Review

Dass man es als Göttin nicht leicht hat, wissen wir spätestens seit Wonder Woman zur Göttin des Krieges wurde (siehe „Wonder Woman #1“ und „Wonder Woman #2„). So ergeht es nun auch Jane Foster, deren Karriere vom Support-Charakter, als Krankenschwester und Geliebte von Thor nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat – sie selbst wurde zur Göttin des Donners! Mit „Thor #1“ erscheinen nun die ersten fünf Ausgaben zu „The Mighty Thor“ als Paperback.

Wer Jane Foster oder die Story, wie sie in Besitz von Mjölnir gelang, bisher verpasst hat, bekommt im Vorwort zunächst einen kleinen Rückblick auf das Vergangene. Wieder angekommen in der Gegenwart erleben wir die Frau mit dem Hammer allerdings erst einmal von ihrer verletzlichsten Seite: Zusammengesunken, abgemagert und komplett vom Krebs und der Chemotherapie gezeichnet, hat sie kaum etwas Göttliches an sich. Ganz Mensch muss sie sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen, die durch ihr neues Alter Ego bedroht ist. Nach jeder Verwandlung zu Thor wird der Effekt der Krebsbehandlung nämlich komplett aufgehoben, während der Krebs weiter in ihrem Körper wütet.

Von diesen mittelschweren Katastrophen lässt sich eine waschechte Heldin jedoch nicht aufhalten. Und die nächste Aufgabe wartet schon: Als im Orbit der Erde eine bemannte Wetterstation von toten Elfen vom Himmel geholt wird, macht sich Jane alias Thor zur Rettungsmission auf. Schnell ist klar, dass hier etwas ganz Großes im Gange ist. Das bestätigt sich, als der Vorfall im Rat der Welten diskutiert wird. Bald zeigt sich für den Leser, dass Mario Dagger mit seiner Firma Roxxon und dem verschlagenen Malekith dahinter steckt. Statt sich lang in Vermutungen zu ergehen, macht sich Jane selbst auf den Weg ins Kriegsgeschehen, um mal ordentlich auf den Tisch zu hauen.

Leseprobe aus "Thor #1" (Copyright: Panini Verlag)

Leseprobe aus „Thor #1“ (Copyright: Panini Verlag)

Ganz „nebenbei“ muss sich Jane außerdem mit dem Despoten Odin auseinandersetzen, um die Allmutter Freya fürchten, ihre Identität als Göttin des Donners geheim halten, mit Loki streiten und der Odinson himself ist auch noch verschwunden … Kurzum: Viel zu tun für die Neuheldin. Obwohl das für 124 Seiten eine Menge Stoff ist, wird er von Jason Aaron so geschickt verpackt, dass man als Leser immer gut bei der Stange bleiben kann. Überraschende Wendungen, gelungene Dialoge (ganz besonders die Streitgespräche zwischen Thor und Loki!) – hier wird Unterhaltung auf höchstem Niveau geboten. Darüber hinaus gibt er seinen Charakteren Raum, sich zu entwickeln, was ganz besonders im Fall von Loki noch interessant werden könnte.

Dazu serviert Russel Dauterman die passende Optik. Geschickt kombiniert er Dynamik und Kraft, was besonders den Actionszenen zugutekommt. Das eine oder andere Panel hätte allerdings auf einer Doppelseite sicherlich noch epochaler wirken können, aber das ist Geschmackssache. Auf der anderen Seite erhalten die Zeichnungen durch ihre verspielte Linienführung einen femininen Touch, der sowohl die Verletzlichkeit von Jane Foster betont als auch einfach gut zum nordischen Setting passt.

Damit lässt sich der Serienauftakt zu „Thor #1“ insgesamt nur als gelungen bezeichnen. Ja, Jane Foster ist kein Odinson – aber sie macht ihre Sache auf ihre eigene Art sehr gut!

Handlung

Die Frau mit dem Hammer schlägt zurück!

Dr. Jane Foster hat Krebs. All ihre Sorgen sind vergessen, wenn sie sich in Thor verwandelt, Göttin des Donners. Als Verschwörer den Fall von Asgard planen und ein Krieg das Reich erschüttert, liegt es an ihr, die goldene Stadt zu retten. Aber nicht nur Lügengott Loki, auch Allvater Odin hat etwas dagegen. Alte Antipathien, die sich nur mit einem Uru-Hammer regeln lassen.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Jason Aaron
(geboren 1973), ist ein amerikanischer Comic-Autor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 13.09.2016
Seitenzahl: 124
Storys: The Mighty Thor 1-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer