Review

Das Ehepaar Finch hat sich mit „Wonder Woman“ ein ganz schönes Projekt vorgenommen. Nachdem Meredith Finch ihr Autorendebüt zunächst recht erfolgreich gab – Band 1 wusste einfach in allen Belangen zu begeistern – wurde es bei Band 2 schon ein wenig unrunder. Ob das Finale in „Wonder Woman – Göttin des Krieges 3“ nun noch mal das Ruder herumreißen kann?

Das letzte Abenteuer von Diana endete ziemlich im Chaos. Aber wie gut, dass es stets ein paar einleitende Worte gibt. So erfahren wir, dass der gerettete Zeke nicht nur eines von Zeus‘ unehelichen Kindern ist (das wissen wir bereits), sondern auch die Reinkarnation von Zeus selbst. Dazu ist er außerdem ziemlich mächtig, denn er verwandelt die ehemals abtrünnige Amazone Donna Troy in die neue Schicksalsgöttin und erweckt nebenbei ein paar andere tot geglaubte Götter wieder.

Bevor es jedoch im Olymp weitergeht, muss sich Wonder Woman zunächst noch um einen kleinen Giftanschlag kümmern. Allerdings erledigt sie das natürlich mit Bravour. So geht es dann schnell wieder zu den Göttern. Hier muss Diana feststellen, dass der kleine Zeke krank ist. Was für Menschenkinder in einem gewissen Rahmen normal ist, bringt hier aber alle völlig aus der Fassung. Weder Diana noch Hera können dem kleinen Mann spontan helfen.

Prompt gibt es für die Superheldin natürlich keine andere Aufgabe mehr. Verzweifelt greift sie nach jedem Strohhalm – und erwischt ausgerechnet die zwielichtige Göttin Hekate. Diese stellt ihr Aufgaben und verspricht Zeke wieder gesund zu machen, wenn Wonder Woman alle erfüllt. Jetzt könnte man natürlich ein bisschen misstrauisch werden, wenn man einer anderen Göttin Sphären stehlen oder Monster befreien soll … Aber Diana ist hier einfach völlig von der Rolle. Zum Ende hin wird der ausschlaggebende Grund noch mal deutlich: Sie will Mutter sein. Und deswegen Zeke um jeden Preis beschützen.

Grundsätzlich handelt es sich dabei natürlich um ein hehres Motiv. Aber auch etwas überraschend, wenn man auf die letzten zwei Bände schaut, die vom inneren Zwist einer Superheldin zwischen ihren Pflichten geprägt waren. Man fragt sich als Leser dann doch: Was ist denn eigentlich mit der Justice League? Und mit Clark Kent? Warum hat Diana eigentlich eine neue Rüstung, die sie nie trägt? Diese (und weitere) ursprünglich wichtigen Bestandteile fehlen hier völlig.

Leseprobe aus „Wonder Woman – Götting des Krieges 3“ (Copyright: Panini Verlag)

Auf den letzten Metern hat Meredith Finch also noch einmal ihre Story komplett umgepolt. Leider wirkt diese Wonder Woman nur noch aufgesetzt und blind. Noch dazu strickt die Geschichte zwar den einen oder anderen Plot-Twist, aber am Ende hebt sich alles irgendwie so geschickt auf, dass das gesamte Geschehen eigentlich irrelevant war. Sogar die Randstory um Donna Troy wirkt eher wie ein Lückenfüller. Unbefriedigend!

Immerhin bleibt die Story optisch auf hohem Niveau. Also zumindest bis zur Hälfte. Da übernimmt dann Miguel Mendonca die Feder. Dabei stellt er sich sicherlich auch ganz geschickt an, an die Arbeit von Finch reicht er aber einfach nicht heran.

Zugegeben, „Wonder Woman“ von den Finchs begann auf wirklich hohem Niveau, sodass die meisten Leser wohl dranbleiben werden (und auch sollten, immerhin will man ja wissen, wie genau es jetzt ausgeht). Dennoch wurde hier durch die Storyentwicklung enormes Potenzial verschenkt.

Handlung

Superhelden-Action und Mythen-Fantasy in einem!

In diesem Band stellt sich die Göttin des Krieges aus den Reihen der Justice League nicht nur irdischen Gegnern. Um den kleinen Zeke zu retten, nimmt es Diana auch mit allen überirdischen Gefahren auf. Zudem kehrt Ares zurück, der alte Gott des Krieges, und Donna Troy wandelt als Schicksalsgöttin über die Erde …

(Quelle: Panini Comics)

Autorin & Zeichner

Meredith Finch
ist eine kanadische Comicautorin.

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David Finch
(*4. Juli 1971) ist ein kanadischer Comicautor und -zeichner.

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Miguel Mendonca
ist ein spanischer Comiczeichner.

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Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 08.11.2016
Seitenzahl: 148
Storys: Wonder Woman 48-52
ISBN: 978-3741600258
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer