Review

Aufs erste Hören hin klingt die Kombination des langjährigen Spidey-Autors Dan Slott mit der Figur Iron Man nach einem Perfect Match. Denn immerhin war es auch Slott, der den sensationellen Spider-Man in jüngster Vergangenheit zum reichen Chef des Firmengiganten Parker Industries gemacht und allerhand technische Spielereien in die Serie rund um den Netzschwinger eingebaut hat. Gerade durch diese Science-Fiction-Abenteuer schien Dan Slott geradezu prädestiniert zu sein, die neue Serie über das Avengers-Gründungsmitglied Tony Stark, den genialen, gepanzerten Hightech-Helden Iron Man, in Szene zu setzen.

Wider Erwarten war der Auftakt „Tony Stark – Iron Man 1: Die Rückkehr einer Legende“ nur ein ziemlich laues Lüftchen. Mit entsprechend geringerer Erwartungshaltung blickt der geneigte Leser nun womöglich „Tony Stark – Iron Man 2: Identitätskrise“ entgegen. Das fantastische Cover des Paperbacks von Zeichner Alexander Lozano lässt dann allerdings wieder hoffen und suggeriert eine klassische Episode um Tony Starks Alkoholsucht à la „Demon in a Bottle„.

Virtuelles Wunderland eSCAPE

Nach seiner Rückkehr von den Toten ist Tony Stark wieder voll in seinem Element und erschafft nun die Welt von Morgen. Mittlerweile firmiert der Industriemagnat nicht mehr unter dem Namen Stark Industries, sondern Stark Unlimited. Sein neuestes Projekt beschäftigt sich mit der digitalen Welt: eSCAPE. Mehr als nur ein Videospiel erhebt Tony Starks virtuelles Wunderland vielmehr den Anspruch, eine alternative Wirklichkeit zu bieten, in der jedermann überall sein, alles tun und in jede Rolle schlüpfen kann. Die Nachfrage ist dementsprechend enorm und dadurch häufen sich auch die Probleme. Die ersten Spieler müssen aus dem „Paradies“ verbannt werden, da sie die Regeln der digitalen Welt missachten.

Das Chaos wird perfekt, wenn der Schurke Controller auf den Plan tritt und verbannte Spieler durch die Hintertür von eSCAPE wieder in das System eindringen lässt. Dabei nutzt er deren Energie indes für seine eigenen bösen Pläne …

Einsetzende Ernüchterung

Leider schafft es „Tony Stark – Iron Man 2: Identitätskrise“ aus der Feder von Autor Dan Slott, die ohnehin schon gedämpfte Erwartungshaltung noch zu unterlaufen. Dabei möchte ich die Serie rund um Tony Stark und die Arbeit von Slott wirklich gerne mögen.

Leseprobe aus „Tony Stark – Iron Man 2“ mit Artwork von Valerio Schiti. (Copyright: Panini Comics)

Die Geschichte um den virtuellen Wahnsinn ist – wie schon der Vorgänger – mit Figuren völlig überfrachtet: Tony, seine neue Flamme Wasp, sein bester Freund Jim Rhodes alias War Machine, Jocasta, Andy Bhang, Amanda Armstrong, Machine Man, Maria und Howard Stark und, und, und. Die einzelnen Figuren, Konflikte und Ereignisse kommen dadurch naturgemäß viel zu kurz.

Eine erhoffte, neue tiefgründige Story um die Alkoholsucht von Tony Stark sollte der geneigte Leser nicht erwarten. Zwar spielt diese hier eine Rolle, bleibt jedoch vom Gesamteindruck her eine Randnotiz.

Meines Erachtens bleibt auch der Bösewicht Controller völlig blass und bringt keinerlei fesselnde Motivation mit sich. Dem Familienchaos zwischen Tony, seiner leiblichen Mutter Amanda Armstrong sowie seinen Zieheltern Maria und Howard Stark fehlt es an Schwere und Bedeutung, um den Leser wirklich zu erreichen und zu berühren.

Den geringsten Vorwurf hinsichtlich des enttäuschenden Iron Man-Abenteuers trifft Zeichner Valerio Schiti, der durchgehend ein passendes futuristisches, digitales Artwork präsentiert und, wenn es gefragt ist, auch den gewünschten Retro-Charme abliefert.

Fazit

Wer hätte das vorhersagen können? Dan Slott und Iron Man wollen nach bislang zwei Sammelbänden keine wuchtige, unterhaltsame Science-Fiction-Story zustande bringen. Generisch, überladen und irgendwie lieb- und ideenlos. Schade.

Im Frühjahr 2020 kehrt die Serie um den Millionär, Erfinder, Visionär und Playboy zurück, dann allerdings unter der Federführung von Autorin Gail Simone. Womöglich hat diese eine packendere Iron Man-Idee im Gepäck.

 

Inhalt

Tony Stark bringt der Welt die Zukunft – und kämpft zugleich um, für und gegen sie!

Dabei müssen er und seine neue Flamme Wasp, aber auch Unterstützer wie Rhodey oder Jocasta einigen einerseits verblüffend virtuellen, andererseits äußerst realen Schrecken ins Auge blicken.
Ist Iron Man gerüstet für den Kampf gegen den digitalen Dämon aus der Flasche?

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Dan Slott
ist ein US-amerikanischer Comic-Autor, der vor allem durch seine Arbeit an „The Amazing Spider-Man“, „Superior Spider-Man“, „She-Hulk“ sowie „Avengers: The Initiative“ Bekanntheit erlangte.

(Quelle: Wikipedia)

Dan Slott – Homepage
Dan Slott – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 06.08.2019
Originalausgaben: Tony Stark: Iron Man 6-11
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)