Review

Bereits mit der Hardcover-Ausgabe von „Gebannt. Unter fremdem Himmel“, dem ersten Band der „Aria und Perry“-Trilogie, schrieb sich die Autorin Veronica Rossi in die Herzen der Fans dystopischer Literatur. Nun ist der Auftakt als Taschenbuch erhältlich und büßt logischerweise auch in diesem Format nichts an Spannung und Begeisterung ein.

Wem die Reihe daher bisher entgangen ist, sich jedoch für Dystopien begeistern kann, der sollte spätestens jetzt dringend zuschlagen, denn Rossi entpuppte sich mit ihrem einstigen Debüt als wahres Talent in diesem Genre.

Detailreiche und ausdrucksstarke Beschreibungen, eine gelungene Ausarbeitung der Charaktere bis hin zur unwichtigsten Nebenrolle und die vor Spannungselementen und Wendungen strotzende Handlung, die sich dynamisch wie von selbst entwickelt und an Komplexität zunimmt, dies alles trägt zur Atmosphäre des Romans bei, die auch beim Leser Spuren hinterlässt.

Beginnt „Gebannt. Unter fremdem Himmel“ noch sehr Technik- und Science-Fiction-lastig, indem die Autorin ihre Leser zunächst mit den örtlichen und technischen Begebenheiten ihrer hier erdachten Welt schonungslos und nahezu ohne ausreichende Erklärungen konfrontiert, nimmt der Roman zügig an Fahrt auf und das Schicksal der Protagonistin seinen Lauf.
Man sollte also am Ball bleiben und sich von dem eher unglücklich gewählten und recht trockenen Einstieg, der den Lesern wenig Zeit gibt, sich die Gegebenheiten vorzustellen, dort gedanklich anzukommen und sie zu verstehen, nicht abschrecken lassen, denn schon bald lichten sich die Unklarheiten und die Vorstellungskraft wird gefüttert mit weiteren Informationen, sodass die Bilder im eigenen Kopf mehr und mehr Gestalt annehmen.

Belohnt wird man im Folgenden zusätzlich mit den kapitelweise wechselnden Sichtweisen der Protagonisten (Aria und Perry), die den Roman durchaus lebendig wirken lassen und Einblicke in die Gefühlswelt der jeweiligen Figuren geben.
Diesbezüglich hätte es stellenweise durchaus ein wenig mehr sein dürfen, doch es folgen ja noch zwei weitere Bände, welche die zunehmenden und unterschiedlichen Emotionen intensivieren können.

Veronica Rossi (Copyright: Veronica Rossi)

Veronica Rossi (Copyright: Veronica Rossi)

Dem Lesefluss kommt die Erzählweise entgegen, denn schnell und flüssig nimmt man dadurch teil an den Entwicklungen beider Hauptfiguren, deren Handlungsstränge sich immer wieder kreuzen bzw. letztlich zusammenführen.
Auch der Schreibstil trägt zu diesem Eindruck bei, denn „Gebannt. Unter fremdem Himmel“ ist geprägt von einem einfachen Sprachgebrauch, der ebenfalls die wachsende Komplexität der Geschichte nachvollziehbar macht und die Empfehlung des Oetinger Verlags untermauert, mit „Gebannt“ ein Jugendbuch ab 14 Jahren vorliegen zu haben. Dieses kann allerdings ebenso Erwachsene begeistern; jene werden jedoch an einigen Stellen ein wenig mehr Tiefe erwarten. Doch auch diesbezüglich gilt es, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass Veronica Rossi die Geschichte um „Aria und Perry“ als Trilogie angelegt hat, sodass das in Band 1 noch nicht genutzte Potenzial in den Folgebänden ausgeschöpft werden kann.

In der Masse an Veröffentlichungen dystopischen Inhalts bietet „Gebannt. Unter fremdem Himmel“ insgesamt sicherlich keine Überzahl an nennenswerten neuen Ideen, einige Aspekte wirken aber erfrischend innovativ.
Da macht es auch nichts, dass vereinzelte Handlungen – wie beispielsweise die sich anbahnende, dafür aber dennoch bezaubernde Liebesgeschichte, die unaufdringlich voranschreitet – vorhersehbar sind, denn trotz der genannten Kritik fällt der Roman in sich sehr stimmig aus und weiß den Leser auch in seiner Einfachheit zu fesseln. „Gebannt. Unter fremdem Himmel“ besitzt damit trotz kleinerer Defizite einen ganz eigenen Reiz, der nur schwer in Worte zu fassen ist.

Trailer

Inhalt

Zwei Welten, die sie trennen – eine Liebe, die sie eint

Als Aria in die Wildnis verbannt wird, scheint ihr Tod so gut wie sicher. Wäre da nicht Perry, der so anders ist als alles, was sie kennt. Er rettet ihr das Leben. Gemeinsam begeben sie sich auf eine gefährliche Odyssee, die Aria bis an ihre Grenzen bringt. Und die Gefühle für Perry in ihr weckt, die sie unbedingt vor ihm geheim halten muss. Denn kann ihre Liebe in einer Welt bestehen, in der sie nicht füreinander bestimmt sind?

(Quelle: Oetinger)

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Autor

Veronica Rossi, in Rio de Janeiro/Brasilien geboren, zog in ihrer Kindheit oft um und lebte in Mexiko, Venezuela, an der Ostküste der USA und schließlich in Kalifornien. Hier besuchte sie die Universität und studierte Schöne Künste am Californian College of the Arts in San Francisco. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Norden Kaliforniens und arbeitet als freie Autorin. Sie schreibt vor allem futuristische Romane für junge Erwachsene. Erste Ehren erwarb sie mit bisher unveröffentlichten Manuskripten auf amerikanischen Autoren-Wettbewerben, wo sie in der Kategorie Fantasy und Science Fiction auf den vordersten Plätzen rangierte. Die erfolgreiche „Aria und Perry“-Trilogie, eine Liebesgeschichte in postapokalyptischen Zeiten, ist ihre erste Buchveröffentlichung.

(Quelle: Oetinger)

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Reihe

„Aria und Perry“-Trilogie

01 Gebannt – Unter fremdem Himmel
02 Getrieben – Durch Ewige Nacht
03 Geborgen – In unendlicher Weite

Details

Format: Taschenbuch, broschiert
Vö-Datum: 00.07.2014
Empfohlen: ab 14 Jahren
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-8415-0313-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Oetinger

Copyright Cover: Oetinger Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde