Review

Aller guten Dinge sind drei und so schließt auch die „Spiegelkrieger“-Reihe mit „Dämon der Spiegelkrieger“ seine Pforten, die den Leser ein letztes Mal in die Welt der Picten, Druiden und Römer führen.
Was einen dahinter und auf den insgesamt 542 Seiten des Finales erwartet, gleicht der Hölle auf Erden, denn geizte Selfpublisher-Autor Werner Karl schon in den Vorgängerbänden „Druide der Spiegelkrieger“ und „Kriegerin der Spiegelkrieger“ nicht an Blutvergießen, Grausamkeiten und Gräueltaten, toppt er dies, verbunden mit einer stärkeren Betonung der Fantasy-Elemente, nun in „Dämon der Spiegelkrieger“ noch.

Das erste Kapitel des Abschlussbands führt dabei nicht nur die Handlung der bisherigen Bände konsequent weiter, sondern katapultiert die Leser prompt in die bewährte und aus Band 1 und 2 bekannte Brutalität dieser History Fantasy Trilogie. Auf nüchternem Magen ist dies nur bedingt zu empfehlen, denn Folter und Qual erwarten einen bereits auf den ersten Seiten.

Der Ekelfaktor des vom Autor ausführlich Beschriebenen ist zunächst teilweise sehr hoch, indem sich einige Begebenheiten jedoch vermehrt wiederholen, so unter anderem die kannibalistischen Züge der Dämonen, tritt eine Art Gewöhnung ein. Einmal gelesen und vielleicht sogar schockiert fehlt es den folgenden dies betreffenden Passagen an (im positiven Sinne) sadistischer Raffinesse des Autors, um Horror und/oder Ekel beim Leser aufrechtzuerhalten.

Zusätzlich wird an den Ausführungen in „Dämon der Spiegelkrieger“ dreierlei deutlich:
Werner Karl verschönt oder romantisiert hier abermals nichts.
Er lässt bisher nicht mit der Trilogie vertraute Leser jedoch spüren, dass es von Vorteil ist, sich bereits mit der Materie auszukennen, denn ohne Vorkenntnisse des bisherigen Geschehens findet man im letzten Teil keinen Zugang. Dass sich jedoch die Anschaffung des gesamten Dreiteilers lohnt, stellt auch „Dämon der Spiegelkrieger“ wieder unter Beweis.
Und schließlich bringt er im Finale endlich die in Band 2 vermisste, vernachlässigte und ersehnte Fantastik in seine Reihe zurück. Dafür rückt die historische Komponente, zu der alles Notwendige ausführlich in den Vorgängerteilen gesagt wurde, welche diesbezüglich eine gelungene Vorarbeit geleistet haben, in den Hintergrund. Der Fantasy betonte Ansatz weiß zu gefallen und die Dämonen halten Einzug in die Geschichte um die Spiegelkrieger. 

Werner Karl (Copyright: Thomas Heuchling, Coburger Tagblatt)

Werner Karl (Copyright: Thomas Heuchling, Coburger Tagblatt)

Dabei beschränkt sich Werner Karl nicht auf bewährte Ideen seiner Fantasy-Autorenkollegen, sondern integriert das Dämonenmotiv harmonisch mit dem historischen Kontext, der nun aus unerbittlichen Feinden Verbündete macht. Trotzdem besitzt das Dämonenthema noch mehr Potenzial als vom Autor hier ausgeschöpft wurde. Die im Klappentext angekündigte „pervertierte Armee“ wirkt durch fehlenden Detailreichtum und in ihrer Rolle als Nebenfiguren mehr gehorsam denn dämonisch; dies ist vorrangig dem Dämonen-Protagonisten Brannon vorbehalten. Jener hingegen wirkt gut und ausreichend ausgearbeitet.

Brannons Rolle innerhalb der „Spiegelkrieger“-Trilogie sowie alle bisherigen noch offenen Handlungsstränge werden plausibel miteinander vereint und abgeschlossen. Es bleiben weder Fragen offen noch hinterlässt Werner Karl einen Funken Hoffnung auf ein Wiedersehen mit den teils lieb gewonnenen Charakteren. Somit beendet man Werner Karls ersten Ausflug in die History Fantasy mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn obschon es schade ist, am Ende angelangt zu sein, lernte man gleichsam einen Autor kennen, von dem man sich positiv überraschen lassen hat und von dem man hoffentlich in naher Zukunft erneut in diesem Genre lesen wird.

Trailer

Inhalt

Seine Armee ist pervertiert.
Aus Spiegelkriegern werden Dämonen. Sie kennen weder Heimat noch Gnade.
Nur ein Bündnis kann sie aufhalten.

Das Kind des pictischen Druiden und der ehemaligen Römerin ist der dunklen Macht der Tafel verfallen. Aus dem Kind wird ein Dämon, der sich nicht mit Britannien zufrieden geben will.
Seine Rache- und Eroberungsgelüste führen nach Rom …

(Quelle: Werner Karl)

Autor

Werner Karl ist Selfpublisher-Autor mehrerer Romane und Erzählungen aus den Bereichen Fantasy und Science-Fiction.

Werner Karl – Homepage
Werner Karl – Facebook

Trilogie

Spiegelkrieger-Trilogie:
01 Druide der Spiegelkrieger
02 Königin der Spiegelkrieger
03 Dämon der Spiegelkrieger

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 17.04.2015
Seitenzahl: 542
ISBN: 978-1511799256
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Selfpublisher

Copyright Cover: Designstudio Daniela Roith / Werner Karl



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde