Review

Was wäre, wenn Ende der 40er Jahre über Roswell tatsächlich ein unbekanntes Flugobjekt abgestürzt wäre, das seit diesem Tag in der Area 51 erforscht wird? Richard Phillips, übrigens selbst in Roswell geboren und beim amerikanischen Militär beschäftigt, geht dieser Frage in seinem Trilogieauftakt „Rho Agenda. Das zweite Schiff“ auf den Grund.

Vermutlich würde die Menschheit zunächst unwissend vor dem UFO stehen, ohne die geringste Ahnung, wie man sich Zutritt verschaffen könnte. So skizziert zumindest der Science-Fiction-Autor die Ausgangssituation, bis endlich 40 Jahre nach dem Absturz dem Wissenschaftler Dr. Stephenson der Durchbruch gelingt. Es dauert noch mal mehr als 20 Jahre, bis er mit der ersten Technologie und der Erlaubnis des Präsidenten an die Öffentlichkeit gehen darf.

Während Dr. Stephenson in einem Geheimlabor ohne jeglichen Skrupel an der Nutzbarmachung der verschiedenen Alientechnologien feilt und seinen ersten großen Erfolg – die „Kalte Fusion“ – mit der Welt teilen kann, machen drei Teenager in einem Canyon in New Mexico ebenfalls eine erstaunliche Entdeckung: Ein Raumschiff, das vom Typ dem bisher bekannten „Rho Schiff“ nicht im geringsten ähnelt. Unbedarft erkunden die Zwillinge Mark und Jennifer mit ihrer Freundin Heather das Schiff. Ihnen gelingt es auf Anhieb, die Technik durch das Überstreifen von Stirnreifen zu aktivieren. Auf diese Weise erlangen sie Zugriff auf die noch funktionsfähigen Boardsysteme, die ihnen nicht nur Unmengen an Wissen – auch über das „Rho Schiff“ – übermitteln wollen, sondern auch ihre neuronalen Strukturen verändern. Nach und nach zeigen sich bei den Dreien unterschiedlichste Veränderungen – von perfekten Gedächtnissen über Intelligenzsteigerungen bis hin zu extrem ausgeprägten Inselbegabungen.
Obwohl sie diese enormen Veränderungen an sich bemerken, beschließen sie, die Entdeckung des Schiffes geheim zu halten. Dabei könnten sie Unterstützung dringend brauchen, denn es warten erschreckende Erkenntnisse und brutale Gegner auf sie …

Während es gerade zu Anfang noch recht gemütlich zugeht, nimmt mit den neuronalen Verbesserungen auch die Geschichte langsam an Fahrt auf. Neben den eben skizzierten Handlungssträngen wird die Geschichte noch aus weiteren Perspektiven erzählt. Beispielsweise erhält der Leser Einblicke in das Leben verschiedener Regierungsbeamten, darunter der Top-Spion Jack, oder begleitet einen Reporter bei seiner gefährlichen Aufklärungsarbeit. Hier lauert natürlich immer die Gefahr, den Leser im Personengewirr zu verlieren, Phillips beweist sich diesbezüglich aber als geschickter Geschichtenerzähler, der durch diese Erzählweise nicht nur sinnvoll Informationen für den Leser liefert, sondern auch die Spannung erhöht.

Richard Phillips (Copyright: HeritagePortraits.com, 2008)

Richard Phillips (Copyright: HeritagePortraits.com, 2008)

Die Perspektivwechsel wären sicher noch interessanter gewesen, wenn sie von veränderter Sprache begleitet würden – so bewegt sich die Sprache des Sci-Fi-Romans auf neutralem Niveau.
Gut gelingt dem Autor aber die Wanderung auf dem schmalen Grat von angemessener Sprache und wissenschaftlichem Know-how. Phillips, der selbst einen Master in Physik hat, scheint für jede seiner Alientechnologien eine wissenschaftliche Erklärung zu haben, die zumindest den Physik-Laien überzeugen kann.

Auch wenn einige der Hauptpersonen hier Jugendliche sind, bildet sich aus den einzelnen Puzzle-Teilen ein erstaunlich erwachsener Sci-Fi-Thriller, dem es weder an Verschwörungen, noch an Spionage oder Gewalt mangelt.
Damit trifft zwar der Klappentext den Nerv des Romans nicht – aber bei Sci-Fi-Fans trifft der Roman selbst sicher ins Schwarze!

Inhalt

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen …

Im Jahr 1948 landete ein Raumschiff im US-Bundesstaat New Mexico – und verschwand sofort hinter den unüberwindlichen Mauern eines Geheimlabors. Seit diesem Tag hat das amerikanische Militär die außerirdische Technik erforscht, um sie für eigene Zwecke zu nutzen. Das sogenannte Rho-Projekt drang nie an die Öffentlichkeit. Nun, über sechzig Jahre später, glaubt die Regierung, alles über das fremde Schiff zu wissen. Doch dies ist ein fataler Irrtum. Denn es gibt ein zweites Schiff, das über Jahrzehnte in einem abgelegenen Canyon verschollen war. Und als drei Studenten es zufällig entdecken, stoßen sie auf ein Geheimnis, das alles infrage stellt, woran die Menschheit je geglaubt hat …

(Quelle: Piper Verlag)

Homepage zur Trilogie

Autor

Richard Phillips, geboren 1956 in Roswell, New Mexico, schloss die Akademie West Point 1979 als Army Ranger ab und diente mehrere Jahre der amerikanischen Armee. 1989 erwarb er einen Master der Physik und arbeitete in mehreren wissenschaftlichen Labors, die Projekte für die US-Regierung entwickeln. Heute lebt Richard Phillips in Phoenix, Arizona, entwickelt Simulationssoftware für das Militär und schreibt Science-Fiction-Romane.

Richard Phillips – Twitter

Trilogie

Band 01 – Rho Agenda I. Das zweite Schiff
Band 02 – Rho Agenda II. Immun
Band 03 – Rho Agenda III. Wurmloch (erscheint am 08.06.2015)

Details

Format: Taschenbuch, Kartoniert
Vö-Datum: 10.06.2014
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-492-26991-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Piper Verlag

Copyright Cover: Piper Verlag



Über den Autor

Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer