Review

Die stählernen Abenteuer der Superman Sonderband“-Reihe, in denen vor allem das familiäre Zusammenleben von Superman, Superboy Jon Kent und Lois Lane im Vordergrund steht, haben uns bisher ausgesprochen gut unterhalten („Superman Sonderband 2: Super-Söhne“, „Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt“, „Superman Sonderband 4: Schwarze Ernte“).

Mit dem vorliegenden „Superman Sonderband 5: Die Macht der Furcht“ bekommen die Leser hierzulande die US-Ausgaben „Superman #26-30“ und damit wieder einmal einen bunten Strauß unzusammenhängender Kurzgeschichten zu lesen.

Den Auftakt macht eine Episode von Autor Michael Moreci, die sich ganz mit der Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem Mann aus Stahl und dem stählernen Sprössling Superboy beschäftigt. Ein wenig aus der Rolle fallend bereitet – der bisher eher schüchtern in Erscheinung getretene – Jon als draufgängerischer Heißsporn seinem Vater einiges Kopfzerbrechen. Hier erinnert der junge Held fast mehr an seinen Kollegen Damian Wayne alias Robin von den „Super-Söhnen“ („Super Sons 1: Familienzoff“). Dabei denkt der größte Superheld der Welt allerdings auch an die Beziehung zu seinem eigenen (Zieh-)Vater Jonathan Kent zurück, von dem er derart immer noch lernen kann. Alles in allem eine recht einfache „Feel Good“-„Happy End“-Geschichte, ohne größere Charakterentwicklung und tieferen Hintergrund.

In den nächsten Kapiteln verfrachten die bisher so genialen Autoren Peter J. Tomasi und Patrick Gleason die Kent-Familie in den Urlaub und schicken sie auf einen Road Trip durch die USA. Dabei sollen vor allem Jon und der Leser so einiges über die Vereinigten Staaten, deren (militärische) Geschichte und Werte lernen. Leider ist das hier – zumindest für einen deutschen Leser wie mich – wohl das schwächste Kapitel der neuen Abenteuer um den Mann aus Stahl und seine Familie. Man kommt sich vor, wie in einem Lehrbuch zur politischen Bildung und der Unterhaltungswert bleibt völlig auf der Strecke.

Das anlässlich des Independence Day erschienene Kapitel strotzt und trieft vor Stars and Stripes und ist wirklich schrecklich patriotisch geraten. Eine Lobeshymne für die Veteranen hier, eine Lobpreisung für die US-Militäreinsätze im Allgemeinen dort. Das muss wirklich nicht jedem gefallen. Die USA haben und hatten schon immer ein wahrlich besonderes Verhältnis zu ihren Streitkräften. Und wenn man nur aufmerksam lauscht, kann man hier womöglich Homer Simpson seinen berüchtigten „U-S-A!“-chant grölen hören.

In dem letzten Abschnitt aus der Feder von Keith Champagne verschwinden seit 14 Tagen Kinder spurlos aus ihren Elternhäusern. Selbstverständlich wird Superman keine Ruhe geben, bis er die nächste Generation wieder eingesammelt hat. Doch dabei soll der Mann aus Stahl nicht nur auf Parallax, die Entität der Furcht, treffen, sondern auch auf Sinestro, seines Zeichens Erzfeind der Green Lanterns. Vom Gesamteindruck ist aber leider auch dieses Kapitel um die Macht der Furcht eher ein wenig lieb- und belanglos.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schreiberlinge hier nicht mit ganzem Herzen dabei waren. Die Diskrepanz zwischen diesen und zahlreichen der vorherigen Abenteuer ist doch deutlich spürbar.

Worauf man sich in der Sonderband-Reihe um den Stählernen aber nach wie vor verlassen kann, ist das Artwork der Extraklasse. Ob nun insbesondere Doug Mahnke oder auch die anderen Künstler wie Scott Godlewski, Ed Benes, Tyler Kirham oder Philip Tan. Die Zeichner inszenieren die dynamischen Abenteuer auf dem gewohnt hohen Niveau, sind damit über jeden Zweifel erhaben und schaffen es, dass der „Superman Sonderband 5: Die Macht der Furcht“ zumindest ein visueller Leckerbissen ist.

Nach einer zuletzt absteigenden Formkurve darf sich aber im nächsten Band gerne auch das Storytelling wieder steigern und zu alter Stärke zurückfinden.

Inhalt

Superman vs. Sinestro!

Neue Abenteuer mit Superman, Superboy Jon Kent und Lois Lane: Auf einem Road Trip durch die USA versucht die Kent-Familie, in der Geschichte der USA neue Inspiration zu finden. Doch dann kommen Sinestro und Parallax – und Superman gerät zwischen die Fronten in der Schlacht um die Macht der Furcht!

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Peter J. Tomasi
ist ein amerikanischer Comic-Redakteur und Schriftsteller, der für seine Arbeit für DC Comics bekannt ist. Als Redakteur betreute er zahlreiche Bücher der Justice League, darunter Bücher mit verschiedenen Mitgliedern des Teams wie Batman, Aquaman, Martian Manhunter, Green Lantern oder Flash. Als Schriftsteller hat er Bücher mit Batman und Robin und The Outsiders sowie Green Lantern bezogene Bücher wie Blackest Night oder Brightest Day geschrieben.

(Quelle: Wikipedia)

Peter J. Tomasi – Twitter

Patrick Gleason
ist ein Comicbuchkünstler. Er hat bereits für DC Comics, Marvel Comics und Image Comics gearbeitet.

Patrick Gleason – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 15.05.2018
Originalausgaben: Superman 26-30
Seitenzahl: 116
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)