Review

Musste sich Geralt von Riva im ersten „The Witcher“-Band noch in einem großen Anwesen durchkämpfen, wird er in Band 2 eher unfreiwillig in eine Geschichte gezogen, womit er so gar nichts zu tun hat. Aber nun gut, so ist das Leben als Hexer. Vielen wird die Figur aus den Spielen bekannt sein. Davor waren es die Romane und aktuell sind es auch noch die Comics. Die Faszination für „The Witcher“ möchte einfach nicht abreißen. Das muss sie aber auch nicht, denn der Hexer verzaubert jedes Mal aufs Neue. Ob das auch im Comicgewand funktioniert, schauen wir uns an.

Was an den „The Witcher“-Bänden sofort auffällt, ist der Comicstil. Wir befinden uns hier ganz stark in Mignolas Gefilden. Joe Querio hat schon in „Hellboy“-Comics gezeichnet und bleibt seinem Stil treu. Das passt perfekt zur düsteren Stimmung rund um Novigrad.

Nach Novigrad wollen auch Geralt und der Zwerg Addario reisen, doch lassen sie sich von einer Truppe Seemänner zu einer Mission überzeugen, die anfangs nicht schlecht klingt, sich jedoch zu einer miesen Tat entwickelt. Ihr Ziel? Eine Vulpie. Jene sind bekannt dafür, massive Illusionen zu erschaffen, die ganze Landstriche verändern können. Vulpien sind also mächtige Wesen, und das wird in dem Comic auch sehr gut zum Ausdruck gebracht. Doch dieses ganze Illusionenspiel kocht ziemlich über, denn ab einem gewissen Punkt kann so ziemlich alles eine Illusion sein.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte gut und glaubwürdig erzählt. Geralt reagiert in den vielen verschiedenen Situationen so, wie er es im Spiel machen würde; abgesehen davon, dass im Comic noch mehr in Rätseln gesprochen wird und viele Sätze nichts aussagen. Dafür bleibt der Hexer seiner Linie stets treu. Wenn man ihm somit schaden will, dann geht er dagegen vor und das wie gewohnt kompromisslos.

Sämtliche Sidekicks fallen glaubwürdig aus und man kauft den Figuren ihre jeweils aktuelle Situation ab.
Zur Mitte fällt allerdings auf, dass die Meute wiederholt in neue Illusionen der Vulpie gerät, sodass Autor Paul Tobin die Story damit ungewollt streckt. Klar, das Thema ist interessant, aber in diesem Fall eher etwas überstrapaziert.

Dafür ist Band 2 äußerst unterhaltsam. „The Witcher“ funktioniert somit auch als Comic. Gerade die Spieler des dritten Teils werden Gefallen an diesem Extrahäppchen finden.
Lässt man den kleinen Durchhänger in der Mitte aus den Augen, so wird einem ein stimmiger Band mit „Hellboy“-Charme geboten. Ob Band 3 erscheinen wird, ist noch ungewiss, trotzdem sollten Fans diese Reihe im Auge behalten.

Inhalt

Der Hexer Geralt von Riva ist einer der berüchtigsten Monsterjäger weit und breit. Um auf dem Fluss an ihr Ziel zu gelangen, müssen Geralt und der Zwerg Addario ein echtes Narrenschiff betreten. Denn die anderen an Bord haben den Zorn einer zauberischen Werfüchsin auf sich gezogen, und so wird die Reise zu einer Odyssee voller Gefahren und Schrecken …

Inspiriert von Andrzej Sapkowskis neuestem Hexer-Roman „Zeit des Sturms“.

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Paul Tobin (Autor)
ist ein junger aufstrebender Comic-Autor, der mit der Miniserie „Banana Sunday“ startete.

(Quelle: Comicvine)

Paul Tobin – Homepage
Paul Tobin – Twitter

Joe Querio (Zeichner)
ist ein Comic-Newcomer aus dem Großraum Detroit. Neben den „Witcher“-Bänden bebilderte er noch diverse Geschichten aus Mignolas populärem „Hellboy“-Universum.

Joe Querio – Facebook

Details

Format: A4, Softcover
Vö-Datum: 15.12.2015
Originalausgaben: The Witcher: Fox Children 1-5
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus