Review

In dem gesellschaftskritischen Science-Fiction-Comic „Parallel – New York, New York (Band 1)“ präsentieren Autor Philippe Pelaez, Zeichner Laval Ng sowie Kolorist Florent Daniel dem Leser ein gelungenes postapokalyptisches Setting.

Wir schreiben das Jahr 2082 und erleben insbesondere die Abenteuer des Raumschiffs Hybris auf einem Eisplaneten. Da die Erde inzwischen völlig abgewirtschaftet und heruntergekommen ist und die Menschheit daher vor dem Abgrund steht, macht sich die Mannschaft der Hybris auf die Suche nach einem neuen Heimatplaneten. Bereits nach kurzer Zeit auf dem potenziellen Anwärter verschwinden jedoch zwei Mitglieder der Crew bei einer Erkundungstour und der Rest der Gruppe muss feststellen:

Es gibt keinen Hinweis darauf, wer die Angreifer sind, eines ist allerdings sicher: Sie sind zahlreich… Außerdem steht fest, dass dieser Planet trotz seiner idealen Atmosphäre und des Vorhandenseins von Wasser feindselig ist.

Im weiteren Verlauf wird dem geneigten Leser mittels Flashbacks nähergebracht, wie es auf der Erde zur Apokalypse gekommen ist. Unterdessen stößt die Besatzung der Hybris in der Gegenwart auf dem fremden Planeten auf mysteriöse Begebenheiten, wie unter anderem den abgefallenen Kopf der Freiheitsstatue oder auch die Brooklyn Bridge in desolatem Zustand. Ferner findet das Team heraus, dass es sich bei den auf diesem Planeten lebenden Angreifern nur vermeintlich um Zombies denn vielmehr um menschenähnliche Wesen handelt… 

Autor Philippe Pelaez zeichnet in seiner Dystopie „Parallel – New York, New York (Band 1)“ das Bild einer düsteren Zukunftsvision, in der ein Atomkrieg zwischen den USA und einer russisch-chinesischen Allianz die Welt an den Rand des Abgrundes getrieben hat. Dabei bedient sich der Autor einiger Versatzstücke des Science-Fiction-Genres; insbesondere die Überreste der Freiheitsstatue sowie das Ende der Menschheit durch einen Atomkrieg scheinen doch evident eine Hommage an den klassischen „Planet der Affen“ aus dem Jahr 1968 mit Charlton Heston zu sein. Das Setting eines eisigen Planeten dürfte Fans von „Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück“ aufhorchen lassen. Spätestens seit dem großen Erfolg von „The Walking Dead“ dürfen natürlich auch zombieähnliche Gestalten nicht fehlen, um die Endzeitstimmung abzurunden. Dabei ist dies hier keinesfalls negativ zu werten, denn trotz seiner Anleihen bei bekannten und bewährten Stilmitteln gelingt es dem künstlerischen Team hier eine frische Story zu erzählen.

Leseprobe aus „Parallel – New York, New York (Band 1)“ | Copyright: Splitter Verlag

Allein die Identifikation mit den handelnden Figuren fällt nach dem ersten Band noch äußerst schwer; bleibt doch keiner der erwähnten Namen wirklich hängen, da die Akteure bislang allesamt austauschbar und farblos wirken. In dieser Hinsicht ist also durchaus noch Luft nach oben.

Das Design der Figuren und der Welten weiß dagegen wiederum zu überzeugen, denn die teils harte Strichführung von Zeichner Laval Ng sowie die eisigen und weitestgehend blassen Farben von Kolorist Florent Daniel in Analogie zur Story akzentuieren die Dystopie noch.

Als Dreingabe erhalten die Leser hier keine aufdringliche, aber durchaus vorhandene Kritik an gesellschaftlichen und politischen Missständen und angesichts der enthaupteten Lady Liberty dürfte wohl selbst einem Frank Sinatra sein „New York, New York“ im Halse stecken bleiben.

Insbesondere Fans von düsteren Endzeitabenteuern sollten über die Lektüre von „Parallel – New York, New York (Band 1)“ nachdenken. Wer hier zugreift, erhält obendrein noch ein Artbook, das Entwürfe, Skizzen und Charakterdesigns umfasst.

Inhalt

Im Jahr 2082 ist die Erde geplündert, wesentliche Ressourcen sind aufgebraucht, und ein apokalyptischer Krieg zwischen Ost und West mit biologischchemischen Kampfmitteln inklusive Atomschlag hat dem geschundenen Planeten den Rest gegeben. Die Menschen stehen am Abgrund, eine Ersatz-Erde ist jetzt dringend vonnöten. Glücklicherweise ist das Raumschiff Hybris gerade dabei, eine solche zu erkunden. Die Grundvoraussetzungen dort sind auch gar nicht so schlecht, die Luft ist zumindest atembar, das Klima allerdings eisig.

(Quelle: Splitter Verlag)

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 01.07.2017
Seitenzahl: 64
ISBN: 978-3-95839-546-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)