Review

Bereits zum siebten Mal schickt der fiktive Autor Richard Castle seine Protagonisten mit „Driving Heat. Treibende Hitze“ in seine kriminalliterarischen Ermittlungen. Und wie es in den Nikki Heat-Romanen üblich ist, bleibt es auch im neuesten Streich nicht nur bei einem Mordfall.

Die Leser dürfen sich also auf einen abermals vor Komplexität strotzenden Fall freuen, der dieses Mal – durch den Mord an den NYPD-Psychologen Lon King – erneut eng mit der Hauptfigur Nikki Heat verknüpft ist.
Jene ist angelehnt an die TV-Serienfigur Kate Beckett, doch wie man bereits beim Studieren des Klappentextes von „Driving Heat“ erkennt, weichen die einstigen Parallelen zum bisherigen Krimi-Kassenschlager aus den ABC Studios, „Castle“, deutlicher ab als zuvor.
Das hier gedrehte Personalkarussell unterscheidet sich vor allem durch die Tatsache, dass Protagonistin Nikki Heat nun – anders als Fernsehvorlage Kate Beckett – zum Captain des Zwanzigsten Reviers befördert wurde, während ihre Kollegen um die frei gewordene Leitung der Mordkommission konkurrieren. Ein Aspekt, der neben der bewährten Krimikost im Roman für einige Brisanz im sonst harmonischen Ermittlungs- und Teamalltag sorgt.

Wenngleich die „persönlichen Ebenen“ – insbesondere die der beiden Hauptfiguren Nikki Heat und Jameson Rook – inhaltlich an die vorherigen Bände anknüpfen, kann „Driving Heat“ dank des abgeschlossenen und in sich stimmigen Falls durchaus als alleinstehender Roman innerhalb der „Nikki Heat“-Reihe gelesen werden und somit auch die Leser ins Boot holen, die es bisher versäumt haben, in das Castle’sche Universum abzutauchen.

Jenen fällt natürlich dann auch nicht auf, dass einige „Trademarks“ der Reihe im vorliegenden Band auf der Strecke bleiben. Dies ist jedoch für Fans umso enttäuschender. So muss man – wie schon im Vorgängerband „Raging Heat“ – feststellen, dass der typische Humor, der zumeist der Figur Jameson Rook zugeschrieben oder durch spritzige Dialoge erzielt wurde, auf ein Neues drastisch reduziert bzw. vernachlässigt und somit schmerzlich vermisst wird.

Nathan Fillion in seiner Rolle als fiktiver Autor Richard Castle. (Copyright: Nathan Fillion)

Nathan Fillion in seiner Rolle als fiktiver Autor Richard Castle. (Copyright: Nathan Fillion)

Dafür findet das beliebte Thema „Terrorismus“ einen Platz im Buch „Driving Heat“, das dieses – typisch amerikanische – Extra jedoch gar nicht nötig gehabt hätte, um als spannende Krimiunterhaltung durchzugehen. Daher wirkt diese zusätzliche Handlungsebene zeitweise eher aufgesetzt als homogen integriert.

Trotz der genannten Kritik, die vor allem eingefleischte Castle-Leser tangiert, lässt sich „Driving Heat“ allerdings flüssig und in einem Rutsch lesen. Fesselnde Wendungen, spannungsgeladene Momente und teils eigenwillige, teils prägnante Figuren, die einem schnell bzw. mehr und mehr ans Herz wachsen, runden den Krimi ab. Daher ist Richard Castles Heat Nummer 7, „Driving Heat“, eine Empfehlung wert für alle, die sich für durchdachte und trotzdem kurzweilige Kriminalliteratur begeistern können.

Inhalt

Am Morgen ihres ersten Arbeitstags als neuer Captain des Zwanzigsten Reviers erlebt Nikki Heat einen Schock, als ihr NYPD-Seelenklempner tot am Ufer des Hudson Rivers angespült wird. Doch der erschütternde Mord an dem Mann, der ihre intimsten Geheimnisse kannte, ist nur der erste in einer Reihe von Schlägen, die auf New Yorks beste Mordermittlerin herabregnen werden. Schon bald trifft sie aus heiterem Himmel die Erkenntnis, dass sich ihr Verlobter, der Pulitzerpresiträger und Journalist Jameson Rook, heimlich mit ihrem Psychologen getroffen hat, um für einen explosiven Enthüllungsbericht zu recherchieren. Nikki fühlt sich sogar noch stärker betrogen, als Rook sich aus ethischen Gründen weigert, vertrauliche Informationen, die er über das Opfer in Erfahrung gebracht hat, mit ihr zu teilen. Seine sture Einstellung und ständige Einmischung in Heats Fall belasten ihre Verlobung bis zum Äußersten.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Richard Edgar Castle wurde als Richard Alexander Roger geboren. Den Künstlernamen Edgar legte er sich in Gedenken an sein großes Vorbild Edgar Allen Poe zu. Castle behauptet von sich selbst, von jeder höheren Schule New Yorks mindestens einmal der Schule verwiesen worden zu sein. Schon während seiner Schulzeit unterhielt er seine Klassenkameraden zunächst mit Sachbüchern, später auch mit Romanen, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Er war zweimal verheiratet und lebt heute mit seiner 15-jährigen Tochter Alexis und seiner Mutter in New York.

Die 26 Romane des Mystery-Autors waren allesamt Bestseller. Sein Debütroman “Im Kugelhagel” hat ihm sogar den renommierten Tom-Straw-Preis für Kriminalliteratur der Nom-DePlume-Gesellschaft eingebracht. Sein bekanntestes und beliebtestes Werk ist die inzwischen abgeschlossene, 12-bändige Roman-Reihe um den pensionierten New Yorker Polizisten Derrick Storm. Seine neue Serie um Nikki Heat basiert auf wahren Fällen, die er gemeinsam mit einer Beamtin des New York Police Departments gelöst hat.

(Quelle: Cross Cult)

Richard Castle – Homepage (deutsch)
Richard Castle – Homepage (englisch)
Richard Castle – Facebook
Richard Castle – Twitter

Reihen

Nikki Heat-Reihe:
01 Heat Wave – Hitzewelle
02 Naked Heat – In der Hitze der Nacht
03 Heat Rises – Kaltgestellt
04 Frozen Heat – Auf dünnem Eis
05 Deadly Heat – Tödliche Hitze
06 Raging Heat – Wütende Hitze

Derrick Storm-Serie:
01 A Brewing Storm – Ein Sturm zieht auf
02 A Raging Storm – Im Auge des Sturms
03 A Bloody Storm – Vom Sturm getrieben
04 Storm Front – Sturmfront
05 Wild Storm – Wilder Sturm

Derrick Storm – Drei Novellen (Sammelband)

Castle Comic:
Band 1: Deadly Storm – Tödlicher Sturm. Ein Fall für Derrick Storm

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 14.12.2015
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-86425-798-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde