Review

Entstehungsgeschichte des Stählernen

Über Batman und Wonder Woman, die anderen beiden Mitglieder der Trinity, gibt es bereits Bücher über die Anfangsjahre unter dem jeweiligen Titel „Batman: Das erste Jahr“ sowie „Wonder Woman: Das erste Jahr“. Während Letzteres aus der Feder von Top-Autor Greg Rucka stammt, ersann Ersteres seinerzeit die Comic-Ikone Frank Miller („300“, „Sin City“).

Eben dieser Miller kommt nun unter dem Black Label von DC Comics auch mit einem Comic über Supermans Herkunftsgeschichte daher: „Superman: Das erste Jahr“. Selbstverständlich ist die Werdung des letzten Kryptoniers aber bislang kein unbeschriebenes Blatt gewesen, vielmehr gibt es etliche Comics, die sich dem jungen Clark Kent und dessen Anfangsjahren widmen (z.B. „Superman: American Alien“, „Genosse Superman“). Doch Comic-Legende Frank Miller lotet nun die Vergangenheit desjenigen Superman aus, der in der Realität von Millers Batman-Klassiker „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ lebt. Wie gut das funktioniert, berichten wir euch hier.

Inhalt

In dieser Saga geht es – wie gesagt – um einen alternativen Superman, dessen Raumschiff in der „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“-Realität landet. Der erste Band ist dabei eine recht bodenständige Erzählung über Clark Kent, der seine Kräfte nach und nach kennenlernt, die örtlichen Nerds und Außenseiter in der Schule vor Schlägern verteidigt, und seine erste jugendliche Liebe in Lana Lang findet. Das junge Glück währt jedoch nur kurz, denn alsbald entschließt sich Clark – zum Leidwesen seiner Zieheltern -, sich der United States Navy anzuschließen.

Dies ist der Ausgangspunkt für den hier zu besprechenden Band „Superman: Das erste Jahr 2“. Glatt rasiert und mit kurz geschorenem Haar unterwirft sich der junge Clark Kent als Rekrut der US-Marines dem typischen Militärdrill. Die straffe militärische Ausbildung fällt dem körperlich überlegenen Kryptonier dabei erwartungsgemäß leicht. Da bereitet es ihm größere Schwierigkeiten, vor den übrigen Rekruten das wahre Ausmaß seiner Kräfte zu verbergen. Eines Tages vernimmt Clark den Klang der Sirenen, taucht hinein in die Tiefen des Meeres und entdeckt nicht nur Meerjungfrauen, sondern auch die verschollene Unterwasserstadt Atlantis, das zerstörte Paradies. Die Meeresmetropole wurde durch die (Land-)Menschen jedoch arg in Mitleidenschaft gezogen, weshalb Clark tatkräftig zur Hilfe kommt. Dabei verliebt er sich in die junge Meerjungfrau Lori. Ihr Vater Poseidon, der Gott des Meeres, beobachtet die aufblühende Liebe jedoch mit Argwohn und hetzt dem Fremden alsbald ein riesiges Meeresungeheuer auf den Hals.

Bewertung

Nach einem soliden Auftakt zu Millers „Superman: Das erste Jahr“, der weder bahnbrechend, noch atemberaubend ausgefallen ist, setzt mit dem vorliegenden zweiten Teil eine gewisse Ernüchterung ein. Allzu lange zeigt uns Frank Miller den künftigen Mann von Morgen, wie dieser mit einer erwartbaren Leichtigkeit den Militärdrill der Navy über sich ergehen lässt. Das kommt nicht sonderlich überraschend daher und hätte demnach auch keiner derart ausführlichen Darstellung bedurft.

Leseprobe aus „Superman: Das erste Jahr 2“. (Copyright: Panini Comics)

Mit Clark und der jungen Liebe ist das hier auch so eine Sache. Gerade hat sich der junge Mann noch in Smallville von Lana Lang verabschiedet, da wartet an der nächsten Ecke auch schon die nächste Dame. Diesmal allerdings eine Meerjungfrau aus der sagenumwobenen Meeresmetropole Atlantis. Dieser ganze Abschnitt in den Tiefen der See fügt sich keineswegs harmonisch in die bisherige Saga ein. Vom geerdeten Start in Smallville, über die neuen Herausforderungen bei den Marines, bis zu den Abenteuern in Atlantis wirkt das hier nicht wie aus einem Guss. Spätestens als ein inzestuöser Poseidon auf den Plan tritt, hat man als Leser noch eher das Gefühl in einer Aquaman-Saga gelandet zu sein. Der König von Atlantis und Verteidiger der Meere wäre in diesem Szenario deutlich passender aufgehoben.

Die Bilder von John Romita Jr. sind ein Stück weit an die Arbeiten von Miller angepasst, ohne gänzlich ihre Eigenständigkeit und ihren Wiedererkennungswert einzubüßen. Romita Jr. ist ein Könner, und an seiner Arbeit soll es am Ende des Tages nicht liegen, dass die Anfangsjahre des stählernen Helden Superman hier geradezu abflachen.

Fazit

Nach großer Vorfreude ist „Superman: Das erste Jahr 2“ leider einer der bislang schwächsten Titel aus dem Black Label. Zu viele Ansätze auf zu wenigen Seiten und vor allem zu wenig, was wirklich hängen bleiben wird. Der dritte und letzte Teil der Saga steht nun vor der Herkulesaufgabe, doch noch eine runde und erinnerungswürdige Entstehungsgeschichte abzuliefern.

Inhalt

Comic-Legenden Frank Miller und John Romita Jr. zeigen einen völlig neuen Blick auf die Anfangsjahre des stählernen Helden Superman aus der Realität des Batman-Klassikers DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN RITTERS.

Clark Kent wird flügge und schließt sich dem U.S. Marine Corps an! Doch der Armee-Drill und was er in den Tiefen des Meeres entdeckt, verändern den jungen Superman gänzlich!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Frank Miller
ist ein US-amerikanischer Comicautor, Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Er ist vor allem durch seine stilbildenden Comicgeschichten bekannt.

Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 07.04.2020
Originalausgaben: Superman: Year One 2
Seitenzahl: 76
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)