Review

Tamasaburo lädt uns ein in ihre Welt. Eine Welt voller Krieg, in der zwei mächtige Heerführer die Menschheit zu je einer Seite gespalten haben. Doch der Krieger mit Namen „Seelenbinder“ bezwang seinen Widersacher und stürzte „Ankhammerad“ samt seines Volks in die durch die Schlacht entstandene Unterwelt.

„Gähn“. Nein, wirklich, das ist wortwörtlich der erste Laut, den Protagonistin Kuruna bereits im ersten Panel nach der farbigen Doppelseite zur Einleitung des Hintergrunds von sich gibt.
Die Geschichte von „Das Liberi-Projekt“ spielt sich einer fiktiven Welt ab mit seltsamen Gestalten, einer mythologischen Entstehungsgeschichte und jeder Menge Sand. Die Schülerin Kuruna trifft auf einem Schülerausflug zwei Jungen, die scheinbar mit übernatürlichen Fähigkeiten gesegnet worden sind und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Mit dem ersten Band von „Das Liberi-Projekt“ darf man sich auf locker flockigen Lesespaß gefasst machen. Durch den zugänglichen Erzählstil werden die Leser direkt von Anfang an gut in die Story eingebunden, die auch stets ohne unnötige Zwischenstopps voranschreitet. Und es ist schon mal eine Menge wert, wenn man sich nicht durch jede einzelne Seite eines Mangas quälen muss.

Auch wenn der Plot nicht gerade die Innovation des Jahrhunderts bietet, gleicht Tamasaburos Sinn für einfachen, aber zündenden Humor und für die Gestaltung der Szenerie das allemal aus. Bereits nach den ersten Seiten hat man das Gefühl, als würde man Jahre zurückgeworfen werden, da hier auf den ganzen Schnickschnack verzichtet wird, den moderne Manga-Serien oft aufweisen und der das Ganze kein bisschen interessanter macht.

Dies spiegelt sich auch im Zeichenstil wider. Bitte den vorherigen Satz nicht falsch verstehen, die visuelle Darstellung gestaltet sich immer noch zeitgemäß, hat aber doch einen gewissen, sagen wir mal, „Vintage-Stil“ an sich. Die Charaktere glänzen mit sehr vorhersehbaren Eigenschaften bzw. Eigenarten, wobei man sagen muss, dass Kurunas aufbrausende Art immer wieder für Unterhaltung sorgt. Generell sticht jedoch das Design ins Auge, welches jede Figur so einzigartig macht. Ein leichter Hauch von Steampunk liegt hier definitiv in der Luft. Dennoch findet der Leser sofort eine persönliche Bindung zu den Charakteren. Am Ende des Mangas wird man sich dabei ertappen, wie man panisch hofft, dass hier nicht sofort das erste obligatorische Todesopfer in Tinte vor einem liegt.

Ebenfalls kann man „Das Liberi-Projekt“ mit gutem Gewissen als actiongeladen bezeichnen, denn neben den witzigen Einlagen bilden die Actionszenen das Highlight des ganzen Bandes. Hier kann man ordentliche Battle-Manga-Allüren erkennen und die geordnete Panelaufteilung wirkt trotzdem dynamisch und energetisch.

Auf der Suche nach einem neuen Manga? Mit „Das Liberi-Projekt“ kann man nichts falsch machen. Obendrein werden sich von der lockeren Erzählweise und den Zeichnungen auch Freunde anderer Genres hiervon angesprochen fühlen. Da lohnt es sich doch glatt, an der Reihe dranzubleiben.

Handlung

Der Große Krieg spaltet die Welt und der grausame Tyrann Ankhammerad wird vom stolzen Krieger Seelenbinder in die Unterwelt verbannt.
3000 Jahre später gerät die Schülerin Kuruna auf einem Ausflug zum Gedenktag Seelenbinders in einen Sandsturm. Ihre Retter sind ausgerechnet zwei wilde Typen mit übernatürlichen Fähigkeiten – Liberi, die von einem größenwahnsinnigen Wissenschaftler erschaffen wurden. Plötzlich steckt Kuruna mitten in einem Kampf zwischen Gut und Böse um das geheimnisvolle Liberi-Projekt.
Mit einer gehörigen Portion Humor versehen, lässt die Autorin die Leser waghalsige Abenteuer in einer mysteriösen Welt voller Überraschungen erleben.

(Quelle: Carlsen)

Autorin

Tamasaburo, Jahrgang 1989, beschäftigt sich seit 2005 mit Illustrationen und Comics. Daneben gilt ihr großes Interesse dem Film, vorzugsweise dem Animationsfilm und dem Storytelling in visuellen Medien. Seit 2012 ist sie Studentin der Filmakademie Baden-Württemberg. Beim Zeichnen konsumiert sie zahlreiche Hörbücher und viele, viele Süßigkeiten.

(Quelle: Carlsen)

Tamasaburo – Facebook

Details

Format: Großtaschenbuch
Veröffentlichung: 01.03.2016
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-551-75363-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher