Review

Nach „Stern der Göttin“, „Stolz der Kriegerin“ und „Fluch des Magiers“ folgt mit „Die List der Katzenfrau“ der inzwischen vierte Band der „Dämmerlande“-Saga aus der Feder von Sandra Melli, ein Pseudonym, hinter dem sich das im historischen Romanbereich erfolgreiche Autorenehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath (alias Iny Lorentz) verbirgt.

Unter dem Namen Sandra Melli beschreitet das Duo die Wege der fantastischen Literatur – ist dabei jedoch weitaus weniger erfolgreich als beispielsweise mit ihrem Kassenschlager rund um „Die Wanderhure“.
Dieses Ruder reißt auch der aktuelle Band der „Dämmerlande“-Saga nicht nennenswert herum, der vom Namen her eher an den ebenfalls kürzlich erschienenen „Wanderhuren“-Band „Die List der Wanderhure“ erinnert, als dass er sich konsequent in die Abfolge der „Dämmerlande“-Namensgebung einfügen will.

Die Vorzüge des Werkes sind sodann auch schnell genannt: Zunächst führt ein zweiseitiger „Was bisher geschah“-Abschnitt die Leser zurück in die Dämmerlande, sodass schnell der Anschluss an das bisherige Geschehen gefunden werden kann.
Unterstützt wird das Zurechtfinden darüber hinaus durch die im Anhang zu findenden Personenregister, Begriffserklärungen, Länder- und Ortsbezeichnungen und Darstellungen der Völker.
Eine übersichtliche, aber (im Vergleich zu aufwendig gestalteten Maps großer Fantasywerke) zugleich äußerst nüchterne Karte verschafft einen zusätzlichen geografischen Überblick über das von Sandra Melli erschaffene Universum.

Nahtlos führt man dann die bisherige Handlung umgehend im ersten Kapitel des Buches „Die List der Katzenfrau“ weiter, mit dem man schon auf einen spannenden Ausgangspunkt trifft.

Sandra Melli (Copyright: FinePic / Helmut Henkensiefken)

Sandra Melli (Copyright: FinePic / Helmut Henkensiefken)

Insgesamt bleibt die Spannung und Dramaturgie in diesem Band aber auf der Strecke, denn erneut gibt sich Sandra Melli sehr ausschweifend. Detailreichtum ist zwar grundsätzlich gut und gerade in (High) Fantasybüchern wünschenswert, nicht aber dann, wenn sich die Details und Ausführungen in nichtssagenden Passagen verlieren und über unnötige Längen hinziehen. Dieser Umstand erstickt die Spannung im Keim und sorgt außerdem nicht wirklich für eine passable Lesefreude.

Und so ist auch „Die List der Katzenfrau“ ein Buch, dessen Anfang und Ende im Prinzip zu lesen ausreichen, um das Wichtigste des Romans mitzubekommen. Das Dazwischenliegende verleitet eher zum groben Querlesen. Schade!

Wer sich im Bereich der (High) Fantasy zuhause fühlt, sollte lieber zu anderen Werken greifen, andernfalls gewöhnt man sich die Lust an diesem Genre recht schnell ab. Wer auf Werke des Münchner Ehepaares allerdings nicht verzichten möchte, sollte sich weiterhin auf deren historische Romane konzentrieren.

Handlung

Das vierte Abenteuer von Katzendame Laisa in den Dämmerlanden!

Als eine einflussreiche Magierin der Gegenseite Laisa um Hilfe bittet, zögert die Katzenfrau nicht lange. Zu reizvoll ist das Abenteuer, das sich ihr bietet: ein Gesteinsring, vollkommen eingehüllt in scheinbar undurchdringliche Magie. Laisa muss all ihre Fähigkeiten einsetzen, um den Ring zu durchdringen – und was sie dahinter entdeckt, ist die größte Überraschung, die es in den Dämmerlanden seit Jahrhunderten gegeben hat.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autorin

Hinter dem Pseudonym Sandra Melli verbirgt sich ein bekanntes Autorenehepaar, das seit etlichen Jahren sehr erfolgreich historische Romane veröffentlicht. Ihre ersten Erfolge errangen sie jedoch mit Kurzgeschichten und Novellen in Fantasy-Anthologien verschiedener großer Verlage. Darüber hinaus entwickelten sie im Lauf der Zeit mit der Welt der magischen Farben ihr ganz eigenes Fantasy-Universum. Das Paar lebt in einer aufstrebenden Gemeinde bei München.

(Quelle: Knaur Verlag)

Sandra Melli – Homepage
Sandra Melli – Facebook

Reihe

Dämmerlande-Saga:
01 Stern der Göttin
02 Stolz der Kriegerin
03 Fluch des Magiers
04 Die List der Katzenfrau

Details

Format: Quality Paperback, Taschenbuch
Vö-Datum: 03.11.2014
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-426-51328-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde