995 bis 1998 brachte er Sovereign Seven für DC zu Papier, bevor er wieder zu Marvel zurückkehrte. Dort widmete sich Claremont zunächst Fantastic Four und schließlich erneut den X-Men. 2010 veröffentlichte er mit Superstar Milo Manara den Comic-Band X-Women.

JOHN BYRNE
Comic-Legende John Lindley Byrne wurde ebenfalls 1950 in Großbritannien geboren. Acht Jahre später wanderten seine Eltern nach Kanada aus. 1970 schrieb er sich am Alberta College für Kunst und Design in Calgary ein. Noch während des Studiums publizierte Byrne sein erstes Comic-Heft ACA Comix 1. Danach begann er als Freelancer für Skywald und Charlton zu arbeiten. Sein ungeheures Talent blieb Marvel nicht verborgen. Mitte der 70er engagierte ihn Produktionsmanager John Verpoorten für eine Iron Fist-Ausgabe von Marvel Premiere. Im Anschluss setzte Byrne die Serien Iron Fist, Champions, Marvel Team-Up und den Scifi-Helden Star-Lord in Szene, der ihn erstmals mit Tuscher Terry Austin zusammenführte. Nachdem er 1977 bei den X-Men eingestiegen war, erlangte er rasch den Status eines Superstars. Parallel entstanden denkwürdige Arbeiten für Avengers und Captain America, bevor er die X-Men verließ, um zunächst Fantastic Four, dann Alpha Flight und Incredible Hulk zu verfassen und zu zeichnen. 1986 erfüllte er sich einen Jugendtraum mit der Modernisierung von Superman für DC, wo er 1980 bereits eine Batman-Miniserie umgesetzt hatte. 1989 kehrte Byrne zu Marvel zurück und übernahm die Serien West Coast Avengers, The Sensational She-Hulk, Namor und Iron Man. Von 1991 bis 1992 beerbte er Chris Claremont als Autor der X-Men. Ab 1995 überarbeitete er für drei Jahre Wonder Woman und die New Gods von DC. Es folgten u. a. Amazing Spider-Man, X-Men: The Hidden Years, JLA, Doom Patrol und Action Comics. Zu seinen aktuelleren Werken zählen neue Foto-Comics aus alten Star Trek-Szenen. 2015 wurde Byrne in die Will Eisner Hall of Fame aufgenommen.

(Quelle: „X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“, Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 18.09.2018
Originalausgaben: Uncanny X-Men 129-138
Seitenzahl: 220
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)