Review

Ein Titel, der einem direkt ins Auge springen sollte, denn wie oft sieht man schon einen Shaolin im Western-Outfit, der sich durch eine Horde voller gieriger Zombies schlägt? Besonders aufgrund der Präsentation hebt sich „The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet“ von den üblichen Vertretern des Zombie-Genres, welches in letzter Zeit stark an Beliebtheit gewonnen hat, ab.

Der erste Band der Reihe schließt an den Originaltitel „The Shaolin Cowboy“ an, dessen letzte Ausgabe 2007 erschien. Ob es storymäßig an den Vorgänger anknüpft, bleibt abzuwarten, vorerst bildet man hier aber einen neuen Start der Serie.
Wer gerne eine kurze Zusammenfassung der vorherigen Geschehnisse haben möchte, bekommt am Anfang des Comics eine „Was bisher geschah…“-Einleitung auf (geschätzter) Schriftgröße sechs und über zwei Seiten verteilt – ich schätze, man kann es daher keinem verübeln, diesen Teil erst mal zu überspringen.
Viel zur Story wird sowieso nicht preisgegeben, da Geof Darrow seinen Lesern die Action direkt auf den ersten Seiten anbietet.

„The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet“ zeigt sich dabei verrückt, explizit und stellenweise wirklich absurd. Und genau das macht den Charme dieses Bandes aus. Ein Mönch, der sich seinen Weg durch den Erdboden eines Canyons bahnt, um darauf mit seinen Martial Arts Künsten und einem Stock, der an beiden Enden mit Kettensägen modifiziert wurde, gegen eine Horde halb verwesender Kreaturen zu kämpfen, die ihm aus dem Boden gefolgt sind. Wirkt fast wie eine Mischung aus „Kill Bill“ und „Braindead“.

Viel Dialog gibt es in „The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet“ nicht, dafür sprechen aber verständlicherweise die Bilder für sich. Darrows detailverliebter Stil findet seinen Weg auf jedem einzelnen Panel. Jeder Zombie erhält seine Falte auf der Haut, jeder Stein sein felsiges Aussehen und selbst der Boden wirkt wie ein einziges Wimmmelbild aus Müll und Geröll. Außerdem muss man einfach diese Waffe erwähnen, der hier eine Mischung aus Kampfkunst und klassischer Zombie-Abwehr verkörpert.

„Wimmelbild“ ist zudem gar kein so schlechtes Stichwort, denn zum großen Teil bedecken große Bilder die Seiten, auf denen sich eine Menge abspielt. Das geht sogar so weit, dass ganze 22 Doppelseiten mit jeweils zwei waagerechten Panels die Kampfszenen mit den Zombies darstellen; immer aus der gleichen Perspektive und trotz variierender Aktivitäten stets mit einem Daumenkino-Effekt versetzt. So effektiv dieses Element zu Beginn auch ist, so gewinnt es danach an Monotonie, sollte man als Leser nicht zu sehr auf die vielen Details achten. Man muss allerdings sagen, dass die blutigen Szenen, in denen lebendes Fleisch auf tote Haut trifft, anschließend deutlich abwechslungsreicher dargestellt werden.

Der Mönch muss sich wappnen. (Copyright: Cross Cult)

Der Mönch muss sich wappnen. (Copyright: Cross Cult)

Indem ein großer Teil des Bandes davon aufgebraucht wird, erscheint die gefühlte Lesezeit kürzer. Außerdem wäre durchaus noch Platz für ein wenig mehr Plot gewesen, der nur ein paar andere Ansätze neben der Ödnis aufweist, welche den Schauplatz des Ganzen bildet. Besonders wen man die Vorgängerbände nicht kennt, fällt es schwer, sich in den Kontext einzufinden.

Abseits davon zeugt „The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet“ von einem hohen Unterhaltungswert. Besonders wenn man sich die Zeit für einen zweiten Durchlauf nimmt, wird einem das eine oder andere Neue noch auffallen.

Das Werk wirkt am Ende dennoch sehr kurzatmig und man hat nicht das Gefühl, in der Story weitergekommen zu sein. Die visuelle Umsetzung macht jedoch den großen Unterschied, da sie den Fokus durch die Zeichnungen immer wieder auf das Geschehen lenkt; nicht zu vergessen die expliziten Darstellungen von Gewalt und dynamischen Kampfszenen, durch die der Comic lebendig wirkt.

„The Shaolin Cowboy: Shemp Buffet“ bietet qualitativ hochwertige und abstrakte Unterhaltung, die zu fesseln weiß.

Trailer

Handlung

Der pure Wahnsinn! Bereits Elvis Presley sprach davon, weniger zu reden und mehr zu handeln. Das ist auch die Devise eines einzelnen Mannes, der in dieser Saga die wandelnden Toten bekämpft – so, wie man es nie zuvor gesehen hat! Dabei lässt die Action nie nach, wenn der beliebteste Shaolin Cowboy der Welt gegen eine Legion Feinschmecker aus der Hölle antritt, die vorhat, Amerikas vielversprechende Jugend in ein endloses Buffet zu verwandeln.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Geof Darrow (*21. Oktober 1955 in Cedar Rapids, Iowa) ist ein US-amerikanischer Comiczeichner.

(Quelle: Wikipedia)

Georg Darrow – Homepage

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 26.05.2016
Seitenzahl: 144
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Christopher