Review

Bendis und der Mann aus Stahl

Über die letzten Monate hinweg haben wir uns ausgiebig die Abschiedsvorstellung(en) von Comic-Gigant Brian Michael Bendis von Marvel, dem legendären Haus der Ideen, angeschaut („Iron Man Sonderband 4: Das Ende einer Odyssee“, „Jessica Jones Megaband: Das letzte Kapitel“, „Defenders 2 (von 2): Wahre Helden“). 

Dabei waren wir durchgehend in gespannter und freudiger Erwartung der stählernen Bendis-Abenteuer, die da bald bei der Konkurrenz von DC erscheinen sollten. Denn unter der Federführung des Marvel-Urgesteins erscheinen künftig beide Serien („Action Comics“ & „Superman“) über den letzten Kryptonier. Selbst für Bendis ist dies ausnahmsweise eine Drucksituation, denn immerhin waren bis zuletzt nur echte Superman-Könner mit dem Stählernen befasst, wie bspw. Dan Jurgens, Peter J. Tomasi, Patrick Gleason oder auch Doug Mahnke (siehe nur: „Superman Sonderband 8: Bizarro-Welten“, „Superman 3: Superman Reborn“, „Super Sons 1: Familienzoff“).

Der erste Aufschlag von Brian Bendis im „Superman Special: Action Comics 1000“, dem legendären Meilenstein der Superman-Historie, neben einigen der größten Superman-Autoren und -Zeichner, wusste jedoch direkt zu glänzen und Lust auf mehr zu machen. Mit großer Vorfreude haben wir uns daher dessen erste Miniserie angeschaut, die hierzulande im Paperback unter dem klassischen Titel „Superman: Der Mann aus Stahl“ erschienen ist.

Superman: Der Mann aus Stahl

Ich weiß nur, dass ich über Hoffnung schreibe. Ich schreibe über eine Figur, die Hoffnung geradezu verkörpert, und ich schreibe eine Serie, die Hoffnung zum Thema hat, und ich schreibe es für eine Welt, die eine Menge davon gebrauchen kann. (…) Hoffnung und der Irrsinn dieser Welt, das ist es, worüber ich in meinem stillen Kämmerlein schreibe.

(Interview mit Brian Michael Bendis, Quelle: Panini Vorschau 84)

Sein Kapitel im Meilenstein zu 1.000 US-Ausgaben „Action Comics“ hat Bendis umgehend dazu genutzt, einen neuen und äußerst machtvollen Schurken einzuführen: Rogol Zaar.

Der religiöse Fanatiker mit seinen gewaltigen Kräften stellt selbst den Mann von Morgen und Supergirl vor eine schier unüberwindbare Herkulesaufgabe. In „Superman: Der Mann aus Stahl“ müssen sich die beiden Helden von Krypton diesem hasserfüllten Feind stellen. Außerdem erfährt die Festung der Einsamkeit und auch die Flaschenstadt Kandor ein schreckliches Schicksal. Als wäre das des Tumults noch nicht genug, lüftet Bendis auch noch ein düsteres Geheimnis über die zerstörte Heimatwelt Krypton des Stählernen.

Bewertung

Leseprobe aus „Superman: Der Mann aus Stahl“ (Copyright: Panini Comics)

Der Inhalt dürfte schon offenkundig machen, dass Brian Bendis nicht kleckert, sondern klotzt und offenbar einen weitreichenden und umwälzenden Plan für den Beginn der neuen Ära des Stählernen im Gepäck hat. Dabei schafft er nicht nur einen neuen, äußerst furchterregenden Widersacher für den Mann von Morgen, sondern widmet sich auch mittels eines Rundumschlags der gesamten Welt des Kryptoniers.

Während sich die Leser in den Superman-Sonderbänden auch und insbesondere über die prominente Positionierung von Lois Lane und Jonathan Kent freuen durften („Superman Sonderband 2: Super-Söhne“), scheint Bendis vorerst nicht mit den beiden Figuren zu planen und schickt sie mit Großvater Jor-El alias Mr. Oz ins Weltall. Das gefällt womöglich nicht jedem.

Fazit

Nach dem Schmökern überwiegt aber in jedem Fall der sehr positive Gesamteindruck der Ausgabe. Ein Autor, der spürbar Lust auf die Welt des Stählernen hat, begleitet von herausragenden Künstlern wie Ivan Reis, Jason Fabok und Adam Hughes.

Wir sind gespannt, wo die Reise des Manns von Morgen unter der Federführung von Brian Bendis künftig noch hinführt.

Inhalt

Die Vorgeschichte zur neuen Superman-Serie von Brian M. Bendis.
Die komplette Miniserie in einem Band.

Comic-Gigant Brian Michael Bendis stellt die Welt von Superman auf den Kopf und schickt den stählernen Kryptonier in neue, unglaubliche Abenteuer! Als ein außerirdischer Besucher auf der Erde eintrifft und Jagd auf den Mann von Morgen macht, wird eine bisher unbekannte Wahrheit über das Ende von Supermans Heimatwelt enthüllt. Eine Wahrheit, die alles verändert und eine tödliche Gefahr mit sich bringt!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 05.02.2019
Originalausgaben: Man of Steel 1-6 / DC Nation 0 / Action Comics 1000 (XI)
Seitenzahl: 188
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)