Review

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“

Gleich darauf präsentiert sich der altbekannte Schriftzug über eine Doppelseite: „Star Wars“. Oh, der Hype.

Während die Reste des Todessterns noch durchs All schwirren, beginnt Marvel mit einer neuen „Star Wars“-Serie im Heftformat. Herausgegeben von Panini Comics finden die Ereignisse direkt nach Episode IV statt, in der Luke, Leia und Han samt Anhang überall, wo sie können, dem Imperium ein Dorn im Auge sind. Anlässlich des in den Startlöchern stehenden siebten Teils der Saga hat sich Jason Aaron die Zeit genommen, neue Story-Elemente der Rebellion zu erzählen.

Und schon die ersten Seiten lassen leichte Nostalgie in einem aufsteigen, während das Raumschiff aus der Feder von John Cassaday aus dem von Sternen übersäten Nichts in die Atmosphäre eines Planeten eintritt. Bereits zu Beginn darf man sich auf die altbekannten Gesichter freuen und gefühlt das erste Mal erleben, dass C-3PO ein „sehr gutes Gefühl bei der Sache“ hat.

Doch diese optimistische Haltung soll nicht von langer Dauer sein, da sich für den ersten Band auch Darth Vader schon die Ehre gibt. Dieser glänzt auch sofort mit netten Moves à la „Force Unleashed“. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Action-Regler schon gut Richtung Maximum gedreht wurde. Blaster- und Lichtschwerteffekte sind da nicht die Ausnahme. Perspektiven und eine passende Panel-Aufteilung sorgen dafür, dass eine Menge Dynamik in die Geschehnisse einfließt.

Der Untertitel „Skywalker schlägt zu!“ impliziert in diesem Teil noch keinen erfolgreichen Schlag. Die Szenerie wird vielmehr von einer negativen Aura überschatten. Man könnte sagen, die dunkle Seite der Macht ist stark in Band 1. Obwohl Luke Skywalker Tatendrang und Mut beweist, ist er, was seine Jedi-Fähigkeiten angeht, immer noch auf Grünschnabel-Level. Aber dadurch wirken auch die Protagonisten im Allgemeinen verletzlich und nicht zu übermächtig. Daher sollte man bei dieser Serie nicht erwarten, dass immer alles glatt läuft.

Optisch wie zu erwarten ein netter Hingucker. Alle Charaktere sind leicht zu erkennen und orientieren sich stark an den Vorlagen der Schauspieler. Wenn es dann um den imperialen Walker geht, hat man das Gefühl zurück im Film zu sein. Der Comic setzt auf ausdrucksstarke Szenen, besonders zu erkennen im Gebrauch der Macht oder bevorstehenden Gefechten. Insbesondere der Einsatz von warmen und kalten Farben passt sich regelmäßig der Handlung an.

Zum Ende hin macht Darth Vader ein wenig zu viel auf Drama, was eigentlich gar nicht zu ihm passt. Zwar setzt er seine Grausamkeiten (auch seinen eigenen Untergebenen gegenüber) ohne Reue um, aber der Grund gegen Ende erscheint schon leicht irrelevant. Außerdem wirkt diese eine Szene schon fast Comedy-artig und unterbricht die düstere Stimmung. Das Ganze ist natürlich auch wieder Auslegungssache. Genau so verhält es sich mit den Effekten der Lichtschwerter, welche so wirken, als hätte der Träger mindestens fünf auf einmal in der Hand. Ein wenig Differenzierung in der Größe beim Schwingen wäre wünschenswert gewesen.

Auf jeden Fall ein guter Start der Serie, an der man dranbleiben möchte. Es kommt regelmäßig „Star Wars“-Flair auf und sei es nur, wenn Han und Leia sich wieder mal über jedes aufkommende Problem chronisch streiten müssen. Sollte dieses Niveau gehalten und eventuell sogar noch ausgebaut werden, steht „Star Wars – Skywalker schlägt zu!“ unter einem guten Stern.

Trailer

Inhalt

Der große Neustart! Mit dem ersten, neuen Star-Wars-Comic aus der legendären US-Comicschmiede MARVEL startet Panini seine Star-Wars-Comicmagazinreihe neu, mit limitierten Variantcover-Editionen, gewohnt ausführlichem Redaktionsteil und einem Comicpaukenschlag des Künstlerduos Aaron/Cassaday mit den brandneuen Abenteuern von Luke, Leia, Han & Co, unmittelbar nach Episode 4: Eine neue Hoffnung.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Heft
Vö-Datum: 26.08.2015
Originalausgaben: US-Marvel-Star Wars 1+2
Seitenzahl: 68
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics / Marvel Comics



Über den Autor

Christopher