Review

Schneller, besser, weiter!
Das wollen nicht nur die Charaktere in der Fortsetzung der „Rho Agenda“-Reihe von Richard Phillips, sondern auch der Autor selbst legt in „Rho Agenda – Immun“ so hart eine Schippe oben drauf, dass dem Leser fast der Atem stockt. Doch – der Reihe nach!

Raul, der im ersten Teil der „Rho Agenda“-Reihe kurzzeitig Heathers Freund war und dann von der Bildfläche verschwand, holt den Leser direkt tief hinein in den sumpfigen Morast aus Alientechnologie, Menschenversuchen, Lügen und Intrigen. Als Wurzel allen Übels zeigt sich mal wieder der altbekannte Dr. Stephenson, dem vor gut zwanzig Jahren der wissenschaftliche Durchbruch am „Rho-Schiff“ gelang. Vor der Öffentlichkeit verborgen forschte der brutale Mann nicht nur an der Kalten Fusion, welche die Welt bereits im Sturm eroberte, sondern auch an anderen außerirdischen Nanomaschinen: Sein aktuelles Versuchskaninchen Raul muss Folter und Verstümmelung über sich ergehen lassen. Dabei ist es ihm nicht nur verwehrt, sich gegen seinen Peiniger zu wehren, er ist ebenso unfähig zu sterben, denn die Nanomaschinen leisten beste Arbeit: jede Verletzung wird in Sekunden repariert.

Währenddessen leben die drei Teenager Heather, Mark und Jennifer noch in ihrer „Heile Welt“-Blase: Regelmäßig besuchen sie „ihr“ Alienschiff, sie bauen einen Reaktor für einen Forschungswettbewerb und durch das neue Wissen der Außerirdischen revolutionieren sie in ihrer Garage das, was wir über Physik zu wissen glauben. Außerdem entwickeln sie ihre Fähigkeiten, die sie durch die neuronale Verstärkung erhalten haben, weiter: Sprachtalente, übermenschliche Muskelkraft, mathematisches Verständnis, das an Visionen grenzt oder Gesichtsverrenkungen, die sie beliebig altern lassen – nichts ist für die Teenager unmöglich. Dennoch ist es ihnen nicht gelungen, das Rho-Projekt zu stoppen, entsetzt müssen sie feststellen, dass Dr. Stephenson nun auch die Nanomaschinen mit der ganzen Welt teilen will. Was nach Segen aussieht, können nur die drei mit ihrem besonderen Wissen als Lüge entlarven – doch dafür brauchen sie endlich Verbündete.

Ein solcher Verbündeter könnte der Geheimagent Jack „The Ripper“ Gregory mit seiner Partnerin Janet sein. Schon im ersten Teil versuchte er nach dem anonymen Hinweis der drei Freunde, die brutalen Umstände des Dr. aufzudecken. Durch die politische Überlegenheit seines Gegners sieht er sich nun aber selbst im Fadenkreuz der staatlichen Ermittlungen und illegaler Killer, die alle hinter ihm und seiner Partnerin her sind. So benötigt der beste Auftragsmörder der Welt selbst Hilfe.

Richard Phillips (Copyright: HeritagePortraits.com, 2008)

Richard Phillips (Copyright: HeritagePortraits.com, 2008)

Zur Seite stehen könnten Jack hier eine Vielzahl an weiteren Charakteren, denn zu den bereits aus dem ersten Teil bekannten gesellen sich weitere Nebendarsteller. Freddi Hagerman, Sergeant Jim „Großer Bär“ Pino, Vizepräsident George Gordon und viele mehr tragen zum Entstehen der Story bei. Dabei wird der Autor nicht müde, nach jedem der 146 Kapitel wieder die Perspektive zu wechseln, um auch wirklich jeden zu Wort kommen zu lassen. Wie schon im ersten Teil strickt er seine Geschichte dabei so geschickt, dass der Leser stets den Überblick behalten kann und sich dennoch jede Menge Spannung aufbaut.

Da direkt auf Seite 2 schon ein Auge ausgestochen wird, weitet Phillips sein Beuteschema aus. Prompt geht es „nicht nur“ um Alien, Verschwörungen und Technologie, auch Drogenkartelle, Computerhacking, Geldwäsche, Lustmorde, Visionen und Superkräfte flicht er geschickt ein. Neue Figuren, neue Ideen, neue wissenschaftliche Entdeckungen, neue Brutalität – und mit all diesen Zutaten spinnt er doch eine klassische „Gut gegen Böse“-Szenerie in der Form von „Blutserum gegen neuronale Verstärkung“.

Ob des rasanten Tempos ist man am Ende kurz glücklich über die Verschnaufpause und freut sich über einen zweiten Teil, der nicht nur ein Lückenfüller ist. Nach knappem Innehalten kommt aber direkt die Vorfreude auf das Grande Finale!
Ein Must-have für alle Sci-Fi- und Thrillerfans!

Inhalt

Was die Menschheit retten sollte, wird zu ihrer schlimmsten Bedrohung

Ein Heilmittel gegen alle Krankheiten, nicht weniger glaubt die Regierung in dem abgestürzten Raumschiff in New Mexico gefunden zu haben. Doch drei Studenten finden durch Zufall ein zweites Schiff, von dem die Regierung nichts weiß und das eine schreckliche Wahrheit birgt. Das streng geheime Rho-Projekt hält nicht etwa den Schlüssel zur Rettung der Menschheit bereit, sondern steuert die Welt geradewegs in eine globale Katastrophe. Für die angeblichen Wunderheilungen zahlen viele Menschen mit dem Leben. Und jeder Gegner des Projekts scheint systematisch ausgeschaltet zu werden. Die Hoffnung liegt nun bei den drei jungen Studenten, deren bekannte Welt jedoch immer weiter aus den Fugen gerät.

(Quelle: Piper Verlag)

Homepage zur Trilogie

Autor

Richard Phillips, geboren 1956 in Roswell, New Mexico, schloss die Akademie West Point 1979 als Army Ranger ab und diente mehrere Jahre der amerikanischen Armee. 1989 erwarb er einen Master der Physik und arbeitete in mehreren wissenschaftlichen Labors, die Projekte für die US-Regierung entwickeln. Heute lebt Richard Phillips in Phoenix, Arizona, entwickelt Simulationssoftware für das Militär und schreibt Science-Fiction-Romane.

Richard Phillips – Twitter

Trilogie

Band 01 – Rho Agenda I. Das zweite Schiff
Band 02 – Rho Agenda II. Immun
Band 03 – Rho Agenda III. Wurmloch (erscheint am 08.06.2015)

Details

Format: Taschenbuch, Kartoniert
Vö-Datum: 19.01.2015
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-492-26992-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Piper Verlag

Copyright Cover: Piper Verlag



Über den Autor

Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer