Review

In „Spider-Man: Web Warriors: Bd. 2: Zerfallendes Netz“ bekommt es der Leser mit einigen der überlebenden Netzschwingern aus verschiedenen Realitäten aus dem Spidey-Event „Spider-Verse“ zu tun.

Da haben wir beispielsweise Mayday Parker (Spider-Woman), Billy Braddock (Spider-UK), Anya Corazon (Spider-Gil), Pavitr Prabhakar (indischer Spider-Man; unbedingt „Im Netz von Spider-Man 6“ lesen und dessen Spidey-Mythos genießen!), Spider-Man Noir, Spider-Gwen und nicht zu vergessen Spider-Ham.
Diese Spider-Men und Spider-Women und noch einige andere Wandkrabbler stammen allesamt aus Parallelwelten und sind zusammen die Web-Warriors. Gemeinsam beschützen sie das Netz aller Parallelwelten und Realitäten.

Was das ist? Erde-001 ist der „Standort des Netzes des Lebens und des Schicksals“.
Das hilft noch nicht viel weiter? „Das Netz ist ein dreidimensionales Konstrukt im fünfdimensionalen Raum und dient als Modell des gesamten Multiverse“. Das muss als Erklärung genügen.
Über dieses Konstrukt können die Web-Warriors zwischen den Realitäten hin und her reisen und die jeweiligen Welten vor dem Bösen bewahren.

Wie bereits in meiner letzten Besprechung zu „Marvel Now! Paperback: Spider-Man 8 Softcover“ angedeutet, treffen wir hier auch wieder auf den (ehemaligen) Inheritor Karn. Dieser ist inzwischen, nach dem Ende von „Spider-Verse“, der neue Master Weaver in dem Netz, das alle Welten verbindet und das Reisen zwischen ihnen ermöglicht.
Kenntnisse über „Spider-Verse“ sind zwar keine zwingende Voraussetzung, um die Ausgaben um die Web-Warriors genießen zu können, es schadet aber definitiv nicht.

An dieser Stelle erlaube ich mir, dem interessierten Vielleser auch ein paar Worte zu „Spider-Man: Web Warriors: Bd. 1: Wächter des Netzes“ mitzugeben:
Im ersten Band der neuen Serie „Web-Warriors“ bekommen es die oben genannten Superhelden insbesondere mit verschiedenen Inkarnationen des Bösewichts „Electro“ zu tun. Denn einer von den Electros – auch diese stammen aus verschiedenen Realitäten – beobachtete einen der weltenreisenden Inheritors auf der Jagd nach Spider-Man. Die Electros machen sich die Eigenschaften des Netzes anschließend ebenfalls zunutze und greifen die Web-Warriors an.

Auch im zweiten Band, der gleichzeitig auch schon die Finalausgabe ist, bekommen es die Wandkrabbler mit den Electros zu tun. Allerdings sehen sie sich hier noch mit einer ganzen Reihe anderer Probleme konfrontiert. Die Web-Warriors kämpfen zusätzlich gegen eine Meute von Venom-Symbionten oder gegen eine Schar fliegender Roboter-Enten. Zu allem Überfluss begehrt auch noch das Netz des Lebens und des Schicksals gegen Karn auf und dieser begreift nicht so recht, was da vorgeht.

Zeichner David Baldeon (vgl. bereits „Nova: Bd. 3: Blindwütig“) präsentiert ein tadelloses Artwork, das sich nicht zu verstecken braucht.

Der Schreiber Mike Costa hat offensichtlich eine innige Beziehung zu den netzschwingenden Beschützern aller Welten, zeigte er sich doch schon mitverantwortlich für „Spider-Verse Sonderband 2“ oder auch für den „Secret Wars Sonderband 1: Spider-Man“.
Ihm gelingt auch mit den vorliegenden Ausgaben zu den sogenannten Web-Warriors eine unterhaltsame Geschichte.

Im Großen und Ganzen bringt es jedoch schon Spider-Man Noir sehr treffend auf den Punkt, wenn er seine Rolle folgendermaßen beschreibt:

Die rekrutierten mich für ihr Team. Und jetzt reisen wir durch das Netz der Welten, schützen andere Erden vor Psycho-Vampiren, Electro-Psychos, was halt so kommt.

So kurzweilig und einfach, wie das klingt, ist es dann auch.
Den Leser erwarten hier keine komplexe Handlung, keine wirklich gefährlichen oder bedrohlichen Gegner und auch keine Krisen immensen Ausmaßes.
Costa nutzt seine Ausgaben vielmehr dazu, um die Persönlichkeiten, die uns (größtenteils) bereits aus „Spider-Verse“ bekannt sind, noch genauer vorzustellen und zu skizzieren.

Leseprobe „Spider-Man: Web Warriors“ (Copyright: Panini Verlag)

Besonders Spider-Gwen und das Schwein Spider-Ham (etwas zum Schmunzeln: sein bürgerlicher Name lautet Peter Porker) kommen dabei nicht zu kurz. Die Wandkrabbler aller Realitäten bekommen hier ausreichend Zeit eingeräumt. Im Mittelpunkt der Geschichten um die Web-Warriors steht klar und unmissverständlich die Komik und die Vorstellung neuer abgerundeter Figuren. Dazu gesellen sich auch einige ganz neue Netzschwinger, wie etwa ein Spinnen-Roboter, der frappierend an einen „Megazord“ der Power Rangers erinnert.

Im Gegensatz dazu sind die Antagonisten allerdings denkbar unscheinbar, schlicht und ungefährlich. Sie reihen sich größtenteils vielmehr in die humorvolle Grundstruktur der Geschichte ein. Beispielhaft sei hier nur erwähnt, dass es die Netzschwinger etwa mit einem Geschwader fliegender Roboter-Enten zu tun bekommen, die wiederum von ihrem Meister „Ducktor Doom 2099“ beherrscht werden. Nicht zu vergessen, dass das Ganze in einer Welt passiert, in der es nicht nur einen Spider-Ham, sondern auch noch einen Spider-Ham 2099 gibt.

Mit dergleichen Absurditäten und Skurrilitäten sind die Bände – vor allem der zweite Teil – übersät. Wer jetzt meint, das klingt albern, sollte diese Spidey-Abenteuer eventuell aussetzen.
Amüsant und abwechslungsreich sind die Geschichten jedoch allemal; also einfach mal Kopf ausschalten und Spaß haben!
Für alle Fans von „Spider-Verse“ und seinen Helden zu empfehlen!

Inhalt

Die Web-Warriors kämpfen in allen Welten des Multiverse für das Gute!

Diesmal bekommen es Spider-Man Noir, Spider-Gwen, Spider-Ham und Co. mit Venom-Symbionten und erneut mit den Electros zu tun. Doch auch Spider-Punk und Spinnen-Roboter spielen eine Rolle …

(Quelle: Panini Comics)

Autor & Zeichner

Mike Costa (Autor)
ist ein us-amerikanischer Comicbuchautor.

(Quelle: Wikipedia)

Mike Costa – Twitter

David Baldeon (Zeichner)

David Baldeon – Homepage
David Baldeon – Twitter

Jay Fosgitt (Zeichner)

Jay Fosgitt – Homepage
Jay Fosgitt – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 17.01.2017
Seitenzahl: 132
Storys: Web-Warriors 6-12
ISBN: 978-3741601262
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)