Review

„Doomed“ steht als großes Superman-Event direkt vor der Tür und Leser, die gern die Komplettpackung lesen, finden den Ursprung dessen bereits im Start der neuen Serie „Superman / Wonder Woman“ von Charles Soule. Aber der Reihe nach.

Als Zeichner mit an Bord: Tony S. Daniel (Copyright: DC Comics)

Als Zeichner mit an Bord: Tony S. Daniel (Copyright: DC Comics)

Soule ist den Deutschlesern des neuen DC Universums bisher vornehmlich durch seine Arbeiten an „Swamp Thing“ oder den „Red Lanterns“ bekannt geworden. Mit „Superman / Wonder Woman“ startet er nun eine neue Reise in die Welt von DC’s mächtigsten Meta-Wesen, nämlich des Kryptoniers und der Amazone.
Als zeichnerischen Beistand holte er sich Tony S. Daniel dazu, der vielen vor allem als Batman-Zeichner unter Grant Morrison („Black Glove“, „R.I.P.“) bekannt sein dürfte.

In „Superman / Wonder Woman“ wird das Thema aufgegriffen, welches sich seit dem Start des neuen DC Universums durch so viele Ausgaben der Justice League und andere Serien gezogen hat, nämlich dem Verhältnis von Kal-El (Superman) und Diana (Wonder Woman). Eine Liebesbeziehung explosiven Ausmaßes möchte man meinen, so konnte man bereits vorab viel Action, aber auch Soap-Anteile erwarten. Vor allem Letzteres machte die Serie für mich bereits seit der Ankündigung interessant. So ließ sie auf Charaktervertiefungen, Zwischenmenschliches und dementsprechendes Storytelling hoffen. Wie zu erwarten war, steht die Beziehung zwischen Clark und Diana gewissermaßen im Mittelpunkt des Geschehens und entblößt eine Menge Konfliktpotenzial, als diese urplötzlich der Öffentlichkeit bekannt wird. Beide scheinen unterschiedliche Standpunkte bezüglich ihres Umgangs mit ihrem Verhältnis zu vertreten. So zeigt sich Wonder Woman vom Wunsch getrieben, öffentlich Stellung zu beziehen und aus ihrer Liebe kein Geheimnis zu machen. Worin Superman eine offenkundige Gefahr für die Menschheit zu sehen scheint.

Das situative Geflecht wirkt bisweilen sehr interessant, auch wenn Soule es nicht vermag, einer Figur wie Wonder Woman eine vergleichbare Tiefe einzuhauchen, wie in ihrer von Brian Azzarello verfassten Soloserie. So wirkt der Besuch im Olymp und das Aufeinandertreffen von Superman und dem Gott Apollo doch etwas plump und lässt ein wenig die findige Erhabenheit der regulären Wonder Woman Serie vermissen. Dennoch ist es sehr spaßig, die wilde Amazone wieder etwas mehr im regulären DC Universum verankert zu sehen, wo doch die bereits erwähnte Soloserie sich momentan aus diesem meist herauszuhalten scheint.

Allrounder Charles Soule (Copyright: Seth Kushner)

Allrounder Charles Soule (Copyright: Seth Kushner)

Soule wollte nicht nur mit interessanten Soap-Elementen aufwarten, sondern gleich noch ein, zwei größere Feuerwerke abfeuern. So wird kurzerhand General Zod und seine tückische Gefährtin Faora ins New52 Universum eingeführt, jedoch ohne dabei auch nur ansatzweise kreative Akzente zu setzen. Zod hat immer noch eine etwas im dunklen gelassene Vergangenheit mit Jor-El (Supermans Vater) und entpuppt sich nach wenigen Szenen als tyrannischer Oberbösewicht. Dies ist zwar alles nicht neu, aber dennoch eine wunderbare Gelegenheit zu verdeutlichen wie wenig Superman bis heute über seine eigene Kultur, sein Volk und seinen Heimatplaneten weiß. Wie ein unbeholfener Junge, zurückgelassen von einer Vergangenheit, die nur noch aus Bruchstücken besteht, dessen Einzelteile oft anders zu sein scheinen, als sie letztendlich sind.

Vom Eisner Award ist „Superman / Wonder Woman #1“ gewiss weit entfernt, dennoch legt Soule hier einen interessanten Start hin, der definitiv zum Weiterverfolgen einlädt. Und das sollte man auch, denn wie bereits erwähnt, steht mit „Doomed“ ein großes Superman-Event in den Startlöchern und dieses findet seinen Ursprung nun mal in diesem Band. Das ultimative Böse wird sein Antlitz aus den Tiefen erheben und einen ersten Blick darauf könnt ihr bereits in dieser Ausgabe werfen.

Inhalt

Sie sind das mächtigste Superpaar, das es je auf der Erde gab. Doch neben ihren mächtigen Feinden plagen den Mann aus Stahl und die Amazonenprinzessin Probleme, die jedes andere Paar auch kennt. Und das könnte sich rächen, besonders wenn Gegner wie Doomsday und General Zod sie ins Visier nehmen!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Charles Soule

Charles Soule ist ein aus Brooklyn, New York stammender Comic-Autor, Musiker und Anwalt, der vor allem durch seine Arbeiten an Serien wie „27“, „Letter 44“, „Death of Wolverine“ oder „Superman / Wonder Woman“ Bekanntheit erlangte.

(Quelle: Wikipedia)

Charles Soule – Autorenhomepage
Charles Soule – Homepage
Charles Soule – Twitter

Tony S. Daniel – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 04.11.2014
Originalausgaben: US Superman / Wonder Woman #1 – 7
Seitenzahl: 172
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics / DC Comics

Copyright Cover: Panini Comics / DC Comics



Über den Autor

Emu
Emu
“Only nothing is impossible.” - Grant Morrison