Review

Monatelang hielt sich der praxisorientierte Sex-Ratgeber „Das Buch der Strafen“ von Autor und SM-Szene-Kenner Woschofius auf Platz 1 in der Amazon-Bestseller-Liste. Auf der Suche nach erotischen Anreizen fanden zahlreiche Leser darin 222 Aufgaben und Strafen, um im Schlafzimmer oder andernorts frischen Wind einkehren zu lassen. Nach dem Motto „keine Strafe ist auch keine Lösung!“ legt Woschofius nun mit „Das Buch der Strafen 2“ nach und präsentiert damit „365 Strafen – Eine Strafe für jeden Tag“.

Wie bereits sein Vorgänger überzeugt auch Band 2 mit seinem gelungenen Aufbau, der sowohl ein strukturiertes Lesen als auch eine gezielte Auswahl nach eigenen Vorlieben ermöglicht und stets einen umfassenden Überblick über u.a. Dauer, Kosten und Utensilien der jeweiligen Aufgabe bietet. Der Schwierigkeitsgrad der aufgezeigten Strafen nimmt im Verlauf des Buches ebenso wie die Spezialisierung der Aufgaben zu. So beginnt „Das Buch der Strafen 2“ mit abwechslungsreichen Ideen für jedermann, denen sich die Kapitel „Jetzt geht es härter zur Sache“, „Jetzt wird es ekelig“, „Outdoor – Die Lust am Erwischtwerden“ und „Fremde Haut – Mitspieler erwünscht“ anschließen.

Irreführend daher der Untertitel des Buches, denn „eine Strafe für jeden Tag“ mag zwar von der Anzahl der hier vorgestellten 365 Erotikspielchen stimmen, da sich die Vorlieben, Neigungen und Möglichkeiten der Leser jedoch unterscheiden, ist ein striktes „Abarbeiten“ der 365 Ideen wohl weder realistisch noch ratsam.
Zudem beschränken sich die „Strafen“ nicht nur auf reine BDSM-Praktiken oder auf diesbezügliche Disziplinierungsmaßnahmen zur Steigerung der Erotik und Lust, sondern ebenso findet man – wie schon in Band 1 – erotische Anreize zum Aufpeppen des Sexlebens, die abseits des BDSM von prickelnden Sektspielen bis hin zum Strippen reichen.
Wer also meint, sich selbst oder seinen Partner jeden einzelnen Tag des Jahres mit einer neuen Idee, Aufgabe oder Strafe beglücken zu können, indem dafür einfach dieses Buch zur Hand genommen wird, der irrt, dafür erhält man immerhin aber ein abwechslungsreiches Sortiment an Möglichkeiten, die nach eigenem Befinden ausgetestet werden können.

Kritisierten wir bereits am ersten Band, dass viele der dort präsentierten 222 erotischen Aufgaben und Strafen nicht gerade vor Innovation strotzten, trifft dies auch auf den Nachfolger zu. Mehr noch wiederholt Woschofius in „Das Buch der Strafen 2“ einige seiner bereits im ersten Teil vorgestellten Ideen. Wenngleich er sie auch in einen anderen Kontext bettet oder mit minimalen Änderungen versieht, stößt man daher auf wenig Neues.

Für Diskussionen dürften – nicht nur bei Tierschützern – die Strafen „Regenwürmer im Slip“ und „Regenwürmer die Zweite“ sorgen. Wer sich wann, wie, was und wohin einführt, bleibt jedem im Grunde selbst überlassen, solange (wie Woschofius ebenfalls selbst häufig erwähnt) niemand anderes geschädigt oder zu Praktiken gezwungen wird. Doch ob Regenwürmer tatsächlich zu den „Dingen“ gehören sollten, die man zur Luststeigerung nutzen sollte, indem man sie sich in den Slip oder in den Mund legt, ist ein fraglicher Vorschlag des Autors, der in dieser Form und auch mit dem Hinweis darauf, die Tiere anschließend wieder freizulassen, im Buch nichts verloren hat.

Darüber hinaus wurde beispielsweise die Einleitung zum Kapitel „Fremde Haut – Mitspieler erwünscht“ im exakten Wortlaut aus dem ersten Band übernommen – hier lässt die Copy-&-Paste-Generation grüßen, was den Eindruck untermauert, die Erfolgswelle des ersten Teils weiterhin auskosten zu wollen, ohne sich dabei viel Mühe geben zu müssen.

Dieser Eindruck ist es auch, der die Leser, die bereits den ersten Band kennen, über die gesamte Länge von „Das Buch der Strafen 2“ begleitet. Wer also den ersten Teil kennt, erfährt hier nichts, was er nicht schön wüsste oder in Eigenregie und mit etwas Fantasie selbst variabler gestalten könnte. Somit bleibt eine Empfehlung für Band 1, während „Das Buch der Strafen 2“ getrost ignoriert werden kann.

Inhalt

„… Denn keine Strafe ist auch keine Lösung“

Nach dem sensationellen Erfolg des ersten Teils, der sich monatelang auf Platz 1 bei Amazon in den Bereichen SM und Beziehungen festsetzte, präsentiert der Autor nun ganze 365 Strafen – eine für jeden Tag!

Woschofius ist eine absolute SM-Szenegröße. Er beweist einmal mehr, dass Sex spannend, aufregend, anders sein kann und gibt atemberaubende Tipps, um neues Feuer ins Schlafzimmer zu bringen … oder den Autobahnparkplatz … den Supermarkt … den öffentlichen Personennahverkehr …

(Quelle: U-line Verlag)

Autor

Woschofius, 1963 in der Nähe von Stuttgart geboren, ist als tiefgründiger Künstler vor allem an einem interessiert: er möchte Geschichten erzählen. Geschichten aus Wort und Bild und Ton.
Vom Zeichnen kam er zur Fotografie und Musik. Von Gedichten zu Kurzgeschichten, Romanen und Veröffentlichungen in Zeitschriften.
Vor allem in der SM- und Fetischszene machte er sich so einen Namen, denn sowohl seine Bilder, als auch seine Geschichten und Gedichte handeln von der Erotik als Kunstform der Liebe und dem Fetischismus und Sado- Masochismus als Kunststil der Erotik.
So stellt er keineswegs Schmerz, Demütigung und Gewalt zur Schau, sondern das gemeinsame Erleben, sich Fallenlassen und Aufgefangen werden.

In seinem neuesten Werk „Das Buch der Strafen – 222 erotische Aufgaben und Strafen“, stellt er die 222 aufregendsten erotischen Sexspiele zusammen, die von kleinen, prickelnden, auch für Anfänger geeigneten Aufgaben, bis hin zu gewagten Szenarios reichen.

(Quelle: U-line Verlag)

Woschofius – Homepage
Woschofius – Twitter

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 01.09.2016
Seitenzahl: 238
ISBN: 978-3-944154-50-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Salax Verlag / U-Line Verlag

Copyright Cover: Salax Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde