Review

Der Auftakt der neuen Punisher-Serie („Punisher 1: Krieg gegen alle“) von Matthew Rosenberg war noch maßgeblich von den Nachwehen des Crossovers „Secret Empire“ (z.B. „Secret Empire Sonderband 3 (von 3): Schild der Hoffnung“) geprägt. Der „Witwenmacher“ zog in den Krieg gegen die faschistische Organisation Hydra, die nunmehr von Baron Helmut Zemo geleitet wird. Am Ende der ersten Ausgabe gelang es dem rachsüchtigen Hydra-Anführer durch einen Komplott, Frank Castle in seine Gewalt zu bringen.

Hydra-Gefängnis

„Punisher 2: Krieg in Bagalia“ beginnt mit einem Frank Castle in Gefangenschaft. Beherbergt im Knast des Inselschurkenstaates Bagalia ist der Punisher der sadistischen Folter des Baron Zemo ausgesetzt. Als Frank jedoch die eingesperrte Nonne Sister Mercy kennenlernt, wendet sich das Blatt. Gemeinsam mit anderen Insassen tut der Punisher das, was er am besten kann: aufräumen. Baron Zemo ist auf seiner eigenen Insel schon bald nicht mehr sicher, und auch die geplante Anerkennung der Unabhängigkeit Bagalias durch die internationale politische Gemeinschaft kann ad acta gelegt werden.

Chaos, Feuer und Blut in Bagalia 

Autor Matthew Rosenberg macht genau da weiter, wo er aufgehört hatte – die Handlung ist gleichbleibend, lediglich der Schauplatz verändert. Eine besonders einfallsreiche oder tiefgründige Geschichte bekommt der Leser hier nicht serviert.

Leseprobe aus „Punisher 2: Krieg in Bagalia“ (Copyright: Panini Comics)

Der Krieg des Punisher ist auch nicht sonderlich emotional oder leidenschaftlich, sondern insgesamt sehr simpel gestrickt.

Im Fokus steht eine schlichte und schnörkellose Rachegeschichte mit herrlich überzogenen Actionsequenzen. Die Story bietet immer wieder gute Action-Unterhaltung, wenn Frank etwa mit einem Panzer durch den Schurkenstaat rast oder hier – gefühlt – jede zweite Seite irgendetwas in die Luft fliegt. Ein Comic-Buch, das spätestens ab der zweiten Hälfte größtenteils in Flammen steht – ein hitziges und explosives Spektakel. Wer Spaß an konsequent durchkomponierter 80er-Action hat (z.B. „Savage Avengers 1: Die Stadt der Sicheln“), der wird hier auf seine Kosten kommen.

Mit Zeichner Szymon Kudranski ist genau der richtige Mann an Bord, um diese kompromisslose und düstere Haudrauf-Action in Szene zu setzen.

Fazit

Wenig fesselnde Dramaturgie, reichlich rasante Kampfszenen. Wer Lust auf diese Mischung hat, darf bei der Punisher-Serie von Matthew Rosenberg bedenkenlos zugreifen.

Inhalt

Im Schurkenstaat Bagalia, dem Herzen von Hydra, wird Frank Castle von Oberbösewicht Baron Zemo gefoltert und in ein Gefängnis gesteckt, wo Wärter und Insassen den Punisher gleichermaßen hassen. Doch Frank ist bekanntlich am gefährlichsten, wenn er nichts zu verlieren hat …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 12.05.2020
Originalausgaben: Punisher (2019) 6-11
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)