Review

Auf den Tag folgt die Nacht – und so lieferte Autor Richard A. Knaak mit „Die Nacht des Drachen“ 2009 den Nachfolgeroman zu seinem Werk „Der Tag des Drachen“.

Angesiedelt im „World of Warcraft“-Universum, erschien kürzlich dessen Neuauflage unter dem Banner „Blizzard Legends“.

Ein weiteres Kapitel aus der Geschichte Azeroths

Seitdem Grim Batol der Schauplatz einer schrecklichen Tragödie war, an dem die schonungslosen Orks die Jungen von Alexstrasza, der noblen Königin der Drachen, verdarben und als Kriegswaffen einsetzten, steht der verfluchte Berg als ein weiteres verwüstetes Denkmal in der World of Warcraft.

In Vergessenheit geraten können der Ort und die damit verbundenen Geschehnisse jedoch nicht, denn es scheint, als ob die dunkle Macht Grim Batols erneut erstarkt. Dies spürt auch Krasus, der manchen als der rote Drache Korialstrasz bekannt ist. Er ist fest entschlossen, dem Bösen ein für allemal Einhalt zu gebieten – und er tut gut daran, denn tief in den Schatten des Berges lauert etwas, das ein neues Zeitalter des Schreckens und der Zerstörung heraufbeschwören will …

Kampfszenen vs. Emotionalität

Während Knaak also seine Leser und Figuren in die Tiefen des Berges Grim Batol führt, lässt er es an Tiefe seiner Charaktere ein wenig missen. So geht Knaak eher auf Nummer sicher und hält sich vermehrt an klischierte Charakterzeichnungen. Entsprechend weisen darüber hinaus nur vereinzelte Figuren erkennbare Charakterentwicklungen auf. Obschon es eine Freude ist, hier mitzuerleben, wie viele unterschiedliche Figuren aufeinandertreffen und als heldenhafte Gruppierung geschlossen dem Bösen entgegentreten, bleiben die meisten davon weitgehend oberflächlich, einige sogar ganz ohne Gesicht und Namen. Dies führt dazu, dass ihr Schicksal die Leser nicht so tangiert, wie es eigentlich hätte sein können.

Richard A. Knaak (Copyright: Richard A. Knaak)

Knaaks Schwerpunkt in seinen Romanen – und sein eindeutiges Steckenpferd auch in „World of Warcraft: Die Nacht des Drachen“ – sind stattdessen Kampfszenen. Dabei gehen emotionale Momente, wie Autorenkollegin Christie Golden sie beispielsweise hervorragend heraufbeschwören kann, gerne mal unter oder ganz verloren.
Die Kampfsequenzen fallen hingegen dynamisch, temporeich, detailliert und damit gut vorstellbar aus. Alles andere wirkt allerdings etwas zäh.

Resümee

So liest sich der Roman zwar gut „runter“, hätte stellenweise aber weitaus packender und noch flüssiger geraten können. Ein etwas „holpriger“ Lesefluss – gerade zu Beginn – mag u.a. darin begründet sein, dass Knaak die Geschichte des vorliegenden Bandes zunächst etwas konfus präsentiert. Es treffen viele Figuren (neben Hauptcharakter Krasus) hier zusammen; parallel dazu wird viel WoW-Geschichte erzählt, gestreift oder – als Hintergrundwissen vorausgesetzt – angekratzt. Mal gibt es dazu einige aufklärende Worte, stets harmonisch und passend in die Geschichte integriert, mal lässt man Leser aber mit gegebenen Tatsachen allein. Das macht es für WoW-ferne Leser schwer, das Werk als reines Fantasy-Buch zu genießen; vielmehr ist „Die Nacht des Drachen“ stets mit dem MMORPG-Spiel eng verbunden, sodass es definitiv nicht schadet, Fan-Boy/-girl von „World of Warcraft“ zu sein, um sich für den Inhalt des Buches begeistern zu können.

Inhalt

Der Berg Grim Batol: Sein düsteres Erbe reicht weit zurück bis in die nebelverschleierte Vergangenheit Azeroths. Ein Ort, an dem eine schreckliche Tragödie ihren Lauf nahm, als die Orcs die Brut der edlen Drachenkönigin Alexstrasza als Kriegswaffen missbrauchten. Und obwohl es einer Gruppe von Helden um den mysteriösen Zauberer Krasus schließlich gelang, die Orcs zu besiegen und die gefangenen Drachen zu befreien, ist der verfluchte Berg ein Schandfleck auf der Karte der „World of Warcraft“.

Und jetzt fühlt Krasus – der manchen auch als der rote Drache Korialstrasz bekannt ist –, wie die dunkle Macht Grim Batols wieder erstarkt und all jene bedroht, die ihm lieb und teuer sind. Er ist fest entschlossen, dem Bösen ein für allemal Einhalt zu gebieten – und er tut gut daran, denn tief in den Schatten des Berges lauert etwas, das ein neues Zeitalter des Schreckens und der Zerstörung heraufbeschwören will …

Komplett überarbeitete Nauausgabe

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

New York Times-Bestsellerautor Richard A. Knaak hat über 40 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten verfasst. Darunter u.a. „World of Warcraft: Sturmgrimm“ und die „Krieg der Ahnen“-Trilogie. Aus seiner Feder stammen außerdem Arbeiten für „Diablo“, „Dragonlance“, „Age of Conan“ und „Dragonrealm“.

Seine Werke wurden weltweit in viele Sprachen übersetzt.
Er arbeitet derzeit an diversen Projekten gleichzeitig, darunter ein weiterer „Dragonrealm“-Roman.

(Quelle: Panini Verlag)

Richard A. Knaak – HomepageRichard A. Knaak – FacebookRichard A. Knaak – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 21.07.2020
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-8332-3953-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag / Blizzard Entertainment



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde