Review

„JP Ahonen und KP Alare lernten sich in der ersten Klasse kennen. Die Freunde teilten die Begeisterung fürs Zeichnen und für Comics. In der Mittelstufe kam die Musik dazu, besonders Metal.“

So beginnt die Geschichte der beiden Autoren von „Perkeros“. Beide stammen aus Finnland und haben irgendwann angefangen, eine Band zu gründen. Nach mäßigem Erfolg wurde das Projekt wieder auf Eis gelegt. Im späteren Alter hatten sie wieder Lust darauf, jedoch war nun die Idee, eine Story um das Musikersein zu entwickeln.

Der Titel „Perkeros“ lässt zunächst rein gar nichts erahnen. In welche Richtung geht „Perkeros“? Worum geht es überhaupt und was wollen uns die Autoren damit sagen?
Die beiden Köpfe hinter „Perkeros“ schicken uns auf einen sehr coolen und sympathischen Trip für Musiker und im speziellen Metaller!

Akseli ist ein Musik-Junkie. Er vergöttert die Gitarrenmusik und ist ein ziemlicher Perfektionist. Zumindest kommt er so rüber, so richtig voran kommt er aber nicht. Seine Plattensammlung teilt er sich zusammen mit seiner Freundin Jatta. Beide Studenten, ist sie eher die Ehrgeizige, während Akseli mehr der Schlumpi ist. Vorlesungen besucht er nicht. Sein Lieblingsort ist der Proberaum, wo er mit seiner Band Perkeros an seiner perfekten Musik arbeitet. Ja, es klingt alles sehr hochtrabend, aber Akseli ist überzeugt von sich. Seine Bandmitglieder bestehen aus einem sehr interessanten Haufen. Da hätten wir Lilja, Kunststudentin und Keyboarderin, Kervinen, der alte Hippie-Bassist, Aydin kommt erst später zu Band und ist Gitarrist und Sänger und zu guter Letzt der Mann … ähh, das Tier an der Schießbude: ein Bär. Nach dem Einstieg von Aydin eröffnet sich eine große Chance beim Rocktoberfest mitzumischen.

Jedes der Mitglieder hat neben der Band natürlich ein Leben zu führen. Akseli entfernt sich immer mehr von seiner Jatta. Lilja erstickt in Arbeit; diese Ebene, gerade auch in Bezug auf die Gefühle der Figuren, ist sehr gut getroffen. Akseli beispielsweise geht in Selbstmitleid unter und schreit sogar seine Kollegen an, da ja nur er die Band pusht, während der Rest nur faul rumsitzt.

Hinzu kommt noch eine zweite Komponente: ein gewisser Okkultismus, der beschreibt, dass Musik schon immer Menschen beeinflusst hat. Über Jahrtausende hinweg liegt in der Musik die Macht. Das ist natürlich gefundenes Fressen für Akseli, um seine Idee noch weiter nach vorn zu bringen. Er merkt aber schnell, wohin das führt. Besessene Bands greifen ihn und seine Freunde an, aber das lest ihr lieber selber.

Der Zeichenstil ist klasse, wobei er am Anfang abgeschreckt hat. Die Figuren sehen alle sehr knuddelig aus, mit ihren großen Augen und Nasen. Doch gerade das hilft dabei, sich mit den Figuren zu identifizieren und eine gewisse Sympathie aufzubauen. Jedem Charakter wurde eine markante Note mitgegeben, sodass man unter den ganzen Knuddelgesichtern immer weiß, um wen es gerade geht.

Autorenduo JP Ahonen und KP Alare (Copyright: Marjaana Malkamäki)

Autorenduo JP Ahonen und KP Alare (Copyright: Marjaana Malkamäki)

Viel Wert legen die Autoren auf Gefühle und den Zusammenhalt untereinander. Auch wenn der Hauptprotagonist seine Bandmitglieder mal anbrüllt, braucht er sie und sie können auch nicht ohne ihn. Dieses Hin und Her zwischen den Figuren macht die Spannung aus.
Dazu sind die Dialoge klasse geschrieben, und wenn Akseli fragt, ob jemand Meshuggah hören will oder im Hintergrund ein Opeth Poster zu finden ist, dann fühlt sich jeder Metalhead heimisch.

Fazit: „Perkeros“ nimmt sich ein spannendes Grundthema vor: die Musik bzw. genauer gesagt den Metal. Die Optik ist anfangs gewöhnungsbedürftig, allerdings können die Finnen mit der Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen und viel Gefühl punkten.
Hier kann eigentlich jeder bedenkenlos zugreifen, der zum einen Musik mag und zum anderen vielleicht auch selbst Musiker ist und die Gefühle sowie die Angst vorm Versagen kennt. Der Drang, mit seiner Band Erfolg zu haben, kann einen schon ziemlich zerreißen, gerade wenn man die Underground Szene etwas kennt und diese auch mag. Haare auf, Gitarre raus und ab gehts!

Video

Inhalt

Akseli, ein Musik-Junkie und Perfektionist mit einem ausbaufähigen Selbstwertgefühl, versucht seine Metal-Band Perkeros durch die Untiefen des Musik-Business zum Durchbruch zu führen. Der Rest der Band besteht aus dem wunderlichen alten Hippie-Bassisten Kervinen, der Keyboarderin Lilja, die Kunst studiert und als Kellnerin arbeitet, und dem Schlagzeuger, einem … nun ja … Bären! Leidenschaftlich arbeiten sie zusammen an ihrem gemeinsamen Ziel, doch zwischen Uni und Arbeit ist es nicht einfach, Akselis hohem Anspruch gerecht zu werden, zumal er beginnt, sich Gedanken über die Macht der Musik zu machen. Als schließlich ein neuer Sänger, Aydin, zu ihnen stößt, ergibt sich für die Band die unglaubliche Chance für einen Gig auf dem Rocktoberfest …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

JP lives in Tampere, Finland, where he writes and draws comics. He enjoys cooking, making music and getting tattooed but dislikes writing biographies in third person.

(Quelle:www.jpahonen.com)

JP Ahonen – Homepage
JP Ahonen – Twitter

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 14.10.2014
Seitenzahl: 196
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Marcus
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