Review

Noch vor dem grandiosen Animations-Hit „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ lieferte der langjährige Spidey-Autor Dan Slott mit seiner Multiverse-Story „Spider-Man: Spider-Verse“ die entsprechende Comic-Inspiration ab. Diese ist kürzlich auch in der neuen Panini Comics-Reihe „Marvel Must-Have“ erschienen. In dieser – jetzt bereits – klassischen Geschichte bekamen es die Netzschwinger der verschiedensten Universen und Realitäten mit den vampirischen Inheritors zu tun, die sich von der Lebensenergie der Spinnenhelden ernähren.

Die Geschichte wurde bereits mit dem Event Spider-Geddon“ und der Rückkehr der Spinnenjäger fortgesetzt. In diesem Rahmen wurde der Netz-Nexus zerstört und das Reisen zwischen den Realitäten erheblich erschwert.

Hier setzt nun das neue Alternativwelt-Abenteuer mit „Spider-Verse: Spider-Zero“ von den Autoren Jed MacKay, Christos Gage, Ryan North und Taran Killam an. Im Mittelpunkt steht dabei nicht Peter Parker, sondern – wie im Animationsfilm – Miles Morales.

Das Netz des Lebens ist krank

Im Fokus der Story steht die Rettung des Netzes des Lebens. Nachdem dieses von den raubtierhaften Inheritors zerstört worden war, hat Spiderling Annie May Parker ein neues gewoben. Nun ist Annie May allerdings verschwunden und das Netz erkrankt – die Wandkrabbler sind gefragt.

Eine junge Frau namens Spider-Zero zieht Nachwuchs-Netzschwinger Miles Morales durch die verschiedenen Realitäten des Marvel-Universums, um Spiderling zu finden und das Netz zu heilen. Dabei trifft Miles auf verschiedenste Variationen von Netzköpfen wie Spider-Punk, Spider-Ma’am Tante May, Spider-Man Noir, einen Wandkrabbler-Revolverhelden und viele mehr.

Schade, weil mehr drin gewesen wäre

Zunächst ist es erfreulich, dass „Spider-Verse: Spider-Zero“ die erfolgreiche Story um die die Netzschwinger aus dem Spider-Verse weiterspinnt. Ein Spidey ist unterhaltsam; viele Spideys sollten es umso mehr sein. Das trifft hier allerdings nur bedingt zu.

Hier weiß Spidey Miles Morales noch nichts von der Mission, die in „Spider-Verse: Spider-Zero“ auf ihn wartet.
(Copyright: Panini Comics)

Die Prämisse ist sehr einfach und dünn: Spiderling Annie May ist verschwunden und das Netz von Leben und Schicksal muss geheilt werden. Darum geht es jedoch nicht wirklich.

Dies ist einzig der Katalysator, um Miles Morales in ein buntes Abenteuer zu schubsen, in dessen Verlauf er auf – bekannte wie unbekannte – andere Wandkrabbler trifft. Die einzelnen Episoden sind dabei vom Gesamteindruck recht unabhängig voneinander und verfolgen jeweils durchaus eigene (Etappen-)Ziele. Eine übergeordnete Gefahr (wie die brandgefährlichen Inheritors als gemeinsames und verbindendes Element) fehlt vorliegend spürbar. So fällt auch das letzte Gefecht nur mäßig fesselnd aus. Die schlichte Auflösung beschert dem Leser einen unbefriedigenden Payoff.

Der Alternativwelt-Action kann indes eine gewisse Kurzweiligkeit und ein hohes Maß an Abwechslung nicht abgesprochen werden. Insbesondere die Kapitel mit dem Spider-Revolverhelden und Spider-Man Noir sind gelungen. Die Zeichnungen von Juan Frigeri, Pere Pérez und den weiteren Künstlern kommen ebenfalls durchgehend ansehnlich daher und sorgen für launiges Lesevergnügen.

Fazit

Das nächste Kapitel aus den Weiten des Multiverse gerät überwiegend unterhaltsam, erzählt dem Leser aber eine recht belanglose Geschichte. Die hiesige Mission dient schlicht dazu, den sympathischen Miles Morales auf möglichst viele andere Wandkrabbler treffen zu lassen.

Rasante Parallelwelt-Action, die auf eine ausgefeilte Story verzichtet und der es nicht darauf ankommt, die Charaktere der präsentierten Figuren zu ergründen.

Inhalt

In den Weiten des Multiverse haben jede Parallelwelt und jede Realität ihre eigene Variation des Spider-Man-Mythos. Hier erlebt Netzschwinger Miles Morales ein sensationelles Abenteuer, in dessen Verlauf er auf viele andere Wandkrabbler trifft. Krasse Action mit einem Spider-Revolverhelden, Spider-Ma’am Tante May, Spider-Man Noir und dem Roboter Sp//dr …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 01.09.2020
Originalausgaben: Spider-Verse (2020) 1-6
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)