Review

Nach dem zweiten Teil der „Rho Agenda“-Reihe, der glücklicherweise kein Lückenfüller, sondern hochspannend war, konnte der Leser kurz durchatmen und neugierig auf das große Finale in Band 3 warten. Doch hält Richard Phillips mit dem Abschlussband „Rho Agenda. Wurmloch“ das bisherige Spannungsniveau?

Zunächst beginnt alles noch recht gemütlich: Nach den aufregenden Geschehnissen im Vorgänger rund um die zwei Alienschiffe, die auf der Erde interstellaren Schiffbruch erlitten und der Menschheit durch ihre fortschrittliche Technik einige wissenschaftliche Quantensprünge verschafften, scheint die Welt nun einen Moment Ruhe zu haben. Die große Bedrohung durch die Nanomaschinen, die der Menschheit zwar gesundheitliche Hoffnung, aber zugleich auch Dr. Stephenson uneingeschränkte Macht über die Geimpften verschafft hätte, scheint abgewendet zu sein.
Die Weltrettung im Geheimen ist fünf tapferen Protagonisten zu verdanken: Nach ihrer Heldentat aber haben sich die durch Alientechnologie hochbegabten Teenager Heather, Mark und Jennifer mit den ehemaligen US-Geheimagenten Jack und Janet Gregory nach Bolivien auf eine kleine Farm geflüchtet. Dort genießen sie allerdings nicht die Früchte ihres Ruhms, sondern verstecken sich vor der US-Regierung, die trotz der Verurteilung von Dr. Stephenson an der Schuld der Fünf festhält. Der Kampf, das Ringen um das Schicksal der Erde, ist also noch lange nicht beendet!

Obwohl die drei jungen Menschen unvorstellbare Fähigkeiten durch den Kontakt mit dem zweiten Alienschiff entwickelt haben, besteht der Geheimagent Jack auf eine intensive Ausbildung: Kampftechniken, Schießübungen, Informationsbeschaffung, Geldwäsche und allerlei andere nützliche Dinge stehen fortan auf ihrem Stundenplan.
Schneller als gedacht zahlt sich dieses Training aus: Durch einen Anruf an ihre besorgten Eltern verraten die Teenager ihren Standort und setzen so eine Kette von Ereignissen in Gang, die einem schwarzen Loch gleich immer weiter an Geschwindigkeit zunimmt … bis mit der geheimnisvollen Novemer-Anomalie alle Fäden zu einem Punkt zu einem grandiosen Finale zusammenlaufen!

Jack und Janet, der Vertreter einer Alienrasse, der Präsident, Raul, Freddy Hagermann und einige weitere Personen – so bringt Phillips am Ende beinah alle seine Protagonisten noch einmal zusammen und beweist damit ein weiteres Mal, dass er ein äußerst geschickter Geschichtenerzähler ist. Dabei überzeugt weiterhin auch sein Schreibstil durch Detailverliebtheit. Zum Handlungshöhepunkt meint er es dann aber doch mit seinen Hintergrunddetails ein wenig zu gut, sodass vor lauter Einzelelementen der große Spannungsbogen ein wenig abflacht. Dafür wird aber garantiert kein Beteiligter vergessen.

Richard Phillips (Copyright: HeritagePortraits.com, 2008)

Richard Phillips (Copyright: HeritagePortraits.com, 2008)

Am Ende schließt sich der Kreis und zeigt eine großartig inszenierte, ausgewogene Sci-Fi-Trilogie mit spannenden Thriller-Elementen. Die Betonung liegt bei allen drei Romanen durchgängig auf der Wissenschaft, die bisweilen so überzeugend zumindest für den Laien dargestellt ist, dass man nach Phillips Erklärungen davon überzeugt ist, dass es genau so funktionieren müsste! Im Gegensatz zu den zwei vorhergehenden Bänden wird schließlich etwas dezenter mit Brutalität umgegangen. Also, etwas zumindest.

Wer sich einfuchsen will in physikalische Erklärungen, Wissenschaftskrieg und Agentenaction sollte dringend zur gesamten „Rho Agenda“-Reihe greifen und sich nicht davon abschrecken lassen, dass einige der vielen Protagonisten Teenager sind. Und wer die bisherigen Bücher bereits gelesen hat, wird hier sowieso zugreifen müssen.

Die bereits überzeugten Rho-Jünger freuen sich vermutlich auch darüber, dass sich der Autor am Schluss ein, zwei Hintertürchen offengelassen hat. Bisher füttert Phillips die Rho-Fans zumindest mit einem Agenten-Spin-off: Wer nach drei dicken Rho-Bänden noch nicht genug hat, kann sich zumindest an drei Teilen „The Rho Agenda Inception Book“ erfreuen, auch wenn diese bisher nur als englisches E-Book zur Verfügung stehen.

Inhalt

Eine Anomalie erschüttert die Wissenschaftler am Europäischen Kernforschungszentrum in der Schweiz. Ein Schwarzes Loch hat sich gebildet, das die gesamte Erde zu verschlingen droht. Einzig Dr. Stephensons Erkenntnisse aus dem Rho-Projekt können dies noch verhindern. Doch was lässt man auf die Menschheit los, wenn der unberechenbare Stephenson aus dem Gefängnis freikommt? Heather, Mark und Jenn versuchen derweil, in das Informationszentrum des zweiten Schiffs vorzudringen, um endlich hinter die Absichten der Aliens zu kommen. Was sie dort entdecken, übersteigt jedoch ihre schlimmsten Befürchtungen. Sie beobachten die Vorbereitungen zu einer Invasion. Das Ziel: die Erde.

(Quelle: Piper Verlag)

Homepage zur Trilogie

Autor

Richard Phillips, geboren 1956 in Roswell, New Mexico, schloss die Akademie West Point 1979 als Army Ranger ab und diente mehrere Jahre der amerikanischen Armee. 1989 erwarb er einen Master der Physik und arbeitete in mehreren wissenschaftlichen Labors, die Projekte für die US-Regierung entwickeln. Heute lebt Richard Phillips in Phoenix, Arizona, entwickelt Simulationssoftware für das Militär und schreibt Science-Fiction-Romane.

(Quelle: Piper Verlag)

Richard Phillips – Twitter

Trilogie

Band 01 – Rho Agenda I. Das zweite Schiff
Band 02 – Rho Agenda II. Immun
Band 03 – Rho Agenda III. Wurmloch

Details

Format: Taschenbuch, Kartoniert
Vö-Datum: 08.06.2015
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-492-26993-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Piper Verlag

Copyright Cover: Piper Verlag



Über den Autor

Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer