Review

In „Symmetry“ lässt Matt Hawkins die Kinder ihren Namen sowie das Geschlecht selbst wählen. Der Geschlechtsakt dient lediglich der Fortpflanzung und jeder Mensch ist mit der künstlichen Intelligenz Raina verknüpft. So können Telefongespräche oder der Terminkalender bequem über den Kopf gesteuert werden.

Michael und sein Bruder Matthew sind Teil dieser so einfachen Welt, doch eine Naturkatastrophe lässt sie ein Leben erfahren, das sie sich wahrscheinlich nie hätten träumen lassen. Andere Rassen, sich um sich selbst kümmer – das sind Themen, die der Autor in „Symmetry“ gerne ansprechen will. Hinzugemischt wird ein ordentlicher Batzen KI.
Raffaele Ienco leiht dafür sein Können in der Gestaltung.

Eigentlich ist in „Symmetry“ alles easy: Die Elder sind die ewig Alten, die die Welt durch Maschinen steuern lassen, damit sie selbst weniger zu entscheiden haben. Michael und Matthew sind Teil dieser Welt und eigentlich ganz zufrieden. Ein Ausflug nach Wolf Creek Mountain wird jedoch zum Horrortrip, denn durch eine Sonneneruption gibt es einen globalen Ausfall der Maschinen und kaum jemand ist lebensfähig. Als Ausgestoßener behandelt, findet Michael seine Liebe des Lebens – und das zu allem Übel noch aus einem anderen Volk…

Leseprobe aus „Symmetry“ (Copyright: Panini Verlag)

Wer nun denkt, dass die Story Ähnlichkeiten zu „Saga“ aufweist, der irrt. Trotzdem ist die Erzählung klasse und die Figuren sind schön ausgearbeitet. Störend ist allerdings der Erzählfluss, der sehr abgehackt wirkt. So erscheinen Ortswechsel sehr schnell und abrupt, was der gesamten Geschichte einen gehetzten Charakter verleiht.

Auch die Zeichnungen können geteilte Meinungen nach sich ziehen. Zum einen sind sie sehr stimmungsvoll und authentisch. Genau so könnte man sich die Zukunft vorstellen. Zum anderen wirken die Panels oftmals wie aus einem Comic, der zu einer Serie oder einem Film erstellt wurde und gemacht werden musste. Gerade wenn die Elder mit Lichteffekten als sehr erhaben dargestellt werden, mutet das Artwork eher wie ein schlechtes Albumcover an. Sehr schade, geht dadurch der ansonsten gute Look der Veröffentlichung doch ein wenig unter.

Insgesamt zeigt „Symmetry“ auf gruselige Weise auf, wie die Zukunft aussehen könnte. Die Charaktere handeln allerdings nicht immer nachvollziehbar, was man angesichts der Tatsache, es hier mit einem Comicbuch zu tun zu haben, entschuldigen kann.
Packend bis zum Schluss, nur leider etwas lahm erzählt, entwickelt sich die Geschichte, für die es keine dringende Empfehlung gibt, doch sollte sie euch mal in die Hände fallen, schadet ein Blick hinein nicht.

Inhalt

In der Welt von Symmetry wählen Kinder ihr Geschlecht und ihren Namen selbst, Beziehungen beschränken sich auf Fortpflanzung. Raina, eine künstliche Intelligenz, bestimmt den Alltag – darunter der von Michael, doch eine Naturkatastrophe verändert alles. Michael und sein Bruder Matthew sind fortan gezwungen, in der Wildnis zu überleben. Doch das ist nach einem Leben, in dem man kaum Verantwortung für sich selbst trug, gar nicht so einfach. Dann taucht Maricela auf, eine Frau, deren bloße Existenz alles auf den Kopf stellt, an das die beiden bisher geglaubt haben.

(Quelle: Panini Verlag)

Autor & Zeichner

Matt Hawkins (Autor)
begann 1993, Comicbücher zu veröffentlichen.

Matt Hawkins – Facebook

Raffaele Ienco (Zeichner)
ist ein Comic-Zeichner und mittlerweile seit mehr als 20 Jahren aktiv. Er veröffentlicht über Marvel und Image Comics. Geboren in Italien, kam er mit vier Jahren nach Kanada und lebt derzeit in Toronto.

Raffaele Ienco – Facebook

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 25.07.2017
Originalausgaben: Symmetry 1-8
Seitenzahl: 196
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus
Marcus