Review

Im Krimi-Sektor hat Sven Koch mit seiner „Dünen“-Reihe als Autor bereits Fuß gefasst. Seit 2018 und durch das Erscheinen seines Romans „Kalte Sonne“ möchte er auch bei den Thriller-Veröffentlichungen mitmischen. Um seinen Stand in diesem Bereich zu untermauern, folgt nun sein zweiter Thriller namens „Schwarzer Fjord“ im Knaur Verlag.

Konnte uns sein Debüt in diesem Genre noch nicht ganz überzeugen, weist „Schwarzer Fjord“ eine deutliche Steigerung auf.

Auf 320 Seiten dreht sich alles um das Geheimnis einer Nacht am Ringkøbing-Fjord in Dänemark – und um zwei vermeintlich beste Freundinnen.

Richtung Nordic-Noir soll es also bei Kochs Psycho-Thriller gehen, dessen Klappentext wie folgt lautet:

Die Handlung

Als Liv nach einem Treppensturz im Krankenhaus erwacht, kann sie sich nur vage erinnern: Sie war seit ein paar Tagen bei Magnus, dem Mann ihrer besten Freundin Vigga, die spurlos verschwunden ist. Und sie hat etwas gefunden, das Magnus belastet. Doch jetzt ist Magnus tot und Liv überzeugt, dass ein Mordanschlag auf sie verübt worden ist. Doch warum und von wem? Und wo ist bloß Vigga?

Die Polizei dagegen glaubt, dass Liv längst nicht so unschuldig ist, wie sie vorgibt zu sein. Warum sonst trägt sie plötzlich Viggas Kleidung und hat sich in eine Kopie ihrer Freundin verwandelt?

Bewertung

Koch spielt in seinem Roman mit der Frage nach Schein und Sein und bringt die Suche nach der Wahrheit und Identität mit in sein hier erdachtes Psycho-Spiel.

Dabei bewahrt er – sowohl für die Figuren als auch die Leser – lange das im Klappentext erwähnte „Geheimnis einer Nacht am Ringkøbing-Fjord“. Das führt zu Mutmaßungen, Ahnungen und vermeintlichen Lösungen seitens der Leser, die sich durch einige kleine Wendungen und Überraschungen immer wieder zerschlagen.

Sven Koch (Copyright: Kerstin Schomburg)

Dies hält die Spannung aufrecht, die wiederum wiederholt einen Dämpfer verpasst bekommt. Denn indem Koch seiner Liebe zum Schreiben nachkommt, mangelt es auch an Detailreichtum und Ausschweifungen nicht. Jene erweisen sich allerdings zumeist als irrelevant für die Handlung und unterbrechen den eigentlich guten Lesefluss.

Jener wird vor allem durch kurze Kapitel und schnell sowie flüssig zu lesende Sätze hervorgerufen.
Die Ich-Erzählperspektive sorgt indes dafür, eine Nähe zur Hauptfigur zu schaffen.

Auf der Strecke bleiben partiell jedoch Logik und Plausibilität. So realistisch Koch auch versucht, seine Geschichte anzulegen, es bleiben einige Ungereimtheiten bestehen.

Insgesamt gelingt es dem Autor aber, seine Ideen ausreichend packend umzusetzen, dass die Leser am Ball bleiben wollen und werden. Begünstigt wird dies erneut durch die gute Lesbarkeit. Ebenso trägt ein angenehmes Erzähltempo dazu bei.

Fazit

Der große Hit im Genre ist Sven Koch auch mit „Schwarzer Fjord“ noch nicht gelungen. Dennoch kann sein zweiter Thriller weitaus mehr überzeugen als es der Vorgänger tat. Es scheint, er ist auf dem richtigen Weg, um sich den großen Namen in diesem Bereich anzunähern. Bleibt abzuwarten, ob ihm mit einem möglichen weiteren Werk dieser große Sprung gelingen wird.

 

Handlung

Mein Mörder hat kein Glück gehabt. Ich lebe noch.

Was geschah letzte Nacht am dänischen Ringkøbing-Fjord?
Als Liv nach einem Treppensturz im Krankenhaus erwacht, kann sie sich nur vage erinnern: Sie war seit ein paar Tagen bei Magnus, dem Mann ihrer besten Freundin Vigga, die spurlos verschwunden ist. Und sie hat etwas gefunden, das Magnus belastet. Doch jetzt ist Magnus tot und Liv überzeugt, dass ein Mordanschlag auf sie verübt worden ist. Doch warum und von wem? Und wo ist bloß Vigga?

Die Polizei dagegen glaubt, dass Liv längst nicht so unschuldig ist, wie sie vorgibt zu sein. Warum sonst trägt sie plötzlich Viggas Kleidung und hat sich in eine Kopie ihrer Freundin verwandelt?

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Sven Koch
geboren 1969, arbeitet als Redakteur bei einer Tageszeitung. Auch als Fotograf und Rockmusiker hat er sich einen Namen gemacht.

Mit seiner erfolgreichen „Dünen“-Reihe rund um das Ermittlerteam von Femke Folkmer und Tjark Wolf hat sich Sven Koch fest im Buchhandel etabliert. „Kalte Sonne“ war sein erster Thriller.

Der Autor lebt mit seiner Familie in Detmold.

(Quelle: Knaur Verlag)

Sven Koch – Homepage | Sven Koch – Facebook | Sven Koch – Twitter

Details

Format: Klappenbroschur
Vö-Datum: 02.03.2020
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-426-52349-0
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde