Review

Grimmige Avengers

Unter dem Banner der Avengers haben sich schon diverse Marvel-Superteams in unterschiedlicher Besetzung und von unterschiedlicher Façon versammelt. Klassischerweise gehören zu den Avengers die mächtigsten und größten Helden der Erde, wie z.B. Hulk, Iron Man, Thor oder auch Captain America. Außerdem gab es bereits Nick Furys Secret Avengers rund um Hawkeye, Black Widow & Co., die Guardians of the Galaxy alias Space-Avengers, Spider-Man & die neuen Rächer (The New Avengers) oder auch die Uncanny Avengers, die zuletzt auch als Steve Rogers‘ neues Einsatz-Team Unity Squad bekannt waren („Uncanny Avengers 6: Hexenjagd“). Die Liste derartiger Avengers-Gruppierungen ist sehr lang.

Mit „Savage Avengers 1: Die Stadt der Sicheln“ aus der Feder von Autor Gerry Duggan („Deadpool: Der Unglücksrabe“) versammelt sich nunmehr eine äußerst finstere und hartgesottene Mannschaft unter dem Label der Avengers. Hier tummeln sich der Cimmerier, Conan der Barbar, der düstere Magier Doctor Voodoo, die tödlichste Auftragskillerin des Marvel-Universums, Elektra Natchios, die psychisch labile Ein-Mann-Armee, der Punisher, der unberechenbare düstere Antiheld Venom sowie der nahezu unsterbliche Krieger mit Heilfaktor und Adamantium-Krallen Logan alias Wolverine.

Wenn das Ganze dann noch kraftvoll inszeniert wird von Top-Zeichner Mike Deodato Jr. („Thanos Megaband 1: Tödlicher Titan“), dann kann man sich als Leser auf eine geballte Ladung Antihelden-Action gefasst machen.

Unheilvolles Ritual

Es ist ein abgelegener Ort, wo düstere Machenschaften und dunkle Mächte herrschen: Die Stadt der Sicheln. Ein fanatischer Hohepriester verfolgt einen diabolischen Plan. Eine gewaltige Opferschüssel soll mit dem Blute der größten und besten Künstler, Denker und insbesondere Krieger der Menschheit gefüllt werden. Wenn darüber hinaus die Sterne günstig am Himmel stehen, soll feierlich der Dämon Jhoatun Lau aus seinem Eisreich beschworen werden. Auch ein mit Logan befreundeter Opernsänger fällt dem blutigen Ritual zum Opfer. Dies führt einen schlechtgelaunten und Krallen wetzenden Wolverine in die Einöde. Die ebenfalls beteiligten Ninja vom mystischen Clan der Hand müssen sich allerdings noch gedulden, da der berüchtigte X-Man auf seinem Weg in ein Gefecht mit dem grimmigen Kämpfer Conan gerät. Nachdem sich die beiden allerdings im Kampf gegenseitigen Respekt erwiesen haben, widmen sie sich demselben Ziel.

Die Situation wird jedoch noch komplizierter, wenn die Schurken die Särge von Frank Castles Familie ausgraben, um den rachsüchtigen Verbrecherjäger anzulocken. Ein bis an die Zähne bewaffneter Punisher lässt sich da nicht zweimal bitten. Wenn sich dann noch der düstere Zauberer Voodoo, die ebenso schöne wie gefährliche Elektra und der außerirdische Symbiont Venom einmischen, ist das Chaos perfekt.

Bewertung

Der Leser ist eingeladen, sich einer bescheidenen Story, aber einem brachialen Gewaltgewitter hinzugeben.

Auch der rachsüchtige Punisher und die tödliche Elektra mischen in „Savage Avengers 1“ mit. (Copyright: Marvel Comics)

Der Langzeit-Deadpool-Autor Gerry Duggan erweist sich hier wahrlich als Chaosmeister. Der infernalische Auftakt zu „Savage Avengers“ ist inhaltlich genau das, was er sein will. Duggans Geschichte und die Zeichnung der Figuren erinnern nicht von ungefähr an die großen Genre-Vorbilder aus den schnörkellosen 1980er-Actionfilmen. Markige Sprüche, Oneliner und knallharte Antihelden. Die Geschichte gibt sich immer wieder bewusst selbstironisch und versprüht einen leicht trashigen Charme. Das Abenteuer rund um den Kampf gegen die Ninja der Hand und einen bösen Zauberer ist dreckig, brutal und ausgesprochen überschaubar in der Handlung.
Wer Spaß an Action-Reißern hat, der ist hier an der richtigen Adresse – wer mehr erwartet ist definitiv falsch am Platz.

Die durchgehend finstere Inszenierung von Zeichner Mike Deodato Jr. ist auf die Handlung wie zugeschnitten. Deodato hat offensichtlich seine helle Freude an der schwungvollen Darbietung der gehörigen Metzelei.

Fazit

Mit „Savage Avengers 1: Die Stadt der Sicheln“ ist ein kurzweiliger Auftakt nach Maß gelungen, der gleich Lust auf mehr macht. Im schnörkellosen 80er-Stil inszeniert das Künstler-Duo ein insgesamt ebenso unterhaltsames wie trashiges Antihelden-Gemetzel.

Inhalt

Die neue Serie mit Conan im Kosmos der Marvel-Helden!

Um die Ninja der Hand und einen besonders bösen Zauberer aufzuhalten, kommen einige von Marvels grimmigsten und tödlichsten Antihelden zusammen: Wolverine, Venom, Elektra und der Punisher! Doch auch Brother Voodoo und Conan mischen mit, wobei der Barbar und Wolverine erst mal aufeinander losgehen …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Gerry Duggan
ist ein amerikanischer Comicautor, Regisseur und Fotograf. Er lebt in Los Angeles. 

(Quelle: Wikipedia)

Gerry Duggan – Homepage
Gerry Duggan – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 17.12.2019
Originalausgaben: FCBD 2019 Savage Avengers, Savage Avengers 1-5
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)