Review

Das Black Label von DC, eine neue Reihe erwachsenerer Projekte, die an keine Kontinuität oder Altersfreigabe gebunden sind, erfreut sich hierzulande immer größerem Zuwachs. So haben wir in jüngster Vergangenheit bereits die düsteren Batman-Comics „Batman: Der Weiße Ritter“, „Batman: Damned 1 (von 3)“, „Damned 2 (von 3)“ und „Damned 3 (von 3)“ sowie ferner „Harleen 1“ und „Harleen 2“ besprochen. Es folgen in Kürze noch unsere Artikel zu „Superman: Das erste Jahr“ von Frank Miller und John Romita Jr. sowie „Batman: Der letzte Ritter auf Erden“ vom Batman-Dream-Team Scott Snyder und Greg Capullo. Hier wird in Zukunft also – wie üblich – noch einiges geboten sein.

Doch zunächst widmen wir uns mit „Wonder Woman: Dead Earth 1 (von 4)“ dem Black Label-Beitrag von Independent-Comic-Künstler Daniel Warren Johnson, der Prinzessin Diana von Themyscira in vier Bänden in ein postapokalyptisches Setting verfrachtet. Das klingt doch schon mal sehr vielversprechend.

Trostlose Erde

Als eine Gruppe von jungen Männern von einem bizarren Monster attackiert wird, erwacht die Amazone Wonder Woman in einer wilden postapokalyptischen Zukunft. Als das Monster erlegt ist, erfährt Diana, dass es einen großen Krieg gegeben hat, der die ganze Welt in Schutt und Asche legte. Selbst der Dunkle Ritter ist diesem Wahnsinn offenbar zum Opfer gefallen.

Wonder Woman legt in dieser düsteren Zukunft eine Rüstung an, die ihrer gewohnten Kluft am nächsten kommt, und begleitet die Jungen zum Camp New Hope, einer der letzten Bastionen der Menschheit. Doch statt Dankbarkeit wartet hier Verrat auf die selbstlose Beschützerin. In einer barbarischen Arena muss sich die Prinzessin einer alten Bekannten stellen: Der bestialischen Cheetah.

Beginn der Endzeit-Wonder Woman-Saga

Bereits in „Extremity 1“ & „Extremity 2“ hat Alleskönner Daniel Warren Johnson seine Vorliebe für rabiate postapokalyptische Szenarien bzw. Dystopien à la Mad Max eindrucksvoll und gekonnt demonstriert. Nun begibt sich der Künstler in die Mythologie der Prinzessin Diana von Themyscira alias Wonder Woman und schickt diese in einen erbarmungslosen Kampf ums Überleben.

Leseprobe aus „Wonder Woman: Dead Earth 1 (von 4)“, geschrieben und gezeichnet von Daniel Warren Johnson. (Copyright: Panini Comics)

Die Hintergründe für den Untergang der modernen Zivilisation bleiben dabei bislang noch derart vage und allgemein, dass sich diese noch zum Guten oder auch zum Schlechten entwickeln können. Bisher wissen wir Leser lediglich, dass Bruce Wayne in dieser düsteren Zukunft augenscheinlich das Zeitliche segnen musste. Ob dies auch für die übrigen großen Helden der Justice League gilt, bleibt ebenso abzuwarten, wie die mysteriösen Umstände um das Ableben Batmans. In seinen vier Bänden wird uns Johnson schon zeigen, ob wir es hier eher mit einem generischen Machwerk zu tun haben, das lediglich auf der postapokalyptischen Welle reiten möchte, oder mit einer feingeistigen und kreativen Schöpfung rund um die größte Heldin der Welt.

Nicht unklar geblieben ist, dass sich der Zeichner Daniel Warren Johnson auch bei einer Arbeit für ein Big Label wie DC Comics nicht verbiegen lässt. Wie bei seinen US-Indies ist sein Stil auch hier eigenwillig und unverkennbar. Unübersehbar sind die Einflüsse aus dem Bereich der Manga, die Strichführung ist stärker, gröber und die ganze Ausarbeitung weniger „sorgfältig“ als bei anderen Wonder Woman-Zeichnern. So sieht die Amazone vorliegend auch mehr denn je wie eine Amazone bzw. eine Göttin des Krieges, und weniger wie eine hübsche Prinzessin aus.

Fazit

Dianas Abenteuer in „Wonder Woman: Dead Earth 1 (von 4)“ macht zweifellos Lust auf mehr. Wie könnte es anders sein, wenn ein starker Autor und Künstler wie Daniel Warren Johnson die kriegerische Wonder Woman in eine postapokalyptische Zukunft packt? Ob dieses postapokalyptische Abenteuer jedoch mehr zu bieten hat, als die massenhaften weiteren Beiträge zum Endzeit-Genre, werden erst die kommenden Ausgaben zeigen. Die Lektüre der ersten rund 50 Seiten der Wonder Woman-Saga ist jedenfalls kurzweilig und empfehlenswert.

Inhalt

Wonder Woman erwacht in einer postapokalyptischen Zukunft, in der die letzten Menschen immerzu ums Überleben kämpfen. Doch nicht nur albtraumhafte Monster sind eine ständige Gefahr, sondern auch Misstrauen und Gewalt unter den Überlebenden. Trotzdem schließt sich Diana einer Gruppe Jäger an, die sie zu den archaischen Resten der Zivilisation führen.

(Quelle: Panini Comics)

Autor & Zeichner

Daniel Warren Johnson
ist ein Comicautor, Künstler und Illustrator. Er arbeitete an Titeln für Verlage wie Marvel, DC, Dark Horse und Image. Seine aktuelle Serie ist „Extremity“, ein Sci-Fi-/Fantasy-Titel.

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Mike Spicer
kolorierte u. a. die Titel SUICIDE SQUAD: KATANA, THE SILENCER, BATMAN OF THE FUTURE, Eternal Warrior, SUPERMAN, THE TERRIFICS, Yondu, Sons of Anarchy, Mythic, Horizon, Shirtless Bear-Fighter!, Analog, Dead Eyes, Charmed und die offizielle Comic-Adaption von Star Wars: Die letzten Jedi. Er kümmerte sich auch schon um die Farben von Daniel Warren Johnsons Comics Murder Falcon und Extremity sowie diverse Titelbilder.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 12.05.2020
Originalausgaben: Wonder Woman: Dead Earth 1
Seitenzahl: 52
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)