Review

Mit „Superman: American Alien“ traut sich Autor Max Landis an die Mythologie eines der berühmtesten Superhelden überhaupt und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Ihm gelingt mit diesem Sammelband eine erfrischende und originelle Origin story.

Landis verfasst indessen keine typische einheitliche Herkunftsgeschichte für den Mann aus Stahl. Vielmehr präsentiert er episodenhaft in sieben eigenständigen Kapiteln einflussreiche Erlebnisse und Erfahrungen aus dessen Jugend. Das Hauptaugenmerk liegt insgesamt nicht auf dem außerirdischen Helden, den die ganze Welt später als Superman kennenlernen soll, sondern auf dem Erdenbewohner Clark Kent.

Beginnend mit einer Episode in der fiktiven Kleinstadt Smallville in Kansas auf der Farm der Familie Kent muss ein kindlicher Clark erfahren, dass er sich von anderen Kindern in seinem Alter unterscheidet. Denn Clark Kent / Kal-El ist kein normales, durchschnittliches Kind, sondern ein junger Außerirdischer mit übermenschlichen Fähigkeiten und Kräften.
Der Titel „American Alien“ ist hier Programm – denn er steht für einen vermeintlich menschlichen Jungen, der sich im Laufe der Zeit von seiner Umgebung und den Menschen entfremdet und sich entscheiden muss, was für ein Mann er sein will.

Auch sein Vater Jonathan Kent weiß um die überirdischen Befähigungen seines Sohnes und bestärkt ihn darin, diese zu beherrschen und für das Gute einzusetzen. Überhaupt kann sich der jugendliche Clark auch im tiefsten Kummer stets auf seine liebevollen (menschlichen) Eltern verlassen, die ihn beispielsweise derart bestärken: „Wozu normal sein? Anders sein ist besser.“

In den späteren Kapiteln verlassen wir dann auch gemeinsam mit einem heranwachsenden Clark das beschauliche Smallville und kommen in der Großstadt Metropolis an.
Auf dem Weg nach Metropolis kommt es etwa zu ersten Tuchfühlungen mit einem gewissen Bruce Wayne alias Batman sowie mit dem anderen Geschlecht.

Ohnehin ist der Sammelband von Verfasser Landis mit Gastauftritten und Anekdoten aus dem Superman- und dem erweiterten DC-Universum nur so gespickt. So begegnen wir u.a. Lois Lane, Lex Luthor, Oliver Queen und Deathstroke, um nur einige der zahlreichen „Gaststars“ zu erwähnen. Ferner verfehlen auch Sprüche à la: „Ein Vogel! Ein Flugzeug! Och… Nur ein Flugzeug.“ keinesfalls ihre komische Wirkung.

Leseprobe aus „Superman: American Alien“ (Copyright: Panini Verlag)

In Szene gesetzt werden die Geschehnisse allesamt von abwechselnden Zeichnern, wie etwa Francis Manapul (vgl. etwa „The Flash“) oder Jae Lee (z.B. „Before Watchmen: Ozymandias“).
Im Gegensatz zu vergleichbaren „Miniseries“ sind die Stile von sieben verschiedenen Zeichnern in diesem Band ein deutlicher Pluspunkt. Jeder neue Stil passt gewinnbringend zu der jeweiligen Entwicklungsstufe des Stählernen und reicht dabei von verspielt und warm bis hin zu düster und bedrohlich.

„Superman: American Alien“ sei an dieser Stelle mithin nicht nur den Fans des Mannes aus Stahl, sondern gerade auch denjenigen unter den Comic-Lesern ans Herz gelegt, die ansonsten eher weniger mit dem unangreifbaren und mächtigen Superman anfangen können. Der junge Mann aus Stahl wird hier nachdenklich und verwundbar vorgestellt und wächst von Kapitel zu Kapitel in seine großen roten Stiefel hinein.

Somit folgt eine uneingeschränkte Kauf- und Leseempfehlung für diese exzellente Bereicherung rund um den Mythos von Superman!

Handlung

Die irrwitzigen Abenteuer des jungen Superman

Superman gehört zu den größten Ikonen der Popkultur! Jetzt hat sich Drehbuchautor Max Landis, der Sohn von Hollywood-Legende John Landis, des Mannes aus Stahl angenommen und erzählt seine Geschichte neu und erfrischend anders! Superman ist ein junger Mann unserer Zeit, der erfährt, dass er in Wirklichkeit von einem fremden Planeten stammt, und unglaubliche Kräfte an sich entdeckt. Aber was macht man, wenn man fliegen kann, superstark ist und unverwundbar? Nun, vielleicht gibt man sich als Multimillionär Bruce Wayne aus und lässt es mal anständig krachen!

(Quelle: Panini Comics)

Autor & Zeichner

Max Landis (Autor)
(*03. August 1985 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler.

(Quelle: Wikipedia)

Max Landis – Facebook
Max Landis – Twitter

u.a. Francis Manapul (Zeichner)
ist ein philippinisch-kanadischer Comicbuch Künstler und Schreiber.

(Quelle: Wikipedia)

Francis Manapul – Homepage
Francis Manapul – Twitter

außerdem Jae LeeJockTommy Lee EdwardsNick DragottaJonathan Case und Joelle Jones

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 02.11.2016
Seitenzahl: 188
Storys: Superman: American Alien 1-7
ISBN: 978-3741600234
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)