Review

Frank ist wieder on the Road. Dieses Mal zeigt er sich allerdings von einer anderen Seite. Hat er in „Punisher #1“ noch ziemlich ausgeteilt, kriegt er in „Punisher #2“ nun selbst voll auf die Mütze.

Das Stehaufmännchen kommt dieses Mal mit sechs Heften um die Ecke: „El Diablito, Teil 1 und 2“, „Freund oder Feind“, „Aufstand“, „Siedepunkt“ und „Willkommen Daheim“. Das verspricht doch vollkommene Action, oder?
Nicht ganz, denn zu Beginn bleibt es zunächst etwas ruhiger. Nicht unbedingt für Frank, denn der bekommt derbe aufs Maul. Daran ist er auch selber schuld, denn wer würde sich schon mit der Mafia anlegen?

Nachdem unser Protagonist im ersten Teil gerade so dem Howling Commando entkommen ist, versucht er nun wieder auf die Beine zu kommen. Das geht schief, sodass er kurzerhand gefoltert und festgehalten wird. Irgendjemand wird schon ein ordentliches Sümmchen für ihn bezahlen. Brock Rumlow, besser bekannt unter dem Namen Crossbones, ist dieser Jemand. Er will ihn, doch macht er einen fatalen Fehler. Er macht es nicht selbst, sondern lässt die Mafia für sich arbeiten. Dumm, denn Mr. Castle kommt frei.

Alte Bekannte wie Black Widow oder Tuggs, der geliebte Waffenlieferant, sind in „Punisher #2“ wieder mit von der Partie. Was das angeht, kann man nicht meckern. Insgesamt sind erneut viele interessante und einflussreiche Charaktere zu bestaunen. Selbst Franks Schäferhund wächst einem ans Herz.

Der „Punisher“ war jedoch nie für Farbvielfalt bekannt. Trotzdem schaffen es Mitch Gerads und Carmen Carnero mit ihren Zeichnungen eine düstere und bedrohliche Stimmung aufzubauen.

Zudem wird das Gaspedal nicht mehr durchgedrückt, sodass Raum für Gefühle und etwas „Backing“ vorhanden ist. Auf Dauer ist das nicht unbedingt der Kracher, da Frank eben einen klassischen Antihelden widerspiegelt. Wer Leid verdient, der bekommt es auch zu spüren. Das ist nicht jedermanns Sache. Stars wie Batman sind da anderer Meinung und wirken dennoch brutal. Mr. Castle geht diesbezüglich aber einen Schritt weiter. Themen wie Familie oder Freundschaft zeigen jedoch, dass er sehr wohl eine Seele besitzt.

Autor Nathan Edmondson (Copyright: Maryann Bates, Macon, GA)

Autor Nathan Edmondson (Copyright: Maryann Bates, Macon, GA)

Die mit Abstand beste Story aus dem Band ist „Aufstand“. Frank muss sich selbst aus dem Gefängnis befreien und lässt dort dezent seine Muskeln spielen. Anfangs eine kleine Leuchte, entwickelt sich das Ganze zu einem großen Aufstand … wie der Titel der Geschichte schon sagt. Hier wird alles geboten: der ruhige und nachdenkliche Söldner, der beobachtet und lernt, auf der anderen Seite aber auch der „Schau-mich-schief-an-und-ich-bringe-dich-um“-Typ.

Dabei sind aber deutlich mehr Dialoge als Aktionen eingebaut, weshalb oftmals die Luft raus ist und man den Band gerne mal abends zur Seite legt, am nächsten Tag ist schließlich auch noch Zeit.
Frank fragt sich sogar, ob für das Gute zu kämpfen überhaupt noch Sinn macht.

Schließlich bereitet Frank noch alles vor, um den finalen Schlag gegen die Mafia zu landen. Der Spannungsbogen zieht sich ins Unermessliche und lässt die Wartezeit auf eine Fortsetzung nur schwer ertragen.

Fazit: Frank lässt im „Punisher #2“ nicht unbedingt die Muskeln spielen. Eher bleibt Platz für Zwischenmenschliches. Dieser Ansatz ist auch interessant, nur fehlen die Kracher und „Brecher“, für die der „Punisher“ bekannt ist. Gut sind allerdings die Monologe, die Frank am laufenden Band einbringt. Die Killermaschine mit Herz.
Fans greifen zu, Comicfans die noch nicht beim „Punisher“ gelandet sind, sollten erst mal den ersten Band vor die Linse bekommen.

Inhalt

Seine Kalifornien-Mission hat den Punisher schwer gezeichnet. Zwar gelingt dem Kriegsveteran die Flucht aus den Fängen seiner Feinde – doch der brutale Crossbones verfolgt ihn durch den gesamten Dschungel! Sogar Black Widow ist mit von der Partie, während in Los Angeles ein neuer Kartellchef die Macht ergreift …

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Nathan Edmondson

ist ein amerikanischer Schriftsteller, bekannt durch seine Comicserie „Who Is Jake Ellis?“ und „The Activity“ für Image Comics sowie „The Punisher“ und „Black Widow“ für Marvel Comics.

(Quelle: Wikipedia)

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Zeichner:
Carmen Carnero – Twitter

Mitch Gerads – Homepage
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Details

Format: A4, Softcover
Vö-Datum: 26.05.2015
Originalausgaben: El Diablito, Part 1/Part 2 – The Punisher 7/8 (2014), Friend from Foe – The Punisher 9 (2014), Mercury Rising – The Punisher 10 (2014), Boiling Point 11 (2014), Back in Town 12 (2014)
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Verlag / Marvel



Über den Autor

Marcus
Marcus