Review

In jüngster Zeit verwöhnt der Splitter Verlag seine Leser mit tollen Samurai-Abenteuern in starken Bildern. Dabei schöpft Autor Jean-François Di Giorgio augenscheinlich aus einem schier unendlichen Fundus an Ideen für unterhaltsame und abwechslungsreiche Schwertkampf-Epen eingebettet in fernöstliche Kultur und Geschichte.

Nachdem wir uns zuletzt bereits „Senseï Bd. 1: Die Schule der einsamen Wölfe“ und die „Samurai Gesamtausgabe Bd. 1 (Bd. 1-3)“ aus der Feder von Di Giorgio begeistert angeschaut haben und außerdem ab dem 01.06.2017 bereits die „Samurai Gesamtausgabe 2 (Bd. 4-6)“ in den Startlöchern steht, folgt nun der nächste Streich.

Mit „Samurai Legenden: Furiko (Band 1)“ entführt uns der Schreiber abermals ins Japan zu Zeiten der Samurai. Di Giorgios neue Reihe ist dabei als ein Spin-off zu seiner Kult-Serie „Samurai“ rund um den schweigsamen Helden Takeo zu verstehen. Hier sollen vor allem die Vorgeschichten einiger zentraler (Neben)Figuren zu sehen sein, etwa des einflussreichen und machtbesessenen Generals Akuma oder auch – wie hier – über die drei Schattenschwestern, die ebenfalls schon in der Hauptserie zu sehen sind.

Das vorliegende erste Prequel zur Hauptserie konzentriert sich auf die Schwertkämpferin Furiko. Gleich zu Beginn der Geschichte wird sie von einigen Söldnern überfallen, doch Furiko macht mit ihren Gegnern kurzen Prozess. Scheinbar steckt ihr früherer Meister Harumo dahinter. Dieser ist sich der Fähigkeiten seiner Schülerin jedoch bewusst, welcher seiner Ansicht nach „keiner das Wasser reichen“ kann. Ihr einstiger Lehrmeister hat eine Mission für Furiko. Nachdem sich diese zunächst weigert, den Auftrag auszuführen, gibt Harumo ihr zu bedenken, dass sie in diesem Fall nie erfahren werde, warum er sie zu sich gerufen habe oder inwiefern sie all das persönlich betrifft und ihre Schwestern. Das Wissen um den Aufenthaltsort ihrer Schwestern zeigt Wirkung bei der jungen Frau und sie gibt nach.

Folgen sollen auch hier dramatische Action, fremde Kultur und bildgewaltige exotische Landschaften sein. Dabei hält die Story auch noch einen netten Twist zum Ende bereit, der die Brücke zu einer uns bereits aus der Hauptserie bekannten Figur schlägt.

Nachdem Autor Jean-François Di Giorgio in der Hauptserie zunächst mit Zeichner Frédéric Genêt zusammengearbeitet hat, folgte in „Senseï Bd. 1: Die Schule der einsamen Wölfe“ eine Kooperation mit „Yiu“-Zeichner Vax. Die „Samurai Legenden“ kommen nun bereits mit einem dritten Künstler-Duo daher, da nun Cristina Mormile den Zeichenstift schwingt. Das Niveau bleibt aber auch hier hoch und insbesondere der Samurai-Zyklus verfügt trotz unterschiedlicher Künstler über einen wiedererkennbaren Look, der sich durch elegante und großzügige Illustrationen auszeichnet. Für die abermals ästhetische Farbgebung zeigt sich hier Stéphane Paitreau verantwortlich.

Leseprobe aus „Samurai Legenden: Furiko (Band 1)“ (Copyright: Splitter Verlag)

Jean-François Di Giorgio zeigt also weiterhin großes Interesse an fernöstlicher Kultur und Geschichte und beweist fortwährend ein glückliches Händchen in der Auswahl seiner Geschichten und Charaktere; denn auch „Samurai Legenden: Furiko“ wird den bisherigen Fans seines Werks zu gefallen wissen. Diese neue Reihe ist dabei auch als Fanservice zu verstehen und bietet Di Giorgio die Möglichkeit, sein vielfältiges Universum weiter auszubreiten. Dieses erste Spin-off zu seiner Kult-Serie vermittelt noch nicht den Eindruck, als müsse man die Hauptserie gelesen haben, um den vorliegenden Band zu verstehen und seine Freude damit zu haben. Darin liegt aber auch ein Schwachpunkt, da die Story streckenweise recht dünn ist und man zu wenig über die eigentliche Herkunft der Hauptperson erfährt.

Am Ende der Ausgabe gibt es auch noch ein interessantes Interview mit dem Autor über seine Beweggründe, diese Vorgeschichten zu erzählen.

Kleine Wermutstropfen zum Ende: Man hätte gerne noch etwas mehr über die hartgesottene Furiko erfahren; Band 2 der Reihe wird aber wohl schon einem anderen Charakter gewidmet sein. Außerdem wird „Samurai Legenden: Austausch (Band 2)“ voraussichtlich erst ab dem 01.10.2017 erhältlich sein. Leider eine sehr lange Wartezeit für Fans der Serie.

Inhalt

Sieben Söldner überfallen eine junge Frau, die sich gerade nichtsahnend eine Tätowierung stechen lässt – keine gute Idee. Am Ende sind fünf von ihnen tot und zwei auf der Flucht. Damit ist klar, dass es sich nicht um irgendeine harmlose Fremde handelt und dass zugleich jemand sehr großen Wert auf ihre Ergreifung legt. Solch mysteriöse, wenn nicht gar mystische Vorfälle sind in diesem exotischen Umfeld jederzeit möglich, einem mittelalterlichen Japan voller Magie, das den Rahmen abgibt für das Schauspiel, das sich dann mit „Samurai“ voll entfalten wird – einem epischen Ringen um Macht und eine dramatische Selbstfindung.
Die perfekte Gelegenheit, um fremdartige Dekors, actionreiche Kampfkünste und faszinierende Landschaften einladend in Szene zu setzen.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Jean-François Di Giorgio
ist ein französisch-belgischer Comicautor, geboren (1961) in Besançon.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 01.04.2017
Seitenzahl: 48
Band: 1 von x
ISBN: 978-3-95839-443-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)