Review

In der modernen Welt der Menschen ist die schöne Amazonenprinzessin Diana von der Paradiesinsel Themyscira zur Superheldin Wonder Woman, einem Mitglied der Trinity und der legendären Justice League, dem größten Superhelden-Team des DC-Universums, geworden.

Von der Paradiesinsel direkt in die Hölle

Künstler Daniel Warren Johnson verfrachtet die kriegerische Amazone in seinem Endzeit-Szenario „Wonder Woman: Dead Earth“ nunmehr in eine trostlose postapokalyptische Welt.

Nachdem Wonder Woman aus einem Kälteschlaf erwacht ist, muss sie feststellen, dass sie ihr Gedächtnis großflächig eingebüßt hat. Noch dazu hat ein Krieg der Menschheit gegen das Volk der Amazonen die Welt in Schutt und Asche gelegt und tödliche, bestialische Kreaturen hervorgebracht. Diana trifft in dieser gnadenlosen Einöde auf einige jugendliche Überlebende, die sie in das Camp New Hope führen, hinter dessen Mauern sich viele Überlebende vor den bizarren Monstern verstecken. Die Amazone wird jedoch von der Gruppe menschlicher Überlebender verraten und muss als Gladiatorin in einem Arenaspektakel gegen Barbara Ann Minerva alias Cheetah antreten, die in dieser Welt noch weiter mutiert ist. Als die Stadt aber von einer Horde Monster angegriffen wird, verteidigt die idealistische Kriegerin die Menschen und führt sie zum Sieg. So wird Diana als Wonder Woman einmal mehr zur Superheldin, einem Symbol der Hoffnung und Zuversicht („Wonder Woman: Dead Earth 1 (von 4)“).

Um die letzten Überlebenden zu retten, möchte die Amazonenprinzessin diese zu ihrer Heimat nach Themyscira führen (Wonder Woman: Dead Earth 2 (von 4)“) – wie Moses durch die Wüste.

Einsamkeit im Herzen

In „Wonder Woman: Dead Earth 3 (von 4)“ hat Amazone Diana indessen erfahren, dass ihre Mutter und ihre Schwestern von Themyscira die bizarren Monster sind, die nunmehr die Erde beherrschen. Die von den Menschen auf Themyscira abgefeuerten Atomraketen haben bei den göttlichen Amazonen zu grässlichen Mutationen geführt, und sie entsetzlich entstellt.

Wonder Woman ist enttäuscht, verbittert und verzweifelt. Ihre Mission – die Rettung der Erde an der Seite der Menschen – lässt sie zunächst hinter sich. Gemeinsam mit Cheetah macht sich Diana auf die Suche nach einem Kampfgefährten aus vergangenen Tagen. Der Dunkle Ritter Batman scheint zwar mittlerweile tot zu sein, doch Wonder Womans Hoffnung ruht auf ihrem alten Freund Superman. Und wo könnte dieser eher sein, als in der entlegenen Festung der Einsamkeit?

Es wartet jedoch eine schockierende Erkenntnis auf die Heldin mit dem magischen Lasso der Wahrheit; Diana wird von einer traumatischen Erinnerung heimgesucht.

Ein verschwitzter und verdreckter Ritt durch die Postapokalypse

In der Festung der Einsamkeit hofft Diana darauf, Superman zu finden. (Copyright: Panini Comics)

Daniel Warren Johnsons „Dead Earth“ gelingt es auch nach drei Teilen seiner – als vierbändige Saga angelegten – Geschichte über Wonder Woman in der Endzeit, den Leser zu begeistern. Und das in einem vermeintlich ausgelutschten Genre.

Wonder Woman ist hier weniger Amazonenprinzessin denn vielmehr eine brachiale Naturgewalt. Johnson vermag dennoch, der hemmungslosen Kriegerin auch immer wieder etwas emotional Zerbrechliches zu verleihen. Zum Ende dieser Ausgabe hin muss die Amazone – in gewisser Weise – die Grenzen der Menschlichkeit hinter sich lassen, um diese postapokalyptische Welt doch noch zu erlösen.

Zu dieser postapokalyptischen Odyssee passen der grobe Strich, die harten Linien, die bisweilen überspitzte Darstellung von Gewalt und die insgesamt drastische Inszenierung Daniel Warren Johnsons ausgezeichnet.

Fazit

„Wonder Woman: Dead Earth 3 (von 4)“ hält das bisher konstant hohe Niveau des ebenso derben wie kurzweiligen Horror-Endzeit-Märchens. Im Frühjahr 2021 folgt der letzte der vier Hardcover-Bände und wir blicken diesem freudig, gespannt und erwartungsvoll entgegen.

Inhalt

Eine eigenständige Wonder Woman-Geschichte von Daniel Warren Johnson im Überformat, abgeschlossen in vier Hardcover-Bänden

Die Amazone Diana durchstreift eine postapokalyptische Welt. Was erwartet sie hinter den Toren von Supermans Festung der Einsamkeit?

(Quelle: Panini Comics)

Autor & Zeichner

Daniel Warren Johnson
ist ein Comicautor, Künstler und Illustrator. Er arbeitete an Titeln für Verlage wie Marvel, DC, Dark Horse und Image. Seine aktuelle Serie ist „Extremity“, ein Sci-Fi-/Fantasy-Titel.

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Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 13.10.2020
Originalausgaben: Wonder Woman: Dead Earth 3
Seitenzahl: 52
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)