Review

In den 90ern gab es unterschiedliche einschneidende Ereignisse, die sich durch die verschiedenen Comic-Serien der Reihe „Spider-Man“ zogen – u.a. die „Klon-Saga“ und auch „Maximum Carnage“. Während die Story um Peter Parkers Klon von den Fans aufgrund des durcheinander gewürfelten Plots mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, schnitt „Maximum Carnage“ einfach nur eine Schneise der Verwüstung durch die bunten Bilder.

Der Serienmörder und Wirt des außerirdischen Symbionten Cletus Kasady wurde gefasst und die Gefahr „Carnage“ schien eingedämmt worden zu sein. Doch Carnage existiert weiter, tief in Kasadys Adern verankert bricht er wieder aus – mit nur einem Ziel: Chaos. Und wo Carnage erscheint, werden nicht nur viele Menschen ihr Leben lassen, sondern er zieht auch noch ein gesellschaftliches Misstrauen hinter sich her. Während Peter Parker gerade versucht, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen, muss er gezwungenermaßen erneut in das blaurote Kostüm steigen. Doch dieses Mal ist er auf unbequeme Hilfe angewiesen, denn Carnage ist nicht alleine unterwegs auf seinem blutigen Pfad.

Carnage hat etwas an sich, was viele Fans magisch anzieht, etwas Anarchistisches und grenzenlos Unmenschliches. Carnage kennt nichts als Extreme und sofort, wenn man das Cover zur Seite blättert, springt einem diese wahnsinnige Fratze auf einer ganzen DIN A4-Seite entgegen.
„Maximum Carnage“ hat es damals sogar geschafft, als Videospiel auf dem Super Nintendo zu erscheinen – mit passend blutroter Spielkassette, aber dies nur zur Info nebenbei.

Der erste Band von „Maximum Carnage“ fasst die ersten sieben Comic-Ausgaben zusammen, die sich mit diesem Event in den 90ern befasst haben. Zu Papier gebracht von verschiedenen Zeichnern, unter anderem auch Mark Bagley, der zur ungefähr gleichen Zeit auch an „Spider-Man: Die Spinne“ und dem etwas aktuelleren Titel „Der Ultimative Spider-Man“ beteiligt war. Persönlich gesehen ist Bagleys Stil einfach zeitlos, aber auch die restlichen Zeichnungen versprühen vor allem den Nostalgie-Charme.

Obwohl Anhängern der allerersten Bände hier das Herz aufgeht, muss man sagen, dass sich „Maximum Carnage“ auch heute immer noch super lesen lässt. Es ist einfach geradeaus Spidey-Action ohne Kompromisse und sogar mit einem ungewohnt düsteren Beigeschmack. Natürlich werden auch viele Klischees bedient, die zu der Zeit so üblich waren, aber das darf man diesem Sammelband nicht übel nehmen. Zum großen Teil reißt das Ganze ordentlich mit und man verzichtet auf überflüssige Füller-Elemente oder Cliffhanger.

Carnage ist wieder da! (Copyright: Panini Comics / Marvel Comics)

Carnage ist wieder da! (Copyright: Panini Comics / Marvel Comics)

Zunächst kann es aber passieren, dass man mit den Antagonisten, die Carnage in seinen Chaos-Trupp aufgenommen hat, nicht umgehend warm wird. Wenn man also nicht weiß, wer genau Shriek ist, oder woher auf einmal Spider-Mans sechs-armiger Doppelgänger herkommt, kann das am Anfang für Verwirrung sorgen.
Im Gegensatz dazu gibt es im Team Spidey mehrere bekannte Gesichter. Neben Felicia Hard alias Black Cat findet auch Venom seinen Platz an Peters Seite. Der mittlerweile zum Antihelden geläuterte Symbiont sorgt für eine Menge Highlights und das nicht nur aufgrund von Nostalgie.

Gegen Ende des Comics explodiert die Handlung buchstäblich, sobald die verschiedenen Charaktere in einem kompletten Durcheinander aufeinandertreffen. Die gezogenen Grenzen der Panels scheinen alle Mühe zu haben, das Geschehen im Zaum zu halten. Hinzu kommen – parallel zur Zerstörung der Stadt – immer wieder Peters private Probleme.

„Maximum Carnage“ bringt den Wahnsinn von Anfang bis Ende; vor allem deswegen, weil Carnage selbst kein bestimmtes Ziel zu verfolgen scheint und der Plot sich in Willkür verliert. Genau darum fühlt es sich für Peter Parker noch schwerer an, gegen so etwas ankämpfen zu wollen. Eine Hetzjagd, die sowohl der alten als auch der neuen Generation ordentlich den Schweiß auf die Stirn treiben wird.

Inhalt

Als sich der irre Serienkiller Cletus Kasady mit einem Ableger des außerirdischen Venom-Symbionten verband, wurde er zu Carnage, einem von Spider-Mans blutrünstigsten Feinden. Jetzt tut er sich mit einigen höllischen Schurken zusammen und läuft in New York Amok. Können Spidey, Black Cat, Venom, Deathlok und andere dem Morden Einhalt gebieten?

Das berühmte Spidey-Event aus den 90ern – abgeschlossen in zwei Bänden.

(Quelle: Panini Verlag)

Autoren

David Michelinie (*06. Mai 1948) ist ein amerikanischer Comicautor. Michelinie begann Mitte der 1970er Jahre als hauptberuflicher Comicautor zu arbeiten. Zu seinen frühesten Arbeiten zählen Geschichten für die bei DC-Comics erscheinenden Serien House of Secrets und Swamp Thing.

(Quelle: Wikipedia)

John Marc DeMatteis (*15. Dezember 1953) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -zeichner.

(Quelle: Wikipedia)

John Marc DeMatteis – Homepage
John Marc DeMatteis – Twitter

Tom DeFalco (*26. Juni 1950 in New York City) ist ein US-amerikanischer Comiczeichner und Chefredakteur. Bekannt ist er für seine Arbeiten mit Spider-Man.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 14.06.2016
Originalausgaben: Spider-Man: Unlimited 1, Web of Spider-Man 101-102, Amazing Spider-Man 378-379, Spider-Man 35, Spectacular Spider-Man 201
Seitenzahl: 180
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics / Marvel Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Christopher