Review

The Final Chapter

Mit „Punisher 3: Freund oder Feind?“ geht nicht nur das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Punisher Frank Castle und Hydra-Boss Baron Zemo in die letzte Runde, nein, auch Autor Matthew Rosenberg und Zeichner Szymon Kudranski beenden ihre schwer unterhaltsame, actiongeladene und blutige Arbeit am Punisher.

Zuletzt war Frank Gefangener im feindlichen Terrain, doch gelang es dem Witwenmacher, den sadistischen Baron Zemo von seinem eigenen Grund und Boden, dem Schurkenstaat Bagalia, zu vertreiben („Punisher 2: Krieg in Bagalia“). Zemo ist nunmehr nach New York geflohen, wo er im Kampf gegen die hasserfüllte Ein-Mann-Armee auf die Hilfe des amtierenden Bürgermeisters Wilson Fisk alias Kingpin hofft – eine lieblose Zweckgemeinschaft.

Erst nach dem Umweg über eine kleine Insel schafft es auch der Punisher nach New York zurück. Baron Zemo hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine Armee zusammengetrommelt, in der sich auch Schurken wie Ghost oder Jigsaw tummeln. Doch auch Frank Castle sind noch einige letzte Freunde verblieben, mit denen er sich gemeinsam auf die Jagd nach den neuen Thunderbolts und insbesondere nach Wilson Fisk und Baron Zemo macht.

Knallhart & kompromisslos

Mit „Punisher 3: Freund oder Feind?“ gelingt Rosenberg und Kudranski ein angemessener Abschluss-Band ihrer Punisher-Reihe, der die ohnehin schon launigen Vorgänger sogar noch einmal zu übertreffen vermag.

Der gnadenlose Action-Reißer beginnt schon wahnsinnig vielversprechend, wenn Frank auf einer kleinen Insel zig Hydra-Schergen planiert. Hier macht Matthew Rosenberg gekonnte Anleihen bei großen Genre-Vorbildern und zitiert etwa „Rambo“ oder auch „Predator“. Als getarnter Guerilla stellt der Verbrecherjäger unzählige Fallen auf, metzelt seine Verfolger der Reihe nach nieder und lässt dabei auch Pfeil und Bogen nicht zu kurz kommen. Der Autor inszeniert von vorn bis hinten ein schnörkelloses und rasantes Action-Spektakel.

Mittels Guerilla-Taktik schlachtet Frank Castle die Terroristen von Hydra ab.
(Copyright: Panini Comics)

Die finale Schlacht in New York gegen die Terrororganisation gerät nicht minder originell und einfallsreich.

Baron Zemo geht im Zuge der Geschichte mehr und mehr die Muffe, wenn er merkt, dass er den Punisher unterschätzt hat. Und das auch völlig zu Recht. Derart rachsüchtig, finster und skrupellos – wie bei Rosenberg – war Frank Castle – auch für seine Verhältnisse – schon lange nicht mehr. Völlig unberechenbar führt Frank seinen Kreuzzug gegen die kriminelle Sippe von Hydra-Boss Zemo und schreckt auch nicht davor zurück, Verbündete und Bewunderer von sich zu stoßen.

Szymon Kudranski bleibt auch nach der Finalausgabe eine hervorragende Wahl, um den Punisher angemessen in Szene zu setzen. Die finstere Charakterisierung von Rosenberg setzt der Zeichner ideal um, wenn er uns eine brachiale, rohe und knallharte Kriegsmaschine serviert.

Fazit

Die Punisher-Saga von Matthew Rosenberg und Szymon Kudranski präsentiert sich nach insgesamt 16 US-Ausgaben in der Tradition von Garth Ennis und weiß gerade mit dem Finale noch einmal vollends zu überzeugen.

Geradlinig, schnörkellos und brachial – für Action-Freunde genau das Richtige.

Inhalt

Erst macht Frank Castle mit Terroristen auf einer Insel kurzen Prozess. Dann kehrt der Punisher nach New York zurück, wo der Kriminelle Wilson Fisk als Bürgermeister regiert. Ausgerechnet hier will Frank endlich mit Hydra abrechnen. Doch Hydra-Boss Baron Zemo hat ein skrupelloses Team um sich geschart: Die neuen Thunderbolts.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 08.09.2020
Originalausgaben: Punisher 12-16
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)