Review

Die Uncanny Avengers von Autor Gerry Duggan waren bislang eine ausgesprochen positive Überraschung („Uncanny Avengers 3“, „Uncanny Avengers 4“, „Uncanny Avengers 5“). Das Team aus Avengers, X-Men und Inhumans hat über die gesamte Dauer gesehen sogar besser gefallen, als das „eigentliche“ Avengers-Team („Avengers 1: Neue Helden“, „Avengers 4: Wahre Helden“).

Neuer Autor, neues Glück

Umso größer sind aber natürlich die Fußstapfen, die Autor Jim Zub (Winter Soldier-Kapitel im „Civil War II Megaband“) und seine zeichnenden Kollegen Sean Izaakse, Kim Jacinto, Jahnoy Lindsay sowie Juanan Ramirez ausfüllen wollen beziehungsweise müssen.

Das künstlerische Team hat die US-Ausgaben Uncanny Avengers (2015 II) #24-30″ inszeniert und ist damit für den kompletten, abschließenden deutschen Sonderband „Uncanny Avengers 6: Hexenjagd“ verantwortlich.

In die Führungsrolle hinein wachsen

Eigentlich sind die Uncanny Avengers oder auch Unity Squad nur noch Geschichte. Steve Rogers hat das von ihm gegründete Team bereits eingestampft. Doch in Zeiten der Not halten die übrigen Avengers zusammen. Und übrig sind hier schließlich immer noch: Rogue, Johnny Storm, Wasp, Quicksilver, Synapse und Dr. Voodoo. Dabei liegt es vorliegend vor allem bei Rogue, die vakante Stelle als Kopf der Gruppe zu übernehmen und in die – für sie ungewohnte – Führungsrolle hineinzuwachsen.

Der Inhalt

Wir begleiten die Uncanny Avengers hier während und nach dem zurückliegenden Event Secret Empire“ von Autor Nick Spencer („Captain America – Steve Rogers 2: Der Krieg der Helden“, „Captain America – Steve Rogers 3: Hydra über alles“, „Captain America – Steve Rogers 4: Der Niedergang einer Legende“, „Captain America – Steve Rogers 5: Der Anschlag“).

In jener Storyline, in der der originale Wächter der Freiheit Steve Rogers zum Kopf der Terrororganisation Hydra wird, werden die Superhelden der Erde zum Großteil ausgesperrt oder faktisch ausgegrenzt. Die Inhumans werden gejagt und in Lager gesperrt. Die Mutanten leben abgeschottet in New Tian. Und die meisten Superhelden sind im All jenseits eines Kraftfeldes ausgesperrt.

Wieder andere – so auch die Unity Squad – sind in Manhattan unter einer Kuppel aus dämonischer Energie, einer Darkforce-Blase, eingeschlossen. Dort müssen sich die Helden riesiger und finsterer Dämonen erwehren. Dabei kommt es auch zu ungewöhnlichen Zweckgemeinschaften, wenn sich Rogue im Kampf mit Shocker Herman Schultz sowie Scorpia Elaine Coll zusammentun muss.

Im weiteren Verlauf der Geschichte möchte sich außerdem die Scarlet Witch den Uncanny Avengers anschließen. Zudem muss sich das Team aus Avengers, X-Men und Inhumans harten Kämpfen gegen Graviton und den unaufhaltsamen, kolossalen Juggernaut stellen. 

Allerhand Liebe liegt in der Luft

Nicht zuletzt erfährt Johnny Storm von einer äußerst üppigen Erbschaft und es liegt allerhand Liebe in der Luft. Denn Jim Zub inszeniert hier neue Turteltäubchen, wenn es um die mächtige Scarlet Witch und den Zauberer Dr. Voodoo geht, oder teast zumindest amouröse Abenteuer hinsichtlich Quicksilver und Synapse sowie Rogue und Johnny Storm an. Ob das so gut für den „Betriebsfrieden“ ist?

Fazit

Von Sinn und Unsinn der mittlerweile immer mehr werdenden Event-Tie Ins mag der Leser halten, was er will. Indes tut der neue Uncanny Avengers“-Autor Jim Zub vorliegend gut daran, die düsteren Geschehnisse aus Secret Empire“ lediglich als Rahmenhandlung für seine Story zu nutzen und sich größtenteils auf sein Team zu konzentrieren. Dabei rückt er insbesondere Rogue in einer ungewohnten Rolle ins Zentrum, was ihm aber glaubhaft gelingt.

Die Spannungen in dem problemgeplagten Team passen stimmig zu dem, was Vorgänger Autor Gerry Duggan bislang so virtuos erzählt hat.

Ob sich hier am Ende – gefühlt – jeder in jeden verlieben muss, sodass man fast den Eindruck gewinnt, hier wäre ein Liebestrank im Spiel, lassen wir mal dahingestellt.

Jim Zub erweist sich jedenfalls als würdiger Nachfolger. Er schafft es – trotz Event-Tie Ins – die Eigenarten und den Charme, die dieses Team auszeichnen, einzufangen und zu vertiefen. 

Eyecatcher: das Artwork

Auch hinsichtlich des Artworks dürfen die Stammleser unbesorgt sein. Nach dem Abgang von Zeichner Pepe Larraz gelingt es auch den Nachfolgern Sean Izaakse, Kim Jacinto, Jahnoy Lindsay sowie Juanan Ramirez absolut sehenswerte Kunst abzuliefern, die sich nicht zu verstecken braucht. Hier ist im Prinzip nicht nur jede Seite, sondern jedes einzelne Panel ein Eyecatcher.

Wie geht es jetzt weiter?

Alle, denen RogueDr. Voodoo, Johnny Storm und Co. ans Herz gewachsen sind, dürften nur ungern hören, dass „Uncanny Avengers 6: Hexenjagd“ der vorerst letzte eigenständige Sonderband rund um die Unity Squad ist. Indes verschwindet das Team auch in der (bevorstehenden) aktuellen „Marvel Legacy“-Ära (dazu: „Generations: Treffen der Generationen 2 (von 2)“) nicht gänzlich von der Bildfläche.

Autor Jim Zub ist in die große Legacy-Storyline, das Avengers-Spektakel „Der letzte Kampf“, involviert, die er gemeinsam mit Mark Waid, Al Ewing und oben genannten Pepe Larraz inszeniert. Um die Erde zu schützen, braucht es ab Heft 27 der deutschen „Avengers“-Heftserie auch alle Avengers-Teams, also der Avengers, U.S. Avengers, Unity Squad und noch anderer Rächer. Man darf also gespannt sein.

Inhalt

Die Uncanny Avengers während Secret Empire und Legacy!

Rogue, Dr. Voodoo, Johnny Storm und Co. erklären den finsteren Dämonen und Schrecken in der Darkforce-Blase um Manhattan den Krieg! Zudem muss es das Team um Scarlet Witch und Wasp mit kolossalen Gegnern wie dem unaufhaltsamen Juggernaut aufnehmen …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Jim Zub
ist ein Autor und Künstler aus Toronto, Kanada.

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 19.06.2018
Originalausgaben: Uncanny Avengers 24-30
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)