Review

Intergalaktischer Despot

Der „Thanos Megaband 1: Tödlicher Titan“ aus der Feder von Comic-Tausendsassa Jeff Lemire („Black Hammer 1: Vergessene Helden“), prachtvoll inszeniert von Mike Deodato Jr., hat uns geradezu episch unterhalten. Die US-Ausgaben „Thanos #1-12“ konfrontierten den wahnsinnigen Titanen aus „Avengers: Infinity War“ mit seiner eigenen Sterblichkeit.

„Thanos Megaband 2: Herrscher des Universums“ bringt nunmehr insbesondere die abschließenden US-Ausgaben „Thanos #13-18“ sowie die zugehörige Miniserie „Cosmic Ghost Rider“ zu uns nach Deutschland.

Die Fortsetzung der Thanos-Saga wurde ersonnen von Marvels neuem Wunderkind Donny Cates. Bebildert wurde der vollgepackte Band im Wesentlichen von Geoff Shaw sowie Dylan Burnett.

Old Man Thanos

Thanos hat soeben rücksichtslos den Planeten der Chitauri unterworfen, da taucht plötzlich der kosmische Ghost Rider auf. Die Quasselstrippe mit dem flammenden Totenschädel legt den machthungrigen Titan kurzerhand in Ketten und schleppt ihn quer durch den Zeitstrom in eine entfernte Zukunft. Dabei handelt es sich bei diesem Flammenkopf um keinen Geringeren als Punisher Frank Castle. Die Rache-Ein-Mann-Armee verkaufte ihre Seele zunächst an den Teufel und wurde Ghost Rider, Geist der Vergeltung, um dann einen zweiten dämonischen Pakt einzugehen, und Ghost Rider, Herold von Galactus, dem Weltenverschlinger, zu werden, nur um schließlich der Rider zu werden, schwarze rechte Hand des wahnsinnigen König Thanos.

Zu diesem verwitterten, alten König Thanos mit weißem Ziegenbart bringt Rider Frank den jungen Thanos. Der ergraute Schlächter hat all seine machtvollen Feinde besiegt und konnte dennoch nach wie vor nicht die Gunst seiner Geliebten Mistress Death, der Inkarnation des Todes, gewinnen. Für ein letztes kosmisches Gefecht benötigt der hochbetagte Herrscher des Universums die Unterstützung seines jüngeren Ichs.

Frank Castle: Babysitter wider Willen

Die Miniserie „Cosmic Ghost Rider“ führt den intergalaktischen Flammenkopf Frank Castle, dessen Werdegang wir zuvor verfolgt haben, in die Vergangenheit. Dort will der frühere Verbrecherjäger Baby-Thanos töten, solange dieser noch keine Gefahr für das gesamte Universum darstellt. Allerdings vermag der Punisher-Ghost Rider kein unschuldiges Kind zu töten. Stattdessen nimmt er den Spross unter seine Fittiche. Frank möchte verhindern, dass Thanos jemals das massenmordende Monster wird, das er bestimmt ist, zu sein. Doch nicht nur Cable, der wortkarge, zeitreisende Mutant, hält es für eine schlechte Idee, dass der Meister der Selbstjustiz den Ersatzvater geben will. Hier ist Chaos vorprogrammiert.

Allerbeste Unterhaltung

Leseprobe aus dem „Thanos Megaband 2: Herrscher des Universums“ (Copyright: Marvel Comics)

Donny Cates macht genau da weiter, wo Jeff Lemire aufgehört hat. Der rund 280 Seiten starke Band bietet durchgehend brillante, kosmische Unterhaltung um den machthungrigen Titanen Thanos. Dabei kommt der Leser mit „Thanos Megaband 2: Herrscher des Universums“ in den Genuss brachialer Kämpfe und bekommt eine actiongeladene Story serviert.

Überraschenderweise ist die Saga unter der Führung von Cates aber auch ausgesprochen komisch und erfrischend skurril. Ob nun ausgerechnet die Inszenierung von Frank Castle – against type – als nimmermüde Quasselstrippe Ghost Rider, dessen Freundschaft mit dem Weltenverschlinger Galactus oder die brüllend komische Episode mit Thanos als Knirps und Frank als unerwartetem Papa – hier ist den geneigten Lesern allerhand Abwechslung geboten

Noch dazu passen die Stile der Zeichner Geoff Shaw und Dylan Burnett wunderbar zu ihren jeweiligen Kapiteln. Wo Shaw mit epischen Bildern glänzt, da präsentiert Burnett eine cartoonartige, schrille Ästhetik.

Fazit

Allenfalls die hier als Bonus mit umfassten Kurzgeschichten aus dem „Thanos Annual“ können das Niveau nicht ganz halten. Im Übrigen ist die gesamte Saga über den Titanen schlichtweg ein einziger Lesegenuss und ein echtes Marvel-Highlight.

Inhalt

Kaum hat Thanos, der Schlimmste der Schlimmen, auf seinem Thron Platz genommen, da wird er vom kosmischen Ghost Rider entführt. Der galaktische Flammenkopf zerrt den Titanen in eine düstere Zukunft, in der Thanos’ brutalster Gegner regiert: König Thanos?! Auf den krassen Rider wartet indes u.a. Cable …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 19.02.2019
Originalausgaben: Thanos 13-18 & Annual 1 / Cosmic Ghost Rider 1-5
Seitenzahl: 284
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)