Review

Mit „The Divine“ entführen Asaf und Tomer Hanuka ihre Leser in die Tiefen Südostasiens, wo die politische Situation etwas heraufbeschworen hat, was weit über den menschlichen Verstand hinausgeht.
Inspiriert von einem Foto und seiner Geschichte dahinter machten sich die beiden an ihre Graphic Novel, die einen fiktiven Einblick in die Kultur und in die Welt der beiden Kinder aus der Sicht eines Außenstehenden liefern soll.

Mark, ebenjener Außenstehende, ist Sprengstoffexperte und will nur das Beste für seine Frau und den bevorstehenden Nachwuchs. Allerdings läuft in der westlichen Zivilisation Amerikas nicht alles immer glatt. Nach einem unverhofften Jobangebot eröffnet sich ihm die Möglichkeit auf schnelles Geld. Das Angebot eines Freundes verschlägt ihn mit einem militärischen Auftrag mitten nach Quanlom. Dort soll es zu einer übernatürlichen Begegnung kommen …

Die Story von „The Divine“ reißt die zwei unterschiedlichen Protagonisten aus dem alltäglichen Leben, lässt sie sich in einem scheinbaren Paradies wiederfinden und von da aus auf eine manifestierte, spirituelle Ebene gleiten. Aber anders als in vielen Storys ist Waffennarr Jason keineswegs ein zweifelnder Atheist oder dergleichen. Er selbst scheint überzeugt von etwas Höherem, wohingegen Mark die Existenz solcher Mächte durchweg zu leugnen scheint.

So sollte man keinesfalls denken, dass es hier ausschließlich um die menschliche Gier oder politische Missstände geht. Generell rückt dieser Aspekt im Laufe der Story viel mehr in den Hintergrund und der Mystik wird die Bühne überlassen. Besonders über die vorkommenden Kinder wird nicht viel preisgegeben, was den oft fallenden Begriff „Die Göttlichen“ noch zusätzlich verstärkt.

Optisch bedient sich die Graphic Novel abgesehen von einigen Ausnahmen an verhaltenen Farbpaletten. Doch sobald es in Richtung Quanlom geht, werden die Farben voller, kräftiger und ausgefallener; fast so, als wolle man hiermit suggerieren, dass es aus der westlichen Welt hinaus- und in etwas vollkommen Neues hineingeht. Der Kontrast ist durchaus spürbar. Ebenfalls glänzt „The Divine“ mit Einzelbildern, die sich über eine Doppelseite erstrecken.

In Quanlom wird die Realität infrage gestellt. (Copyright: Cross Cult)

In Quanlom wird die Realität infrage gestellt. (Copyright: Cross Cult)

Wer auf Splatter steht, ist bei „The Divine“ sowieso an der richtigen Adresse. Es gibt zwar nicht allzu viele explizite Szenen, aber die, die es gibt, haben es in sich. Die Darstellung ist erschreckend detailliert und geht buchstäblich unter die Haut.

Es gibt allerdings ein paar Aspekte an der Graphic Novel, die – subjektiv gesehen – den guten Eindruck etwas ankratzen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass der Plot zum Schluss etwas dünn wird und das Ganze ein wenig holprig auslaufen lässt. Das kann man letztendlich sehen, wie man will, und immerhin gewährt dieses Vorgehen ein hohes Maß an interpretatorischer Freiheit.

„The Divine“ spielt auf jeden Fall mit verschiedenen Elementen und lässt Realität und Fantasie miteinander verschwimmen – bis zu dem Punkt, an dem sich der Leser selbst fragt, was von all dem jetzt wirklich passiert ist. Die Story zeichnet sich nämlich oft durch eine sehr dezente Art aus. Daher bietet „The Divine“ einen Lese-Ausflug, der gleichermaßen mythisch wie grausam ist.

Trailer

Handlung

Der ehemalige Sprengstoffexperte Mark befindet sich in seinem Leben in einer Sackgasse: Er lebt mit seiner schwangeren Freundin in Texas und hat einen unbefriedigenden Job. Eines Tages erhält er von seinem Freund Jason einen Anruf mit einem lukrativen, militärischen Angebot. Er nimmt an und muss nach Quanlom – einem obskuren südostasiatischen Land, beschmutzt durch einen bösartigen Bürgerkrieg.

Dort angekommen, realisiert er, dass ihm Schlimmeres bevorsteht, als er sich hätte ausmalen können. Denn Quanlom ist ein Ort, der gleichermaßen von Landminen als auch alter Geister besetzt ist. Nun müssen die beiden Männer sich genau überlegen, wen sie als Verbündete wählen, im Kampf um das Überleben.

(Quelle: Cross Cult)

Autoren

Asaf Hanka (geb. 1974) ist ein israelischer Illustrator und Comicautor, bekannt durch seine autobiographischen Comics.

(Quelle: Wikipedia)

Asaf Hanuka – Homepage

Tomer Hanuka (geb. 1974) ist ein […] Illustrator und Cartoonist.

(Quelle: Wikipedia)

Tomer Hanuka – Homepage

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 25.05.2016
Seitenzahl: 160
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Christopher