Review

Vor einiger Zeit konnte die Comicvorgeschichte zu „Mortal Kombat X“ wirklich gut unterhalten, umso gespannter wurde der offizielle Comic zum Game „The Evil Within“ erwartet.

Für die Story zeigt sich Ian Edginton verantwortlich, der schon für die ganz Großen (DC, Marvel, Dark Horse) arbeitete und allgemein oft mit von der Partie ist, wenn es um Videospielmarken geht.
Alex Sanchez, der bereits an „Marvel Age: Hulk“ oder „X-Men“ arbeitete und sich so einen Namen machte, steht ihm für die Zeichnungen zur Seite. Hochkarätig klingt das, doch wirkt sich das auch auf den Comicband „The Evil Within“ aus?

Um es vorwegzunehmen: leider gar nicht.
Gerade Fans des Spiels haben sich auf knallharten Psychoterror gefreut. Traumwelten, Angstzustände und das alles in einem abgefahrenen Setting. „The Evil Within“ verkommt hier jedoch zu einer Teenie-Horror-Story.

Dana möchte eines Tages ihre Freundin treffen, jedoch verschwindet sie direkt vor ihren Augen. Wenn ihr das Spiel gespielt habt, dann wisst ihr schon, um wen es geht.
Auf ihrer Traumreise durch Splatter und Horror trifft sie auf verschiedene Charaktere, die so schnell im Bild sind, wie sie auch wieder verschwinden. Eine Bindung zu diesen Personen baut sich zu keiner Zeit auf und wirklich tief wird hier ebenfalls nicht gebohrt. Die Oberfläche macht es. Man hat das Gefühl, dass der Inhalt des gesamten Spiels in die Seiten gepresst wurde. Alle 3-4 Seiten muss zudem etwas Heftiges passieren, wahrscheinlich, damit der Leser bei der Stange bleibt.

Danas Mitstreiter werden für ihre schlimmsten Taten bestraft – so kann man die Story zusammenfassen. Jeder Protagonist erhält dabei seine paar Seiten Ruhm und ist anschließend, wie bereits erwähnt, von der Bildfläche verschwunden. Worin das mündet, wissen nur Fans.

Ian Edginton (Copyright: Ian Edginton)

Ian Edginton (Copyright: Ian Edginton)

So nüchtern die Story ist, so mittelmäßig sind leider auch die Zeichnungen. Keine Frage, die Panoramen sehen klasse aus, doch geht es etwas in die Ferne oder werden Personen gezeigt, dann wird es matschig und sehr detailarm. Einzig der Noir-Filter sieht ziemlich gut aus und erinnert stark an den filmischen Anspruch des Spiels.

Etwas, was dann doch noch punkten kann, ist die Cover Galerie sowie die Pin-ups am Ende. Die sehen nämlich grandios aus und machen direkt wieder Lust auf das Spiel.

Fazit: Viele Spiele werden in Form eines Romans oder durch Comichefte versucht, an die breite Masse zu bringen. Oft floppt dieses Vorhaben. „The Evil Within“ ist so ein Fall.
Einen Spannungsbogen sucht man vergebens, eine packende Story oder gute Dialoge ebenfalls.
Ist „The Evil Within“ denn wenigstens etwas für Fans? Auf keinen Fall, denn jeder Freund des Spiels kann sich diesen Comic sparen und lieber die DLCs zum Game spielen. Da ist deutlich mehr drin und man bekommt etwas fürs Geld.

Inhalt

Der Survival-Horror-Schocker „The Evil Within“ ist das neue Videogame-Highlight von Shinji Mikami, dem Schöpfer der legendären „Resident Evil“-Reihe, nach der zahlreiche Romane, Filme und Comics entstanden. Der britische Comic-Autor Ian Edington (Warhammer, Star Trek) erzählt in diesem Band nun die offizielle Comic-Vorgeschichte zum neuen Grusel-Videospiel-Kracher „The Evil Within“.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Ian Edginton ist ein britischer Comic-Autor, bekannt für seine Arbeit an Titeln wie X-Force, Scarlet Spuren, HG Wells, The War of the World und Leviathan.

(Quelle: Wikipedia)

Ian Edginton – Twitter

Details

Format: A4, Softcover
Vö-Datum: 15.04.2015
Originalausgaben: The Evil Within
Seitenzahl: 100
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus
Marcus