Review

Nach einem doch recht enttäuschenden Auftakt zu dem Event um die Symbiontenträger aus allen Parallelwelten mit „Venomverse 1 (von 2): Die Liga der Monster“ ist nunmehr auch der abschließende zweite Band mit „Venomverse 2 (von 2): Schwarze Seelen“ erhältlich.

Während sich der erste Band hauptsächlich mit verschiedenen Versionen von Venom beschäftigt hat, greift hier auch der klassische Venom alias Eddie Brock ins Geschehen ein.

Ein venomisierter Captain America hat die Symbiontenträger verschiedener Welten im Auftrag eines alternativen Dr. Stephen Strange alias Doctor Strange versammelt, um sich gegen einen gemeinsamen Gegner zur Wehr zu setzen. Helden wie Spider-Man, Deadpool, Wolverine und Rocket Raccoon sind hier allesamt mit Symbionten verbunden und schließen sich zu einer ungewöhnlichen Allianz zusammen. Der gemeinsame Feind der Venom-Antihelden sind die sogenannten Poisons. Diese alienartigen Wesen sind in ihrer natürlichen Form nur klein und zerbrechlich, doch scheinen sie auch der perfekte Wirt für die Symbionten zu sein. Die bisherigen Wirte können die Biester allerdings nur als „Treibstoff“ für ihren Verbindungsprozess gebrauchen. Der brutale Kampf zwischen den schwarzen Helden aus verschiedenen Realitäten und ihren gefährlichen neuen Gegnern scheint aussichtslos. Unerwartete Hilfe kommt jedoch ausgerechnet von dem ebenfalls mit einem Alien-Symbionten ausgerüsteten scharlachroten Superserienkiller Carnage 

Der Aufgalopp zum Event „Venomverse“ ließ doch allerhand zu wünschen übrig. Nur geringfügig interessante, recht episodenhafte Kapitel mit kaum kreativen beziehungsweise innovativen Charakterdesigns vermochten den Leser nicht abzuholen. Insofern kann der Vorgänger nicht eben als gute Werbung für den anstehenden Kinofilm mit Tom Hardy betrachtet werden.

Der vorliegende zweite Band dürfte den einen oder anderen Leser allerdings ein wenig versöhnlicher stimmen. Insbesondere ist dafür das virtuose Artwork von Iban Coello verantwortlich, der die Hauptserie des Events mit  dynamischen und griffigen Bildern ausstattet. Er vermag das zu leisten, was man im Vorgänger schon gerne gesehen hätte. Seine venomisierten Versionen, insbesondere von Deadpool und Rocket Raccoon, sehen wunderbar eigenwillig und bösartig aus und auch sein klassischer Venom Eddie Brock kommt gebührend kraftstrotzend und gewaltig daher.

Autor Cullen Bunn („Deadpool & die Söldner 2: Die Chaostruppe“, „Deadpool & die Söldner 3: Mittendrin und nicht dabei“) liefert mit der Hauptserie eine muntere Monsterhatz à la Der Jäger wird zum Gejagten ohne sonderlichen dramaturgischen Anspruch ab. So bietet der zweite Band aber zumindest unterhaltsame Monster-Action und den einen oder anderen gelungenen Schlagabtausch.

Über gewisse Schwächen vermag das aber natürlich nicht hinwegzutäuschen: Das Event ist und bleibt ein recht liebloser Abklatsch des Vorbilds um die Spider-Men aus allen Parallelwelten „Spider-Verse“ („Marvel Now! – Spider-Man. Angriff der Spinnen-Jäger“), mit dem die Storyline zu keiner Zeit mithalten kann. Die generischen Viehcher ohne Profil als Gegner tun ihr Übriges dafür, denn diese können den machtvollen vampirischen „Inheritors“ auch nicht im Ansatz das Wasser reichen.

Abschließend kann man sagen, dass das Venom-Event ganz sicher kein Must-Read geworden, durch die tollen Bilder von Iban Coello aber immerhin zu einem ansehnlichen Kampf der Monster geraten ist.

Inhalt

Venom Eddie Brock landet in einer fremden Welt. Hier tobt der brutale Krieg zwischen mehreren Venom-Antihelden aus verschiedenen Realitäten und ihren gefährlichen neuen Gegnern.

Dazu: Storys über die venomisierten Versionen von Rocket Raccoon und Punisher, und eine Geschichte von Sci-Fi- Roman-Autorin Nnedi Okorafor.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Cullen Bunn
ist ein amerikanischer Autor, allen voran bekannt für seine Arbeiten an Comics wie „Uncanny X-Men“, „X-Men: Blue“, „Magneto“ und diverse „Deadpool“-Miniserien für Marvel.

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Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 17.07.2018
Originalausgaben: Venomverse 1-5 / Edge of Venomverse: War Stories
Seitenzahl: 156
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)