Review

Mit „Spider-Man/Deadpool 4: Jagd auf Slapstick“ geht das ungleiche Duo aus Netzkopf und Schwachkopf bei Panini Comics bereits in die vierte Runde. Und da die bisher überwiegend verantwortlichen Kreativen und Deadpool-Experten Joe Kelly und Ed McGuinness („Spider-Man/Deadpool 2: Bis aufs Blut“, „Spider-Man/Deadpool 3: Ziemlich nicht so beste Freunde“) den Staffelstab hier weitergegeben haben, wartet ein schweres Erbe auf die neuen Macher.

Enthalten sind in dem vorliegenden Sammelband die US-Ausgaben „Spider-Man/Deadpool #19-22“, die zwei abgeschlossene Abenteuer von zwei unterschiedlichen Künstler-Teams beinhalten.

Den Anfang macht Autor Joshua Corin („Monsters Unleashed: Die Monster sind los (1 von 3)“, „Deadpool: Kriminaltango“) gepaart mit Zeichner Will Robson, während die abschließenden beiden Kapitel von Autor Elliott Kalan („Spider-Man & die X-Men: Lehrkraft und Verantwortung“) und dem wunderbaren Zeichner und Spidey-Veteran Todd Nauck stammen.
Wir haben darauf zwar schon einmal hingewiesen, aber dennoch: Wer Spaß daran hat, einem tollen Künstler bei der Arbeit zuzusehen, der sollte sein „Like“ auf der FacebookSeite „The Art of Todd Nauck“ setzen, wo dieser regelmäßig Bilder und Videos hochlädt, in Chats auf Fragen eingeht und unterhaltsam seine Kunst präsentiert.

In der ersten Storyline von Joshua Corin „Nicht lustig“ (No Laughing Matter) stehen ein paar Fotonegative aus Peter Parkers Vergangenheit im Fokus. Die – vermeintliche – Witwe Colon behauptet, ihr Ehemann sei bei dem ersten Kampf zwischen Spider-Man und Vulture ums Leben gekommen. Da Peter damals der Fotograf war, bittet sie ihn, ihr die Fotonegative aus dem Daily Bugle-Archiv zu besorgen. Doch auch der durchgeknallte Söldner mit der großen Klappe und dem Heilfaktor und sein ehemaliger Teamkollege Slapstick („Deadpool & die Söldner 2: Die Chaostruppe“, „Deadpool & die Söldner 3: Mittendrin und nicht dabei“, „Deadpool präsentiert: Die Söldner Megaband“) wurden angeheuert, um ebendiese Bilder zu beschaffen. Allerdings entschließen sich Spidey und Pool zusammenzuarbeiten. Dabei schlägt der Netzschwinger allerdings ungewohnte Töne an, wenn er sagt:

Von nun an nehm ich das ernst. (…) Wir wollten doch vernünftiger sein, oder? Keine Gewalt! Und keine unsensiblen Sprüche!

In der Storyline von Elliott Kalan, die von der obigen völlig unabhängig ist, steht der Halunke Arcade mit seinem verrückten Murderworld-Vergnügungspark im Mittelpunkt. Jener von den X-Men Legenden Chris Claremont und John Byrne eingeführte Schurke ist insbesondere ein klassischer Widersacher der Mutanten und terrorisiert die Marvel-Helden nur allzu gerne mit seinen tödlichen Vergnügungsparks und Fallen. Während Arcade den Helden mit dem Spinnensinn gekidnappt und mit anderen, allerdings äußerst miesen, Zeitgenossen in seine neue Murderworld verfrachtet hat, soll der Söldner mit dem Heilfaktor angeblich das Erbe des Schurken antreten und quasi neuer Spielleiter werden. Doch wird hier womöglich mit gezinkten Karten gespielt?

Die vierte Auskoppelung rund um das Duo Spider-Man und Deadpool ist eine äußerst durchwachsene Angelegenheit. Haben wir zum Ende der Review zu Band 3 noch den Wunsch geäußert, storytechnisch dürfe es unter den neuen Kreativen gerne wieder etwas bergauf gehen, müssen wir hier konstatieren, dass diese Hoffnungen keineswegs erfüllt werden konnten. Die unzusammenhängenden, episodenhaften Kapitel von Joshua Corin und Elliott Kalan lassen doch einiges von dem Charme vermissen, der die beiden Marvel-Fanlieblinge auszeichnet.

Dabei ist völlig unstreitig, dass sich gerade Spidey und DP auch für kurzweilige Episoden anbieten, allein der Humor will hier nicht recht zünden. Das gilt besonders für die „Nicht lustig“-Story von Corin, die leider eben genau das ist: Nicht lustig. Das Bemühen von Spider-Man, Deadpool zu mehr Ernsthaftigkeit anzuhalten, hat leider keinen humoristischen Knalleffekt und Ironie will sich daraus auch keine ergeben. Das alles verpufft und bleibt ziemlich lieb- und belanglos.

Etwas besser ist zwar Elliott Kalans Abenteuer um den Schurken Arcade, der ein ums andere Mal gekonnt der Lächerlichkeit preisgegeben wird, aber auch hier bleibt der Unterhaltungswert doch recht überschaubar.

Von dieser – doch harschen – Kritik sollen die Zeichner ausdrücklich ausgenommen werden. Will Robson liefert ein gelungenes, cartoonartiges Artwork ab, das gut zu der Story mit dem durchgeknallten Söldner Slapstick passt. Todd Nauck präsentiert – wie gewohnt – ausgezeichnete Arbeit und ist geradezu dazu berufen, Spider-Man und Deadpool zu inszenieren. Doch selbst der virtuose Veteran Todd Nauck schafft es nicht, eine mittelmäßige (bis überraschend enttäuschende) Ausgabe zu einer lesenswerten zu verzaubern.

Für Fans bleibt nur zu hoffen, dass es für das Team aus Wade Wilson und Peter Parker in der Legacy-Ära unter der Führung von Schreiber Robbie Thompson und Zeichner Chris Bachalo wieder bergauf geht.

Inhalt

Eine Serie, zwei Fanlieblinge!

Auf der Jagd nach ein paar Fotonegativen geraten die Kumpels Spider-Man und Deadpool mit dem bunten Söldner Slapstick und Gangstern aus New Jersey aneinander. Überdies landen der Weberknecht und der Oberspinner im neuesten Murderworld-Vergnügungspark des X-Men-Gegners Arcade, wo die Attraktionen meistens tödlich sind …

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Joshua Corin
ist ein amerikanischer Autor und Drehbuchschreiber.

Joshua Corin – Homepage
Joshua Corin – Facebook
Joshua Corin – Twitter

Elliott Kalan
ist ein amierkanischer Comedian und Comicbuchautor.

Elliott Kalan – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 15.05.2018
Originalausgaben: Spider-Man/Deadpool 19-22
Seitenzahl: 100
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)